Indigene Pataxó beklagen Gewalt nach Besetzung von Eukalyptus-Plantage

Collage Tag gegen Monokulturen - DE Weltweit wehren sich die Menschen gegen ökologisch wertlose Baumplantagen (© Collage LanaStock/istockphoto.com + Rettet den Regenwald / Mathias Rittgerott)

16.09.2022

Die indigenen Pataxó im brasilianischen Bundesstaat Bahia bitten um Hilfe und Unterstützung. Eukalyptus-Monokulturen für die Produktion von Papier und Zellulose zerstören ihr angestammtes Territorium. Nach der Besetzung einer Eukalyptus-Plantage werden sie bedroht und sind Gewalt ausgesetzt.

Die indigenen Pataxó im brasilianischen Bundesstaat Bahia beklagen, dass sie seit einem Monat von Großgrundbesitzern umzingelt seien und ihre Dörfer nicht verlassen könnten. Bei einer Attacke von bewaffneten Männern soll Anfang September in Comexatiba ein 14 jähriger Jugendlicher erschossen und eine weitere Person verletzt worden sein.

Hintergrund der Gewalt sind Konflikte um das angestammte und bereits von den Behörden demarkierte 28.000 Hektar große indigene Territorium Comexatiba südlich von Porto Seguro am Atlantik. Um sich gegen die Besetzung ihres Landes zu wehren, hat eine Gruppe von 180 Pataxó Ende Juni eine Eukalyptus-Plantage besetzt und die Bäume in Brand gesteckt. Die Plantage wird demnach von einem Großgrundbesitzer betrieben, der das Holz an den Papier- und Zellstoffkonzern Suzano liefert.

In einem am 26. Juni veröffentlichten Video-Manifest haben die Pataxó auf ihre Aktion aufmerksam gemacht: Es wird keinen einzigen Eukalyptus-Baum mehr auf unserem heiligen Land geben, denn das ist schlecht. Wir wollen unser Wasser, unser gutes Land und unseren Lebensraum zurückgewinnen. Wir nehmen diese schändliche Zerstörung nicht hin", erklärt der Indigene Führer Mãdý Pataxó. „Heute vertreiben wir Suzano aus dem Gemeindekreis Prado, aus dem Indigenen Territorium Cahy-Pequi Comexatiba. Suzano muss raus.“

Seit sieben Jahren warten die Pataxó auf einen Präsidialerlass, der ihr Gebiet vollständig legal sichern würde. Doch der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro verweigert den indigenen Völkern die Anerkennung weiterer Gebiete. Dabei haben die Ureinwohner nach der Verfassung vollen Anspruch auf ihr angestammtes Land.

Währenddessen dehnen sich Eukalyptus-Plantagen und landwirtschaftliche Monokulturen auf dem Gebiet immer weiter aus und zerstören es. Suzano ist die weltweit größte Produzent von Papierprodukten aus Eukalyptus-Holz. Zu den Kunden von Suzano gehören Multis wie Kimberly Clark mit Marken wie Kleenex und Huggies und Procter & Gamble mit Marken wie Pampers und Always.

Für die auf großen Teilen ihres traditionellen Territoriums angelegten Monokulturen wurden nicht nur die Menschen vertrieben und die Artenvielfalt beseitigt: Die schnell wachsenden Eukalyptus-Bäume trocknen auch die Bäche und Flüsse aus. Zudem bedroht der Einsatz von Pestiziden und die Verschmutzung der Gewässer die Gesundheit der Einwohner.


  1. von Großgrundbesitzern umzingelt seien und ihre Dörfer nicht verlassen könnten- Correo Brasiliense (2022). Indígenas relatam ataque a tiros com morte em aldeia no Sul da Bahia. Indígenas Pataxós têm denunciados que estão cercados há mais um mês por fazendeiros da região: https://www.correiobraziliense.com.br/brasil/2022/09/5034408-indigenas-relatam-ataque-a-tiros-com-morte-em-aldeia-no-sul-da-bahia.html

  2. 180 Pataxó Ende Juni eine Eukalyptus-Plantage besetzt und die Bäume in Brand gesteckt- Mongabay (2022. With plantation takeover, Brazil’s Indigenous Pataxó move to reclaim their land:https://news.mongabay.com/2022/07/with-plantation-takeover-brazils-indigenous-pataxo-move-to-reclaim-their-land/

    - Brasil de Fato (2022). SEM DEMARCAÇÃO. Após retomada de território, indígenas Pataxó temem retaliação:https://www.brasildefato.com.br/2022/06/29/apos-retomada-de-territorio-indigenas-pataxo-temem-retaliacao

  3. 26. Juni veröffentlichten Video-Manifest

    - Youtube (2022). Brazil's Indigenous Pataxó reclaim their land: https://youtu.be/03IuBm0cGhM