Agrosprit ist schädlich, sagen Wissenschaft und Uno

Eine Erntemaschine schneidet Zuckerrohr für Ethanol in Brasilien Zuckerrohrernte für Ethanol in Brasilien

11.10.2011

„Biosprit als klimaneutral zu behandeln wird ganz klar nicht von der Wissenschaft unterstützt“, so die Forscher. Für Agrarenergie werden die Regenwälder gerodet und durch steigende Lebensmittelpreise der Hunger auf der Welt verschärft.

168 Wissenschaftler haben Anfang Oktober in einem gemeinsamen Schreiben an die EU vor sogenanntem „Biosprit“ gewarnt. Pflanzenenergie vom Acker ist keinesfalls klimafreundlich, wie von der EU behauptet. „Biosprit als klimaneutral zu behandeln wird ganz klar nicht von der Wissenschaft unterstützt“, so die Forscher. Für Agrarenergie werden die Regenwälder gerodet und durch steigende Lebensmittelpreise der Hunger auf der Welt verschärft.

Dem schließen sich auch die Vereinten Nationen (UN) an. Zehn internationale Organisationen empfehlen den Regierungen der G-20-Länder, die Förderung von sogenanntem Biosprit zu beenden. Die Regierungen der G20-Länder sollten „in ihren nationalen Richtlinien die Bestimmungen streichen, die die Produktion und den Verbrauch von Biosprit subventionieren oder vorschreiben", so schreiben die Autoren der Studie wörtlich. Zu diesen gehören das Welternährungsprogramm (WFP) und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen, die Weltbank, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Europa (OECD) sowie sechs weitere internationale Institutionen.

Auch die von der EU in Auftrag gegebenen Expertenstudien und die internen Analysen der EU-Kommission ergeben längst, dass Agrardiesel alles andere als klimaneutral ist. Nach den Berechnungen der EU setzt Palmöl 105 Gramm CO2 pro Megajoule Energie frei, Soja 103 Gramm und Raps 95 Gramm. Fossiler Diesel dagegen nur 84 Gramm.