Palmöl-Aktivist ermordet

Jopi Peranginangin sitzt mit zwei kleinen Jungen am Strand und lacht in die Kamera Eines der letzten Fotos von Jopi Peranginangin, gepostet auf seiner Facebook-Seite im April (© posted this photo to his Facebook)

27.05.2015

Sein Buch über die Korruption im indonesischen Palmölgeschäft hatte Jopi Peranginangin gerade beendet – es soll Ende Mai in den Druck gehen. Am 23. Mai wurde der 39-jährige Menschenrechtler und Umweltschützer in Jakarta von einem Soldaten erstochen.

Jopi Peranginangin hat sein Leben dem Schutz der Regenwälder und der Rechte der indigenen Bevölkerung gewidmet. Er beschäftigte sich vor allem mit der rasanten Ausbreitung der Palmölplantagen und ihren Folgen für die betroffenen Menschen und ihre Natur.

So arbeitete Jopi Peranginangin für Greenpeace und die nationale Vertretung der Indigenen (AMAN) und war seit Januar 2013 Kampagnen-Chef bei der indonesischen Organisation Sawit Watch, die die Entwicklung der industriellen Palmölplantagen kritisch beobachtet.

„Jopi hat untersucht, in welchem Ausmaß die Korruption für die massive Ausbreitung der Palmölplantagen verantwortlich ist“, sagt Sawit Watch-Direktor Jefri Saragih. „Und er fand heraus, dass bei der Vergabe von Konzessionen sehr oft Korruption im Spiel ist.“

Sein Buch zu diesem Thema hatte Jopi Peranginangin gerade beendet – es soll Ende Mai in den Druck gehen. Für dieses Buch, so Jefri Saragih, hat Jopi so gut wie alle Plantagen in Nord-Kalimantan auf Borneo und auf der Insel Sulawesi unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Bei der Vergabe von Genehmigungen wird massenhaft bestochen.

„Wir wissen noch nicht, ob der Mord an Jopi mit seiner Arbeit zusammenhängt“, so der Sawit Watch-Chef. „Aber es ist durchaus möglich. Denn Jopi nennt in seinem Buch auch Namen.“

Der Mord an Jopi Peranginangin geschah in den frühen Morgenstunden des 23. Mai auf dem Parkplatz vor einer Bar in Jakarta. Ein Augenzeuge berichtet, dass Jopi einen Streit schlichten wollte, den ein Unteroffizier des Militärs begonnen hatte. Daraufhin drehte der Soldat durch und stieß Jopi ein Messer in den Rücken. Der Notarzt im Krankenhaus konnte den 39-jährigen Umweltschützer nicht mehr retten.

Der Mörder ist inzwischen identifiziert, aber noch nicht gefasst. Zusammen mit Jopi Peranginangins Freunden und Kollegen fordert Rettet den Regenwald, den Soldaten vor Gericht zu stellen und den Hintergrund der Tat vollständig aufzuklären.

Immer wieder werden Umweltschützer bedroht, zusammengeschlagen und ermordet, weil sie sich gegen Landraub, Vertreibung und die Abholzung ihrer Regenwälder für Palmöl wehren. Und sehr oft sind Soldaten und die als besonders brutal geltende Spezialeinheit der Polizei beteiligt.

Schon heute wuchern in Indonesien auf 14 Millionen Hektar industrielle Palmölplantagen, so Sawit Watch. Bis 2025 sollen es laut Landwirtschaftsministerium 26 Millionen Hektar sein. Davon sind rund 9 Millionen Hektar allein für die Herstellung von Biosprit für den indonesischen Markt geplant.

Rettet den Regenwald fordert die Regierung von Präsident Joko Widodo auf, die Ausbreitung der Palmölplantagen und der mit ihr verbundenen Naturzerstörung und Menschenrechtsverletzungen zu beenden. Bitte beteiligen Sie sich an unserer Petition gegen die massive Förderung von Biosprit in Indonesien.