Protest verhindert Teersand-Mine

Ein verspielter Bison springt in die Luft Gerettet: der Lebensraum von Bisons und Karibus bleibt erschont (© Miklos Galata/shutterstock.com)

24.02.2020

Das Projekt einer Mega-Teersand-Mine in Kanada ist gestorben. Die Firma Teck Resources hat den Genehmigungsantrag zurückgezogen. Die Mine sei wegen des Widerstandes und Diskussionen über den Klimaschutz nicht durchsetzbar.

Es ist ein großer Sieg für Umweltschützer – und vor allem für die Natur und das Klima. Die größte Teersand-Mine aller Zeiten hätte auf 292 Quadratkilometern Fläche Wälder, Sümpfe und Flüsse belastet, vergiftet und zerstört. Der Lebensraum von Karibus und Bisons war bedroht. Zudem hätte die Mine das Klima mit über vier Millionen Tonnen Treibhausgasen pro Jahr belastet und Kanadas Klimaschutzziele unerreichbar gemacht. Das Projekt ist jetzt gestorben.

Der Geschäftsführer von Teck Resources, Don Lindsay, machte in der Pressemitteilung mehr oder minder direkt den Widerstand von Umwelt- und Klimaschützern für das Scheitern der „Frontier Mine“ verantwortlich. Zahlreiche Organisationen hatten Druck gegen das Projekt gemacht. Unter anderem hatte Rettet den Regenwald eine Petition mit mehr als 253.000 Unterschriften an Kanadas Premierminister Justin Trudeau, einige Kabinettsmitglieder und Spitzenpolitiker geschickt.

„Frontier hat (...) eine breitere Debatte über den Klimawandel und die Rolle Kanadas bei der Bewältigung dieses Problems ausgelöst. Wir hoffen, dass der Rückzug aus dem Prozess es den Kanadiern ermöglicht, zu einer größeren und positiveren Diskussion über den weiteren Weg überzugehen“, schrieb Lindsay in einem Brief an Umweltminister Jonathan Wilkinson.

Das Öl-Business trage zwar zum Lebensstandard der Kanadier bei, „Gleichzeitig ist es dringend erforderlich, die globalen Kohlenstoffemissionen zu reduzieren und Maßnahmen gegen den Klimawandel zu unterstützen.“

Wirtschaftliche Gründe dürften auch eine Rolle gespielt haben. So nennt Lindsay die sich rasch ändernden globalen Kapitalmärkte. Tatsächlich ziehen sich Banken, Versicherungen und andere Investoren zunehmen aus dem Geschäfte mit Öl und Kohle zurück.

Teck Resources hatte zudem mit einem Ölpreis von 95 US-Dollar gerechnet, tatsächlich liegt er für kanadisches Öl minderer Qualität bei 30 US-Dollar. Wegen des von Beginn an irrsinnigen Projekts muss Teck mehr als eine Milliarde Dollar abschreiben.

Der Bergbaukonzern machte die Entscheidung an einem Sonntagabend bekannt. In der folgenden Woche hätte die kanadische Regierung von Justin Trudeau über die Genehmigung entscheiden müssen. Offenbar stand das Projekt dabei auf der Kippe.