Jedes Jahr wird es in der Trockenzeit in vielen tropischen Wäldern kritisch: In Brasilien, Indonesien und anderen Ländern am Äquator fressen sich Feuer durch die Natur. Große Flächen brennen ab und schädigen die Ökosysteme und die dort lebenden Menschen massiv.
Fast alle Feuer sind von Menschen gelegt. Oft greifen sie unkontrolliert auf angrenzende Gebiete über und vernichten Regenwälder, Savannen und andere Ökosysteme, bedrohen Dörfer, Gebäude und Menschen.
Feuer schafft Platz für Rinder, Soja oder Palmöl
Oftmals stecken kriminelle Brandstifter dahinter, die mit den Flammen die Vegetation vernichten, um dort Rinderweiden, Soja-Monokulturen oder Palmöl-Plantagen anzulegen. Feuer ist dafür die billigste und effektivste Methode.
Öffentliche Feuerwehren für die Waldbrandbekämpfung gibt es in den riesigen und meist schwer zugänglichen Gebieten kaum. Deshalb müssen die Einwohner selbst gegen die Flammen vorgehen. Dazu brauchen sie Ausbildung, Ausrüstung und öffentliche Unterstützung, um Druck auf Politik und Behörden auszuüben. Letztere müssen die Brandstifter und deren Hintermänner verfolgen und verhindern, dass in Brand gesteckte Natur in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt werden können.
Unsere Partner helfen
Unsere Partner Agro é Fogo in Brasilien und APEL Green Aceh in Indonesien unterstützen die Menschen in den Tropenwaldgebieten mit Information, Vorbeugung und Ausrüstung. Sie helfen nicht nur die Flammen zu löschen, sondern die Brände und deren Ursachen von vornherein zu verhindern.
In Brasilien und Indonesien ist Feuersaison etwa von Juli bis November. Aktuell brennt es bereits im Torfwaldgebiet Tripa auf Sumatra in Indonesien. Die Flammen zerstören den Lebensraum von Orang-Utans, Tigern, Nashörnern und Elefanten.
„El Niño"
Nach Angaben von Klimaforschern beginnt Ende dieses Jahres höchstwahrscheinlich das sogenannte „El Niño-Phänomen". Dabei kehren sich kalte und warme Meeresströmungen im Pazifik um, was weltweite Folgen auf das Wetter hat: In weiten Teilen des Amazonasgebietes und Indonesiens wird es dadurch deutlich trockener, während es in Gebieten wie der Atacama-Wüste in Südamerika häufiger regnet.
In einem El Niño-Jahr nimmt die Waldbrandgefahr in den von Dürre betroffenen Gebieten stark zu, weshalb es wichtig ist, sich darauf vorzubereiten.
Kosten für Ausrüstung
Für 273 € kann eine Person im Norden Brasiliens vollständig mit persönlicher Schutzkleidung ausgestattet werden, um Wald- und Savannenbrände zu bekämpfen. Ein Wasserrucksack mit Sprühpumpe kostet 218 € und ein mobiles Gebläse 460 €, womit sich die Gesamtkosten auf 957 € summieren. Mit mobilen Gebläsen werden Flammen am Boden in die Gegenrichtung geblasen oder auf Brandschneisen brennbares Material wie trockene Blätter entfernt.
Tabelle: Beispiele für Kosten für Feuerschutzkleidung und Ausrüstung für eine Person in Brasilien
| Artikel | Kosten in € |
| Hose und Jacke | 109 |
| T-Shirt | 7 |
| Sturmhaube | 13 |
| Brille | 8 |
| Helm | 27 |
| Beinschoner | 31 |
| Stiefel | 45 |
| Handschuhe | 5 |
| Mütze | 5 |
| Gürtel | 8 |
| Buschmesser | 14 |
| Futeral für Messer | 6 |
| Wasserrucksack mit Sprühpumpe | 218 |
| Gebläse | 460 |
| SUMME pro Einsatzkraft | 957 |
Agro é Fogo: Waldbrände verhindern und löschen
Das Netzwerk Agro é Fogo unterstützt in Brasilien die Verhütung und Bekämpfung von Waldbränden und übt öffentlichen Druck auf die Regierung aus.
Regenwälder und Torfmoore im Leuser-Ökosystem
Orang-Utans, Tiger, Nashörner und Elefanten im Leuser-Ökosystem auf Sumatra sind bedroht. APEL Green Aceh setzt auf Schutz durch Indigene.
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