Regenwälder und Torfmoore im Leuser-Ökosystem
Orang-Utans, Tiger, Nashörner und Elefanten leben im Leuser-Ökosystem auf Sumatra. Dieses größte Regenwaldgebiet Südostasiens ist bedroht, durch Holzeinschlag, Palmölplantagen und Bergbau. Schutzprogramme, Ranger und Kampagnen helfen, doch es braucht mehr: die ökologischen Kenntnisse der Indigenen. Dafür sorgen unsere Partner von APEL Green Aceh - vom Tripa-Torfmoor bis in die Berge.
Projektübersicht
ProjektthemaTiere
Projektziel Torfmoore schützen, Goldminen verhindern, Schutz durch Indigene
Aktivitäten Kampanye, riset, mengorganisir perlawanan
Das Leuser-Ökosystem kann nur geschützt werden, wenn wir Menschen es selbst tun.
In den Torfmooren Tripa, Kluet und Singkil
an der Westküste Sumatras sind die bedeutendsten Populationen der Sumatra-Orang-Utans zu Hause. Torfmoore spielen außerdem eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Wasserkreislaufs. Sie sind natürliche Festungen gegen Überflutungen und Tsunamis. Torfmoore stabilisieren das lokale Klima, die Niederschläge und die Lufttemperatur.
Leider wurden riesige Flächen abgeholzt, abgebrannt und entwässert - für Palmöl. Viele Orang-Utans verloren ihren Lebensraum, tausend starben in den von den Plantagenfirmen gelegten Torfbränden. Nur ein kleiner Teil des Torfwaldes ist noch intakt. Hier leben heute etwa 200 Orang-Utans. In den 1990er Jahren waren es 3.000 Tiere.
Besonders das Tripa-Torfmoor hat traurige Berühmtheit erlangt. Vor einer Generation war es noch dicht bewaldet. Dann kamen die Firmen, rodeten und brannten. Sie wurden rechtskräftig verurteilt, doch bis heute wachsen Ölpalmen im Großteil des Tripa-Torfmoores - und das Palmöl gelangt auf den internationalen Markt.
Mit APEL Green Aceh wollen wir den Restwald und die überlebenden Wildtiere retten und die Palmölfirmen schließen. Junge Freiwillige von APEL Green Aceh widmen sich dem Schutz und der Renaturierung des Tripa-Torfmoores, denn weder die Firmen noch die Regierung handeln.
APEL Green Aceh
ist eine kleine lokale Organisation von engagierten Indigenen und Umweltschützern an der Westküste der Provinz Aceh.
* Wir sind lokal * Wir sind indigen * Wir retten auf der Basis von indigenen Strukturen und indigenem Wissen * Mit den „Meistern des Waldes“ * Mit den Frauen, Wissenschaftlern, Journalisten, Studenten * Gemeindebasiert * Ökologisch *
Was wir in den Torfmooren tun
* Monitoring von Regenwald und Torfmooren * Prozesse gegen Holzfäller und Palmölfirmen * Kampagnen zur Rettung der Moore und Bergwälder * Kooperation mit der und Druck auf die lokalen Behörden * Kampagnen national und international * Regeneration des Tripa-Torfmoores * Klimaschule * Videos, Bücher, Infografiken für die Jugend * Tripa-Torfmoor-Festival *
Die Berge im Landkreis Beutong Ateuh, Habitat der Sumatra-Tiger
verbinden die beiden bedeutendsten Landschaften Acehs – das Leuser-Ökosystem und das Ökosystem Ulu Masen. Dieses Gebiet ist ökologischer Puffer, der das Gleichgewicht von Wasser, Klima, Boden und Tausenden Lebewesen aufrechterhält. Hier leben die Menschen seit langem im Einklang mit der Natur.
Doch die Harmonie ist gestört, durch illegalen Holzeinschlag und die Absicht der Regierung, Goldabbau zu genehmigen. An vielen Orten der Welt werden die Wälder der Indigenen im Namen von Entwicklung, Investitionen, Bergbau, Emissionshandel und groß angelegten Industrieprojekten zerstört. Viele Gemeinschaften verlieren ihr Land zugunsten der Profite einer kleinen Gruppe von Akteuren.
Bergbau konnte bisher gebannt werden. Die Bewohner wehren sich seit Jahren gegen die Minenunternehmen. Ein Gericht hat sogar entschieden, dass die erteilten Genehmigungen nichtens sind. Doch immer wieder tauchen neue Firmen auf. Die traditionellen „Meister des Waldes“, die Vereinigung der Frauen von Beutong und die jungen Waldhüter fordern, dass der Staat ihre Leistung als Waldschützer respektiert, sie als Indigene Gemeinschaft und ihre Waldrechte (im Sinne von „community managed areas“ nach dem Social Forestry Programm) anerkennt.
Denn wir haben den Wald von unseren Kindern geerbt und wollen ihn intakt zurückgeben
Was wir in den Regen- und Bergwäldern tun
* Überwachung der indigenen Territorien * Patrouillen * Holzfäller verfolgen und vor Gericht bringen * Widerstand gegen Goldminen * 6 Dörfer klimafreundlich gestalten * 30 „Meister des Waldes“ ausbilden * Studien und Publikationen * Kampagnen * Videos * Infografiken für die Jugend *
Das Leuser-Ökosystem
Das Leuser-Ökosystem ist der einzige Ort auf dieser Erde, in dem die vier bedrohten Großsäugetiere Orang-Utan, Sumatra-Tiger, Nashorn und Sumatra-Elefant im selben Habitat zusammenleben. Es liegt im Norden der Insel Sumatra und ist eines der größten Schutzgebiete in Indonesien.
Seine Landschaften – Küstenlandschaften am Indischen Ozean mit Torfmooren, die Regenwälder, Bergwälder, Sümpfe und Mangroven – beherbergen verschiedene Typen tropischer Wälder. Seine Regenwälder gehören zu den urtümlichsten Indonesiens.
Für Holz, Palmöl, Straßen und Bergbau sind wichtige Teile des Leuser-Ökosystems zerstört worden. Besonders tragisch ist die Zerstörung der Torfmoorwälder und der Mangroven.
Das Leuser-Ökosystem ist in kritischem Zustand. Internationale Programme haben es nicht leicht. Gute Arbeit leisten das Forum Konservasi Leuser (FKL) und die Stiftung Leuser Ökosystem (YEL), doch auch sie können gegen die Gier nach Profit wenig ausrichten. Notwendig ist der Schutz „von unten“, von den indigenen Gemeinschaften, in deren Territorien noch viel Wald erhalten ist, und von der Jugend. Die engagierten lokalen und indigenen Gruppen brauchen unserer Unterstützung, denn sie nehmen die Bevölkerung mit. Aus ihnen erwächst die Bewegung zur Rettung des Leuser-Ökosystems, der Tiger, Elefanten und Orang-Utans!!!
Klimakrise: Wälder und Humusböden schützen
Der Erhalt der Wälder der Erde ist sehr wichtig für den Klimaschutz: Sie speichern gewaltige Mengen Kohlenstoff und regulieren den Wasserkreislauf.
Der Meister des Waldes
Ein Film über den Pawang Uteun, den Meister des Waldes, die Indigenen von Beutong im Leuser-Ökosystem und ihren Widerstand gegen Goldminen.
Brief aus Sumatra: Eure Solidarität macht uns stark!
Vier Monate nach dem Zyklon danken uns die Menschen aus Beutong im Leuser-Ökosystem. Solidarität und Nothilfe haben ihnen Kraft und Hoffnung gegeben.