Belo Monte: Chaos und Proteste am Amazonas

Bagger und Bauarbeiter am Amazonas-Nebenfluss Xingu Für den Riesenstaudamm Belo Monte wird tonnenweise Erde bewegt (Foto: V. Glass)

11.09.2013

Die Bauarbeiten des Megastaudamms Belo Monte am Amazonas-Nebenfluss Xingu im brasilianischen Bundesstaat Pará schreiten voran – und mit ihnen die Zerstörung des Regenwaldes und die Empörung der betroffenen Bevölkerung. Unterschreiben Sie unsere Protestaktion an die beteiligten europäischen Unternehmen!

Nicht nur der Regenwald muss den Baggern am Ufer des Xingu-Flusses weichen. Neben zahlreichen unerfüllten Umweltauflagen leiden vor allem die ansässigen Uferbewohner und die traditionellen Gemeinschaften, deren Lebensgrundlage vom natürlichen Lauf des Flusses abhängt. Trotz anhaltender Proteste und vorübergehender Baustopps will die brasilianische Regierung den Bau des drittgrößten Wasserkraftwerkes der Welt im Rahmen ihres Programms zur Beschleunigung des Wirtschaftswachstums mit allen Mitteln durchprügeln.

Wer nicht für das Megaprojekt vertrieben wird, kämpft im Chaos um sein Überleben. Die Situation in der brasilianischen Kleinstadt Altamira eskaliert: Die Preise explodieren, die Versorgung mit Nahrungsmitteln, Strom und sauberem Trinkwasser ist extrem gefährdet, beim Gesundheits- und Bildungssystem mangelt es an allen Ecken. Zuletzt gingen die Einwohner von Altamira am 30. August auf die Straßen, um gegen diese unmenschlichen Lebensbedingungen zu protestieren.

Wer doch sein Haus verlassen muss, erhält lächerliche Entschädigungszahlungen weit unter dem Wert der eigenen Grundstücke. Und bei einem Anstieg der Mietpreise um 200 Prozent findet sich so leicht keine vergleichbare Bleibe.

„Es ist absurd, was die Regierung von Dilma Rousseff und die Arbeiterpartei mit uns machen!“, empört sich Antônia Melo, die Koordinatorin des Widerstandsbündnisses Movimento Xingu Vivo Para Sempre. Ex-Präsident Lula hatte ihr 2010 angemessene Unterkünfte für die betroffene Bevölkerung versprochen. „Sie haben uns eiskalt ins Gesicht gelogen!“

Anfang September ist nun auch die Staatsanwaltschaft in Pará vor Gericht gegangen, weil sich die Betreiberfirma Norte Energia weigert, ihre Vorablizenz-Regelung zu befolgen und den vertriebenen Juruna-Indigenen neues Land zu kaufen.

Auch deutsche und österreichische Firmen wie das Joint Venture von Siemens und Voith, VoithHydro, die Münchner Rück und Andritz sind an dem brasilianischen Großprojekt beteiligt und liefern Turbinen oder versichern das Vorhaben. Im Januar 2013 hat Rettet den Regenwald dem Siemens-Chef auf der Hauptversammlung bereits 40.000 gesammelte Unterschriften gegen die Beteiligung am zerstörerischen Megaprojekt überreicht. Nun wollen wir noch mehr sammeln, um auf der im Frühjahr anstehenden Aktionärsversammlung der Münchner Rück Druck zu machen und die Einhaltung der Umwelt- und Sozialauflagen zu fordern.

Bitte unterschreiben Sie unsere Protestaktion an die Geschäftsführung von Voith Hydro, Siemens, Alstom, Andritz, Daimler und Münchener Rück!