Klage gegen Zellstoffkonzern
Indonesien: WALHI hat vor dem Bezirksgericht Medan Klage gegen das Zellstoffunternehmen Toba Pulp Lestari eingereicht und fordert die Wiederherstellung der von der Umweltkatastrophe in Nordsumatra betroffenen Ökosysteme. Diese Interventionsklage ist wichtig, um die Lebensräume der Tapanuli-Orang-Utans und der Sumatra-Tiger wieder herzustellen und zu schützen
Seit Anfang des Jahres 2026 prozessiert das Umweltministerium Indonesiens gegen das Zellstoffunternehmen Toba Pulp Lestari. Nun ist der Umweltverband WALHI als Drittkläger in das Verfahren eingestiegen. WALHI will sicherstellen, dass Toba Pulp Lestari das gesamte Ökosystem renaturiert, das von den Folgen des Zyklons betroffen ist, und nicht nur einen geringen Teil.
Ende November 2025 hatten Erdrutsche und Überflutungen nach dem Wirbelsturm viele Regionen Sumatras zerstört. Mehr als tausend Menschen starben, Häuser, Brücken und Straßen sind bis heute zerstört. Die Folgen sind wegen der massiven Abholzung der Regenwälder so furchtbar, besonders am Oberlauf der Flüsse Batang Toru und Sibundong.
Toba Pulp Lestari hat für die Produktion von Zellstoff und Viskose am Toba-See seit vierzig Jahren große Teile Nordsumatras abgeholzt. Seit Jahren protestieren die indigenen Batak gegen das Unternehmen, doch bis zuletzt hat Toba Pulp Lestari die Bevölkerung drangsaliert und kriminalisiert. Erst nach dem Wirbelsturm hat die Regierung das Unternehmen geschlossen und das Umweltministerium hat Klage für eine Renaturierung der Umwelt eingereicht.
WALHI legt jetzt zahlreiche Dokumente vor, die den Zusammenhang zwischen Kahlschlägen, besonders im Bezirk Nord-Tapanuli, und der Katastrophe nachweisen. Nach Ansicht von WALHI gefährden die Schäden die Biodiversität und die Ökologie der gesamten Landschaft. Die Tapanuli-Orang-Utans sind ebenfalls betroffen. Wissenschaftlichen Studien zufolge könnten 33–54 dieser seltensten Menschenaffen Opfer der Zerstörungen sein.
WALHI fordert zudem die Wiederherstellung von 15.940 Hektar im Batang-Toru-Wald, in dem die Tapanuli-Orang-Utans leben, sowie eines 12.392 Hektar großen Korridors für die Sumatra-Tiger.
In der Klage fordert WALHI das Gericht auf, Toba Pulp Lestari die strikte Haftung (strict liability) für die Umweltschäden aufzuerlegen und das Unternehmen zu verpflichten, innerhalb von drei Jahren eine umfassende Umweltsanierung durchzuführen.
WALHI ist der Ansicht, dass die von der Regierung vorgeschlagene Sanierung den gesamten ökologischen Schaden nicht widerspiegelt. Daher fordert WALHI mehr Geld für die Wiederherstellung des Lebensraums der Tapanuli-Orang-Utans, des Sumatra-Tiger-Korridors und die Renaturierung der von Toba Pulp Lestari entwaldeten Flächen.
Darüber hinaus fordert WALHI das Gericht auf, das Vermögen von Toba Pulp Lestari zu beschlagnahmen, um die Umsetzung des Urteils und die Verantwortung des Unternehmens gegenüber der Umwelt und der Bevölkerung zu gewährleisten.
Die Klage hat auch historische Bedeutung. Im Jahr 1988 verklagte WALHI das Unternehmen, das damals noch Indorayon hieß. Dieser Prozess war ein Meilenstein für die Anerkennung des Klagerechts von Umweltorganisationen in Indonesien.
TPL gehört zum Zellstoffkonzern APRIL (Asia Pacific Resources International Limited) der Holding Royal Golden Eagle
Toba Pulp Lestari schließen! fordern die Einheimischen in den letzten Jahren jeden einzelnen Tag, denn die Eukalyptus-Plantagen für die Zellstofffabrik breiten sich bis in den Batang-Toru-Wald aus. Seit vierzig Jahren zerstört Toba Pulp Lestari den Regenwald, raubt den indigenen Batak ihr angestammtes Land, vergiftet Flüsse und den Toba-See und wendet immer wieder Gewalt an. https://www.regenwald.org/news/14907/dutzende-firmen-auf-sumatra-geschlossen
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