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Postbeamter gegen Ölkonzern

„Tausende Aras, jeden Tag! Uns verschlug es den Atem."

Wenn Klaus Dommaschk von Peru erzählt, leuchten seine Augen. Klaus Dommaschk ist von Beruf Postbeamter. Von „Berufung" ist er passionierter Natur- und Vogelfreund. Seit 1976 organisiert der Hobby-Forscher Expeditionen nach Südamerika. Die Reise nach Tambopata in Peru war die Krönung. Nicht nur weil er den legendären Treffpunkt tausender Papageien, das Collpa Hochufer gesehen hat. Zahlreiche Tiere und Pflanzen hat er auf seinem „Dschungeltrip" mit der Kamera festgehalten. Die Begeisterung wurde allerdings getrübt, als der Naturfreund von den Plänen des Öl-Multis „Mobil" erfuhr. Der Konzern plant grossflächige Ölförderung in dem einzigartigen Regenwaldgebiet, das eigentlich längst ein Nationalpark sein sollte. Aus Rücksicht auf Mobil Oil wurden die Nationalparkpläne von der Regierung gestoppt. „Wir waren total geschockt, wir mussten unbedingt etwas gegen diesen Wahnsinn unternehmen!", berichtet der engagierte Postbeamte. Gemeinsam mit seiner Frau Sonja startete er eine Unterschriftenaktion gegen die Zerstörung des Paradieses. Abends hält er Vorträge in Volkshochschulen. Guten Kontakt hat Dommaschk zu peruanischen Wissenschaftlern. „Die sind genauso entsetzt, können aber im eigenen Land wenig machen. Deshalb brauchen sie dringend unsere Unterstützung." Die erhofft er sich vor allem von deutschen Vogelfreunden. Die Bayerische Tageszeitung berichtete bereits über das aussergewöhnliche Engagement des Postbeamten aus Bad Reichenhall. Seine nächste Aktion: Er will das Thema in die peruanische Presse bringen, erste Kontakte sind schon geknüpft. Einige Hundert Kilometer nördlich von Peru kann man die katastrophalen Folgen der Erdölförderung schon beobachten. Verseuchte Flüsse, leckende Pipelines, verwüstete Wälder, Zerstörung, Krankheit, Tod prägen heute das Bild der Fördergebiete im Oriente Ecuadors. In Südperu sind die Verträge noch nicht unterschrieben. Klaus Dommaschk und seine Frau wollen nicht aufgeben. „Diese Katastrophe muss verhindert werden!" Unterschriftenlisten können bei Rettet den Regenwald angefordert werden.