"Brasilien zurückerobern": 18. Aktionscamp "Freies Land" der indigenen Völker in der Hauptstadt Brasilia

Indigene Frauen in Brasilien protestieren mit einem Banner gegen die Abholzung ihrer Regenwald- und Schutzgebiete Marsch und Demonstration indigener Frauen in Brasilia im Jahr 2020 gegen Abholzung und für die Gesundheitsversorgung der Indigenen (© Apib Comunicação - CC BY-SA 2.0)

04.04.2022

Heute beginnen die indigenen Völker in Brasilien ein 11-tägiges Camp zur Befreiung ihrer Territorien in der Hauptstadt Brasilia. Mit Demonstrationen, symbolischen Aktionen und Seminaren fordern sie "Brasilien zurückzuerobern: Abgrenzung der Territorien und Indigenisierung der Politik".

Aufruf des Dachverbandes APIB der indigenen Völker Brasiliens (Articulação dos Povos Indígenas do Brasil - APIB)

(Übersetzung aus dem Portugiesischen)

CAMP FREIES LAND
18 JAHRE KAMPF UND WIDERSTAND
Nach zwei Jahren der virtuellen Durchführung aufgrund der Covid-19 Pandemie, in der wir viele von uns für immer verloren haben, beginnt das 18. Camp Freies Land (Acampamento Terra Livre - ATL). Wir machen mit den Kräften der Vorfahren weiter, um mit persönlicher Präsenz vor Ort zu unseren Forderungen zurückzukehren: "Brasilien zurückerobern: Abgrenzung der Territorien und Indigenisierung der Politik". Dieses Jahr werden wir die Bundeshauptstadt vom 4. bis 14. April besetzen.

Wir befinden uns in einem Wahljahr in Brasilien. Zu Beginn unserer Mobilisierungen erklären wir, dass dies das letzte Jahr der von Völkermord geprägten Regierung ist. Unser "Indigener April" wird von symbolischen Aktionen geprägt sein, die unsere Fähigkeit zeigen, für die Demarkierung unserer Territorien und für die Indigenisierung der brasilianischen Politik zu kämpfen.

Wir beginnen mit dem Kampf in den virtuellen und lokalen Räumen des politischen und sozialen Handelns. Auf der Grundlage unserer angestammten Weisheit, der Sorge um das Volk und das brasilianische Territorium erklären wir: "Ja, die Politik wird ein indigenes Territorium sein!". Unser Ziel ist es, das "Prinzip des guten Lebens" zu fördern, die Köpfe wieder zu ergrünen und die Politik zu indigenisieren. Wir kämpfen für eine gemeinsame und demokratische Art, die Zukunft zu entscheiden und zu gestalten.

Wir sind mit politischen Agenden konfrontiert, die unser Leben und unsere Traditionen bedrohen. Die Demarkierung unserer Territorien ist nach wie vor unser wichtigstes Anliegen. Die Verteidigung des Lebens gegen die Zerstörungsagenda ist daher unsere Priorität.

Der indigene April ist der Monat der großen Volksmobilisierungen der brasilianischen indigenen Bewegung! Auf diese Weise werden wir die Hauptstadt Brasiliens besetzen, um unsere in der Verfassung von 1988 garantierten Rechte einzufordern.

Wir kämpfen für das Land, für das Leben, für unsere natürlichen Ressourcen und für die Souveränität des brasilianischen Volkes!

Hier der Originalaufruf auf Portugiesisch, Englisch und Spanisch. Dort findet sich auch in den jeweiligen Sprachen das Aktionsprogramm für die einzelnen Tage.