Das Übel an der Wurzel packen: mit Feri und Nordin unterwegs in Deutschland

07.05.2008

Im Februar und März diesen Jahres waren zwei indonesische Umweltaktivisten auf Einladung von Rettet den Regenwald e.V. in Deutschland unterwegs. Das sie ausgerechnet hierzulande unterwegs waren, ist kein Zufall. Schließlich werden die profitablen Geschäfte mit der Vernichtung der indonesischen Regenwälder in erheblichem Ausmaß mit deutschem Geld finanziert , von der deutschen Politik unterstützt und durch die steigende hiesige Nachfrage nach Palmöl, Tropenholz und Zellstoff immer weiter angefacht.

Im Februar und März diesen Jahres waren zwei indonesische Umweltaktivisten auf Einladung von Rettet den Regenwald e.V. in Deutschland unterwegs. Das sie ausgerechnet hierzulande unterwegs waren, ist kein Zufall. Schließlich werden die profitablen Geschäfte mit der Vernichtung der indonesischen Regenwälder in erheblichem Ausmaß mit deutschem Geld finanziert, von der deutschen Politik unterstützt und durch die steigende hiesige Nachfrage nach Palmöl, Tropenholz und Zellstoff immer weiter angefacht.

Nordin ist ein sympathischer Mitdreißiger mit lebhafter Mimik und einer gesunden Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit. Er leitet die Organisation Save Our Borneo (SOB) in Kalimantan und hat sich bereits sein ganzes Leben gegen die Naturzerstörung auf Borneo engagiert. SOB dokumentiert die Regenwaldzerstörung auf Borneo und vernetzt eine Vielzahl verschiedener Gruppen und Initiativen, die gegen die Vertreibung von Kleinbauern und die Ausbreitung der Palmölplantagen kämpfen. Dabei geht SOB mit juristischen Mitteln gegen kriminelle Palmölunternehmen und Regierungsvertreter vor und unterstützt gleichzeitig den Widerstand der Bevölkerung vor Ort.

Wie effektiv auch juristische Mittel sein können, zeigt das Beispiel des (Ex-)Gouverneurs der Provinz Ostkalimantan, der nach von Umweltgruppen forcierten Ermittlungen der Antikorruptionsbehörde zur Zeit eine mehrjährige Haftstrafe wegen der illegalen Vergabe von Abholzungskonzessionen verbüßt. Weiterer Schwerpunkte von SOB sind die Entwicklung nachhaltiger und umweltgerechter Landnutzungskonzepte sowie Öffentlichkeitsarbeit. Zuvor war Nordin bereits 6 Jahre lang für Walhi (Friends of the Earth Indonesia) Direktor der Provinz Zentralkalimantan. 2007 trug er erfolgreich zum Rauswurf einer Palmölfirma aus einem Nationalpark in Zentralkalimantan bei, die sich dort widerrechtlich über eigentlich geschützten Wald hermachte.

Dass der Kampf gegen Palmölfirmen in Indonesien auch lebensgefährlich sein kann, verdeutlicht das Schicksals eines Bekannten von Nordin, der bei Protesten gegen die Vertreibung von Kleinbauern durch eine Palmölfirma getötet wurde. Ein Polizist hatte dem Mann in seine Geschlechtsteile geschossen. Feri ist etwa im gleichen Alter wie Nordin, nicht minder sympathisch, trägt langes Haar und hat eine charismatische Ausstrahlung. Er ist seit neun Jahren für Walhi Geschäftsführer der Provinz Jambi auf Sumatra und kann ebenfalls auf ein langjähriges Engagement als erfolgreicher Umwelt- und Menschenrechtsaktivist zurückblicken.

2002 verzichtete beispielsweise ein us-amerikanisch-malaysisches Konsortium trotz bereits erteilter Genehmigung auf die Rodung von einer Million Hektar Wald zur Anlage von Palmölplantagen in der Provinz Jambi auf Sumatra. Hintergrund war der Widerstand vor Ort, an dem Feri maßgeblich beteiligt war. In den Wochen nach dem Rückzug des Konsortiums suchten bezahlte Schlägertrupps nach Feri und er wurde massiv von Polizisten terrorisiert. Ein Jahr zuvor war er bereits bei der erfolgreichen Verhinderung eines Straßenbauprojekts durch den Kerinci-Nationalpark dabei gewesen.

Immer wieder gelang es Feri mit anderen AktivistInnen zusammen durch spektakuläre Aktion, z.B. letztes Jahr vor der Antikorruptionsbehörde in Jakarta, erfolgreich auf die Verstrickung von Politikern und Beamten in illegale Abholzungen und fragwürdige Konzessionsvergaben für Palmölplantagen aufmerksam zu machen. 2007 erstritt Feri mit anderen Aktivisten die Rückgabe von 600 ha Land an die eigentlichen Besitzer, das der Sinar Mas -Konzern im Jahr 2000 widerrechtlich mit in Beschlag genommen und Ölpalmen bepflanzt hatte.