Filmtipp: Das Geschäft mit dem Fischsiegel - die dunkle Seite des MSC

Tote Haie in einer Fischauktionshalle

20.04.2018

Internationale Fangflotten räumen die Weltmeere leer. Abhilfe soll das MSC-Label für nachhaltigen Fisch schaffen. Zertifizierter Fisch ist für die Industrie mittlerweile ein Millionengeschäft – bei dem die Fischbestände, die Meere und die traditionellen Kleinfischer auf der Strecke bleiben, wie die Fernsehreportage „Das Geschäft mit dem Fischsiegel - die dunkle Seite des MSC" zeigt.

Die Filmreportage Das Geschäft mit dem Fischsiegel - Die dunkle Seite des MSC steht nach der Ausstrahlung im Fernsehen jetzt kostenlos in der Mediathek der ARD zum Ansehen bereit.

Fisch sei gesund, erklären Ernährungswissenschaftler, doch industrielle Fangflotten plündern die Bestände und zerstören die empfindlichen Ökosysteme. Das Label MSC (Marine Stewardship Council) wirbt mit nachhaltigem Fisch. Immer mehr der in Europa verkauften Fischprodukte tragen das blaue Siegel des MSC.

Wer steckt hinter dem MSC? Ist er unabhängig - oder nur ein Marketingverein der Industrie? Hält das Label tatsächlich seine Versprechen, kann man zertifizierten Fisch unbekümmert genießen? 

Der Journalist Wilfried Huismann hat sich auf eine Reise rund um den Globus begeben, um vor Ort hinter die Kulissen des MSC-Labels und der zertifizierten Fischindustrie zu schauen. Darunter zu Thunfischen im Pazifik, die unter Delphinen schwimmen. Um an die Thunfische zu kommen, veranstaltet die Industrie Hetzjagden auf Delphinschulen, bei denen die Säuger zu Tode kommen.

Und zu Schwertfischfängern im Atlantik mit 100 Kilometer langen Leinen, an denen Hunderte Köder an Angelhaken hängen, an die vor allem bedrohte Blau- und Makohaie anbeißen. Doch die Marktpreise für Haifisch sind sehr niedrig, das Geschäft ist kaum rentabel.

Viel Geld lässt sich hingegen mit den Flossen der Haie verdienen. Haifischflossensuppe gilt in China als Statussymbol. Beim Finning, einer besonders grausamen Praxis, werden den in der Regel lebenden Haien die Flossen abgeschnitten und die Körper der Tiere zurück ins Meer geworfen, wo sie elendig verenden. Haben es die Fangschiffe vielleicht nur auf die Flossen der Tiere abgesehen?

Kleine Küstenfischer berichten, warum für sie die Zertifizerung nicht in Frage kommt und sie das Siegel für Betrug halten. Einer der Gründer des MSC erklärt, dass er das Label längst für verloren hält - es wurde von der Industrie gekapert. Aber schauen Sie am besten selbst:

Die am 23. April 2018 ausgestrahlte Reportage steht in der Mediathek der ARD kostenlos zur Verfügung:

Das Geschäft mit dem Fischsiegel - Die dunkle Seite des MSC

http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Das-Gesch%C3%A4ft-mit-dem-Fischsiegel/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=51891082

Wiederholungen der Reportage im Fernsehen:

  • 05.05.2018 | 09:15 Uhr | tagesschau24

Medienecho zur Reportage

- Tageschau.de: Dunkle Geschäfte mit dem MSC-Siegel

- Frankfurter Allgemeine Zeitung: Tod trotz Ökosiegel: Warum Delfine beim Fischfang sterben müssen

- Spiegel: Nachhaltigkeitslabel für Fisch - Die dunkle Seite des MSC-Siegels

- Süddeutsche Zeitung: Die dunkle Seite des Ökosiegels MSC

- Neue Osnabrücker Zeitung: Starke TV-Reportage: Wie vertrauenswürdig ist das Fischsiegel MSC?

Weitere empfehlenswerte Fernsehreportagen und Bücher des dreifachen Grimme-Preisträgers Wilfried Huismann:

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