Biosprit noch klimaschädlicher als gedacht

Palmölfabrik mit rauchenden Schornsteinen Palmöl-Fabrik in Südostasien (© SOB)

13.03.2013

Forscher untersuchten die C02-Emissionen auf Ölpalm-Plantagen, für die zuvor Torfmoor-Regenwald gerodet wurde. Das Ergebnis ist alarmierend: Für die Produktion von Biodiesel entweicht wesentlich mehr klimaschädliches Gas als bisher vermutet

Seit langem ist bekannt, dass die Abholzung der Torfregenwälder in Südostasien den Klimawandel verstärkt. Wissenschaftler haben nun nachgewiesen, dass die dabei freigesetzten CO2-Emissionen um 22 Prozent höher sind, als in früheren Studien errechnet. Diese haben meist lediglich ermittelt, wie viel CO2 aus den oberen Torfschichten freigesetzt wird, wenn die viele Meter dicken Lagen organischen Materials entwässert und trockengelegt werden. Erst dann lassen sich dort Ölpalm-Monokulturen für die Lebensmittelindustrie und die Produktion von so genanntem Biodiesel anbauen.

Vernachlässigt wurde bei den früheren Untersuchungen, dass nicht nur die Zersetzung des festen Torfes an der Oberfläche CO2 freisetzt, sondern auch große Mengen an im Wasser gelöstem Kohlenstoff die Moore über die Entwässerungskanäle verlassen. In den nachfolgenden Flüssen entweicht der Kohlenstoff dann gasförmig als CO2 in die Luft. Dieser im Wasser gelöste fossile, d.h. aus den weiter unten liegenden Tausende Jahre alten Torfschichten stammende Kohlenstoff macht nach der neuen Studie über 91 Prozent des gesamten Kohlenstoffs aus. Die durch den Menschen verursachte Zunahme der CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre gilt als Hauptursache der globalen Klimaerwärmung.

Die weltweiten Torfmoore speichern 89.000 Terragramm (1Tg = 1 Mrd. Kilogramm) Kohlenstoff im Boden, 65 Prozent davon liegen in Indonesien. Das Land ist Palmöl-Exportmeister; auf mehr als neun Millionen Hektar Land wachsen dort die Ölpalm-Monokulturen – vor allem in Sumatra, Borneo und West-Papua. Geplant sind in naher Zukunft 26 Millionen Hektar.

Unsere Ergebnisse zeigen schon jetzt: Wenn wir intakte Regenwälder auf Torfmooren zerstören und sie in industrielle Plantagen verwandeln, tragen wir zu dem Problem bei, das wir eigentlich zu lösen versuchen“, sagte Chris Freemann, einer der Autoren der Studie.

 

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