Kamerun: Regierung stoppt Regenwaldrodung

Ein Mann beobachtet einen Bulldozer im Regenwald Jetzt ruhen die Bulldozer im Regenwald

19.05.2013

Die US-Firma Herakles Farms will für ihre riesiges Palmöl-Projekt 70.000 Hektar Regenwald vernichten. Die Rodungen haben bereits begonnen, allerdings illegal. Nun haben die Behörden die Aktivitäten des Konzerns gestoppt und die Holzfällermaschinen im Regenwald beschlagnahmt. Herakles Farms musste nun sämtliche Arbeiten einstellen

"Auf Anweisung des Ministeriums für Forstwirtschaft und Wildtiere (MINFOF) der kamerunischen Regierung hat Herakles Farms die Arbeiten in Kamerun eingestellt", schreiben die New Yorker Palmölspekulanten in einer Pressemitteilung auf ihrer Firmenseite.

Für den Regenwald in Afrika und die dort lebenden Menschen und Tiere ist die Meldung eine gute Nachricht. Das Gebiet liegt im Südwesten des Landes direkt zwischen dem Korup Nationalpark und drei weiteren Schutzgebieten, in denen bedrohte Tiere wie Waldelefanten, Schimpansen und Drill-Affen leben.

Rettet den Regenwald unterstützt bereits seit drei Jahren die Menschen in dem Gebiet. Denn dort leben 16.000 Kleinbauern in 56 Dörfern. Sie drohen ihr angestammtes Land und ihren Lebensunterhalt zu verlieren. Mit zwei Protestaktionen und Spendengeldern für Workshops, einen Rechtsanwalt und zwei Gerichtsklagen hat der Verein schon geholfen. Auch die Richter hatten bereits den sofortigen Stopp sämtlicher Rodungen angeordnet.

Derzeit prüft die Regierung die sozialen Auswirkungen des Palmölprojekts. Ein bereits veröffentlichter Inspektionsbericht des Forst- und Wildtierministeriums in Kamerun zeigt, mit welchen Methoden Herakles Farms vorgeht: Die Firma verstößt massiv gegen Gesetze und Menschenrechte, holzt illegal die Wälder ab und versucht auch mit großem Druck, sich in angrenzenden Regenwaldgebieten Landflächen anzueignen.

Im April hatten das amerikanische Oakland Institut und Greenpeace in einer Studie aufgedeckt, wie die Palmölspekulanten nicht nur die lokalen Einwohner sowie Behörden und Politiker austricksen und über den Tisch ziehen, sondern auch die Geldgeber für das Palmölprojekt. Demnach betrügt, besticht und hintergeht Herakles Farms systematisch die Menschen und Gesetze und soll Briefumschläge mit Bestechungsgeldern an Politiker und lokale Schlüsselpersonen verteilen, um sich deren Zustimmung zu erkaufen. Den Investoren hingegen werden fehlende Genehmigungen verschwiegen und mit völlig unrealistischen Erträgen hinters Licht geführt.

Wie ursprünglich interne Firmendokumente belegen, spielen Tropenhölzer eine wichtige Rolle bei dem Landraub. In dem Regenwaldgebiet stehen mehrere Millionen Kubikmeter Holz mit einem Marktwert von mindestens 70 Millionen US-Dollar. Mit dem Holzeinschlag will die Firma schnell Kasse machen. Für die Pacht des Landes über 99 Jahre soll Herakles Farms lediglich einen US-Dollar pro Hektar und Jahr zahlen.

Noch ist es nicht zu spät. Bisher hat die Firma nur einige Dutzend Hektar Wald abgeholzt, um dort Ölpalmsetzlinge zu züchten und einige Zufahrtsstraßen anzulegen. Das letzte Wort hat jetzt Kameruns Präsident Paul Biya. Rettet den Regenwald fordert, dass der Regierungschef das skandalöse Palmölprojekt endgültig stoppt und ablehnt.

RdR-Protestaktion: Kamerun - Palmölprojekt bedroht Menschen und Regenwald

RdR-Erfolg: Kamerun: Gericht stoppt Waldrodung

Weitere Informationen auf Englisch:

Inspektionsbericht des Forst- und Wildtierministeriums: Report Fact finding mission on Herakles Farms (SGSOC) oil palm plantation project, February 2013

Studie des Oakland Instituts: Herakles exposed: The truth behind Herakles Farms false promises in Cameroon