Tripa: Palmöl-Plantage im Orang-Utan-Wald gestoppt

Zwei Orang-Utan-Junge spielen mit Zweig Hoffnung für die Orang-Utans in Tripa

24.05.2012

45.239 Unterschriften gegen die Zerstörung des Tripa-Waldes haben wir gesammelt und an die indonesischen Behörden übergeben. Die Palmöl-Firma PT Kallista Alam hatte Brände in dem hochsensiblen Ökosystem gelegt und ist damit auch für den Tod vieler Sumatra Orang-Utans verantwortlich. Nun wurde ihre Konzession wieder zum Naturschutzgebiet erklärt.

Aufgrund des internationalen Drucks ist die Konzession der Palmöl-Firma PT Kallista Alam über 1'600 ha offiziell wieder zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Rettet den Regenwald sammelte 45.239 Unterschriften, die den Behörden des Landes übergeben wurden. Die Palmöl-Firma hatte Brände in dem hochsensiblen Ökosystem im Nagan Raya District von Aceh gelegt. Nach Schätzungen von Umweltschützern vor Ort starben dadurch etwa 100 Orang-Utans. 

Der zuständige Regierungsbeamte Mas Achmad Santosa erklärte Anfang der Woche, dass alle Aktivitäten von PT Kallista Alam in Tripa eingestellt wurden und nun gegen das Unternehmen wegen zahlreicher Rechtsvergehen ermittelt werde. Unter anderem wegen der illegalen Brandrodungen, dem rechtswidrigen Plantagenbau und des Vergehens gegen die Naturschutzgesetze des Landes. 

Zudem geht die Staatsanwaltschaft auch gegen korrupte Politiker und Behörden vor, die dem Unternehmen die Erlaubnis zum Bau der Plantage in Tripa gegeben hätten, ergänzte Santosa. 

Damit wurde eigentlich der Status quo des Vorjahres in Tripa wieder hergestellt. Denn auf einer im Mai 2011 erstellten Karte gehörten die noch intakten Torfsumpfwälder (max. 12'000 ha), für die noch keine Konzessionen vergeben worden sind, zum geschützten Leuser Ökosystem, um sie vor weiteren Rodungen für Palmöl-Plantagen zu bewahren. Im November 2011 schaffte es die Palmöl-Lobby allerdings, dass die Karte geändert und das Gebiet wieder aus dem Leuser-Schutzsystem herausgenommen wurde. Daraufhin erhielt PT Kallista Alam die Erlaubnis für den Bau seiner Plantage von 1'600 ha.

Der Stopp dieser Palmöl-Plantage in Tripa ist ein wichtiger Erfolg für den Umwelt- und Tierschutz. Denn im Tripa-Wald sind besonders viele seltene Tier- und Pflanzenarten zuhause. Auch leben hier noch ca. 200 der bedrohten Population der letzten 6.500 Sumatra-Orang-Utans. Im Torfsumpfwald mit seinem reichen Angebot an wilden eiweißreichen Obstsorten können Orang-Utans in höchster Dichte leben.

Doch PT Kallista Alam ist nicht die einzige Palmöl-Firma, die ihren Lebensraum gefährdet. Immer noch belagern Palmöl-Konzessionen das gesamte Tripa-Torfsumpfwaldgebiet von ca. 60'000 ha.  Der Wald ist zu rund 80 Prozent beeinträchtigt oder bereits zerstört. Deshalb arbeiten wir zusammen mit den Umweltschützern vor Ort, um ganz Tripa als höchst wertvollen Lebensraum der seltenen Sumatra-Orang-Utans dauerhaft zu schützen.

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