USA: Gericht bestätigt Rekordstrafe für Chevron

Mann hat ölverschmierte Amazonaserde in der Hand Erdöl vergiftet Amazonas (Foto: http://thepeoplesrecord.com)

11.10.2012

Der Oberste Bundesgerichtshof in den USA hat Chevrons Antrag auf Straferlass im Fall der enormen Ölverseuchung im ecuadorianischen Amazonas abgewiesen. Der US-Ölkonzern wurde vom Staat Ecuador auf Schadensersatz von 19 Milliarden US-Dollar verurteilt. Chevron versuchte sich mit dem nun gescheiterten Antrag den Strafvollzug blockieren zu lassen - und verlor.

Mit diesem Urteil muss sich Chevron seiner Verantwortung stellen und für die großräumige Verschmutzung des Regenwalds und Vergiftung seiner Ureinwohner Entschädigung zahlen. Somit erbte Chevron die Altlasten des von ihm aufgekauften Unternehmens Texaco. Zwischen 1963 und 1992 war Texaco in Ecuador tätig und förderte Erdöl im östlichen Amazonasgebiets des Landes. Über Jahre entließ der Konzern dabei Milliarden Tonnen an giftigen Abfallprodukten in die Umwelt. Die Region Lagio Agrio wurde auf mindestens 1.500 Quadratkilometern kontaminiert und wird auch das "Tschernobyl Amazoniens" genannt.

Der Giftmüll von Texaco zerstörte Pflanzen- und Tierwelt, vergifteten Böden und Gewässer. Bei den indigenen Gruppen in dem Gebiet stiegen die Krebserkrankungen erheblich an. Daraufhin verklagten die betroffenen Gemeinden den Ölkonzern und bekamen im Januar 2012 Recht. Ecuador verdonnerte Chevron zu einem Schadensersatz in Rekordhöhe von 19 Milliarden US-Dollar. 

Chevron legte bei einem US-Gericht Einspruch ein und bekam zunächst Recht. Der Oberste Bundesgerichtshof der USA kassierte nun diese Entscheidung und bestätigte die Milliarden-Strafe für Chevron. Ein wegweisendes Urteil für andere von Bergbau und Ölförderung betroffene indigene Gruppen.