Hauptversammlung HeidelbergCement: 110.000 Unterschriften gegen Naturzerstörung auf Java übergeben

Protest gegen HeidelbergCement: Aktivisten betonieren ihre Füße ein Protest vor der Stadthalle Heidelberg: Aktivisten mit einbetonierten Füßen (© Marianne Klute/Rettet den Regenwald)

12.05.2017

Respekt vor der Mutter Erde forderte die Bäuerin Gunarti von den Managern des Konzerns HeidelbergCement. 10.000 Kilometer war die Indonesierin gereist, um auf der Aktionärsversammlung von der Zerstörung des Karstgebirges in ihrer Heimat durch die Zementindustrie zu berichten. Sie übergab auch die Petition von Rettet den Regenwald

Zehn Minuten Redezeit hatte das Protokoll Gunarti gewährt, um vor den Managern und Aktionären von HeidelbergCement zu sprechen. Im vollbesetzten Saal der Stadthalle Heidelberg erzählte sie vom Leben in ihrer Heimat Pati im Kendeng-Gebirge. Anschaulich und mit Fotos beschrieb die Bäuerin in javanischer Sprache, wie der Zementabbau die Natur, die Landwirtschaft und das Zusammenleben der indigenen Gemeinschaft der Samin zerstört. Gunartis Rede dauerte länger als zehn Minuten. Und das, was sie sagte, bewegte viele Menschen im Saal.

Dann übergab Gunarti Vorstandschef Bernd Scheifele unsere Petition mit mehr als 110.000 Unterschriften gegen die geplante Zementfabrik im Kendeng-Karstgebirge auf Java.

Währenddessen erregten die Proteste vor der Stadthalle die Aufmerksamkeit von Passanten und Presse. Aktivisten von Rettet den Regenwald, Watch Indonesia!, der Südostasien-Infostelle und Umweltgruppen aus Heidelberg hatten die Demo mitgestaltet. In Solidarität mit dem Widerstand in Indonesien hatten fünf Personen ihre Füße einzementiert. „HeidelbergCement raus aus dem Kendeng-Gebirge“ forderten sie und sangen Lieder zu Ehren der Natur in javanischer Sprache.

HeidelbergCement (HC) ist einer der weltgrößten Zementproduzenten. In Indonesien betreibt HC als Mehrheitseigner von Indocement bereits zahlreiche Werke. Im letzten Jahr, zum Start unserer Petition, versicherte HC noch, die Fabrik im Distrikt Pati auf Java auf jeden Fall bauen zu wollen, ungeachtet des Widerstands der Bauern und Indigenen vor Ort. Die Eingriffe in den Karst geschähen nur an ökologisch und sozial nicht relevanten Stellen.

Nach der Hauptversammlung sagte Bernd Scheifele vor Umweltschützern und Presse, dass man sich nicht sicher sei, ob das Zementwerk tatsächlich gebaut werde. Die Einscheidung soll noch in diesem Monat fallen.

Danke allen, die mit ihrer Unterschrift dazu beigetragen haben, den Druck auf den Konzern zu erhöhen! In den zahlreichen Presseberichten in Deutschland und Indonesien gibt es Fotos von der Einzementierung. Die Petitionsübergabe in der Stadthalle durfte leider nicht fotografiert werden.

Auswahl der Presseberichte:

n-tv: Widerstand gegen HeidelbergCement-Indonesische Bäuerin protestiert auf Aktionärstreffen

taz: Lebensprinzip vs. Zementfabrik

paxchristi: HeidelbergCement muss Völkerrecht einhalten

mannheimer-morgen: heidelbergcement wir wollen leben wie bisher

Indonesisch

bbc indonesia: Aksi menyemen kaki di Jerman untuk petani Kendeng

Deutsche Welle: solidaritas untuk kendeng aksi semen kaki berlangsung di jerman