Über 100.000 Unterschriften für die Rückgabe des Landes der Manjui

Ein Menschenrechtler übergibt der an ihrem Schreibtisch sitzenden Präsidentin des Indigenen-Instituts die Petition Übergabe der Petition und der Forderungen an die Präsidentin des Indigenen-Instituts von Paraguay (© Tierra Libre) Szene aus der Petitionsübergabe und des Gesprächs: 8 Menschenrechtler sitzen der Präsidentin des INDI und zwei Mitarbeitern:innen gegenüber Gespräch der Menschenrechtler mit der Präsidentin des INDI über die Lage der Manjui (© Tierra Libre)

21.09.2023

Die Gemeinde Wonta des indigenen Volkes der Manjui in Paraguay droht ihr Land zu verlieren. Viehzüchter und Holzkohlefirmen besetzen und holzen es ab. Zwar wurden die Landflächen bereits vor mehr als 25 Jahren vom paraguayischen Staat für die indigene Gemeinschaft erworben, aber nie an diese übertragen. Tierra Libre und Rettet den Regenwald fordern, das Land endlich an die Manjui zurückzugeben.

Die Organisation Tierra Libre aus Paraguay kämpft für die Rechte der indigenen Völker im Chaco. Den Behörden des südamerikanischen Landes wirft sie gravierende Nachlässigkeit bei der Rückgabe von mehr als 38.000 Hektar Land an die indigenen Manjui vor. Denen gehört das Land seit jeher und es bildet ihre Lebensgrundlage, doch nach und nach wird es von Viehzüchtern und Holzkohleproduzenten besetzt und gerodet, ohne das die staatlichen Behörden eingreifen oder etwas dagegen unternehmen.

Zum Schutz der Rechte der Manjui hat Tierra Libre am 15. September 2023 einen Protestbrief mit mehr als 104.000 Unterschriften an die neue Präsidentin des paraguayischen Indigenen-Instituts INDI, Marlene Ocampos, und ihr Anwaltsteam übergeben. Mit der öffentlichen Übergabe schaffen sie Druck, damit die Behörde die notwendigen Maßnahmen ergreift, um diese Ungerechtigkeit, die nach Ansicht der Anwälte der Manjui administrative und politische Hintergründe hat, zu beheben.

Die Unterschriften haben wir über unsere Online-Petition "Leben und Territorium für das indigene Volk der Manjui in Paraguay" in Zusammenarbeit mit Tierra Libre gesammelt. Die zentrale Forderung: die sofortige Übergabe des Landes an die Manjui-Gemeinde Wonta.

Tierra Libre hat die Anhörung auch dazu genutzt, die prekäre Situation der Manjui in der Gemeinde Wonta vorzustellen, in der etwa 430 Menschen in extremer Armut und mit hoher Kindersterblichkeit leben. Die Ursachen liegen darin, dass sie von den staatlichen Institutionen im Stich gelassen und völlig vernachlässigt werden. Aus diesen Gründen drohen die Gemeinde und ethnische Gruppe der Manjui zusammen mit ihrer Sprache und Kultur zu verschwinden.

Die Übergabezeremonie wurde von der Senatorin Esperanza Martinez, dem ehemaligen Senator Miguel Kencho Rodriguez und einem Vertreter des Koordinationsausschusses für Menschenrechte in Paraguay (CODEHUPY) begleitet:

"Die öffentliche Politik im Chaco von Paraguay zielt historisch und strukturell auf das Verschwinden dieses Volkes ab, wobei das INDI ein Hauptakteur in der Entwicklung dieser Politik ist", erklärte die Delegation, die die Anhörung und die Übergabe der Unterschriften durchführte.

Tierra Libre und Rettet den Regenwald danken allen Unterzeichnern der Petition für ihre "unschätzbare Unterstützung des indigenen Volkes der Manjui"! Wir werden Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten.

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