Vattenfall: Proteste stoppen Tropenholz aus Liberia

07.05.2012

Vattenfall wollte sich klimafreundlich geben und setzte auf massenhaften Import von Biomasse aus Afrika. Eine Million Tonnen Gummibaumholz aus Liberia sollten in Berliner Kraftwerken verfeuert werden, um die CO2-Bilanz der Stadt zu reduzieren. Nun zieht der Energieriese die Notbremse und verzichtet auf das Tropenholz

Der Vattenfall-Konzern wollte sich klimafreundlich geben und setzte auf den massenhaften Import von Biomasse aus Afrika. Eine Million Tonnen tropischen Gummibaumholzes aus Liberia sollten in Berliner Kraftwerken verfeuert werden, um die CO2-Bilanz der Hauptstadt zu reduzieren. Nun zieht der schwedische Energieriese die Notbremse und verzichtet auf das Tropenholz. Angeblich weil das Holz zu teuer ist und weil es nicht genug davon in Liberia gibt.

Umweltschützer und Menschenrechtler haben die Pläne von Anfang an heftig kritisiert. Über 23.000 Menschen schrieben im Rahmen einer Protestaktionen von Rettet den Regenwald an Vattenfall und den Berliner Senat. In Liberia zerschreddert das kanadische Unternehmen Buchanan Renewables Millionen Gummibäume zu Holzschnitzeln für den Export nach Europa. Vattenfall hatte seine Biomassepläne in einem Klimaschutzabkommen mit dem Berliner Senat verankert und 20 Prozent der Anteile der Firma in Liberia erworben. Allein Vattenfalls Berliner Kraftwerke sollten jährlich 1,3 Millionen Tonnen Holz verschlingen.

Dabei schadet es dem Weltklima, wenn rund um den Globus die Bäume abgeholzt und in Kraftwerken in Rauch aufgehen. Nicht nur bei uns, sondern auch in Afrika ist Holz ein knapper Rohstoff. In Liberia kochen die Menschen mit Brennholz, das aus den Regenwäldern und Mangroven sowie von Gummibäumen stammt. Seit das Biomasseprojekt das Holz exportiert, sind die Feuerholzpreise im Land sprunghaft gestiegen, beklagen die Menschen vor Ort.

Nun will Vattenfall die Wälder in Nordamerika abholzen lassen. Aktuell werden neue Lieferverträge mit Kanada und USA ausgehandelt, erklärt Vattenfall-Sprecher Hannes Hönemann. Dabei rodet die nordamerikanische Holzindustrie die Naturwälder im Kahlschlagverfahren. Jahrhunderte alte Baumriesen werden gefällt, um unseren Konsum und Hunger nach billigen Rohstoffen zu befriedigen. Und damit das Geschäft mit der „grünen Energie" richtig profitabel ist, will Vattenfall auch noch staatliche Subventionen für die Holzverbrennung haben.

Rettet den Regenwald fordert Vattenfall und den Berlinert Senat auf, die Biomasse-Verheizung sofort zu beenden. Die Wälder unserer Erde dürfen nicht unserem hemmungslosen Rohstoff- und Energiekonsum zum Opfer fallen. Die Verbrennung von Millionen Tonnen Holz und anderer Biomasse in Kraftwerken ist weder umweltfreundlich noch sozial verträglich.

Lesen Sie auch "Vattenfall auf dem Holzweg" im Regenwald Report 3-2010