Brasilien: Indigene blockieren Straßen im ganzen Land

Yanomami mit Kind Die Yanonami sind eins der 240 Indianervölker Brasiliens ( © Wikimedia/Cmacauley (CC BY-SA 3.0) ) (© Wikimedia/Cmacauley (CC BY-SA 3.0))

28.10.2015

Am Wochenende haben in mehr als der Hälfte der brasilianischen Bundesstaaten Indigene Straßenblockaden errichtet und gegen die geplante Verfassungsänderung PEC 215 protestiert.

In allen Landteilen Brasiliens haben am Wochenende Indianer erneut gegen die geplante Verfassungsänderung PEC 215 protestiert. Vor dem Sitzungssaal in der Hauptstadt Brasilia, in vielen anderen Städten, aber auch auf Landstraßen demonstrierten die Ureinwohner gegen die drohende Umweltzerstörung und den Verlust ihres angestammten Lands. Sie forderten auch die Absetzung der Landwirtschaftsministerin Katia Abreu und der Präsidentin des Landes, Dilma Roussef.

Bereits seit 15 Jahren kursiert die Verfassungsänderung PEC 215 im parlamentarischen Verfahren. Mehrfach gab es Vorstösse von Lobbyisten aus dem Agrar- und Industriesektor, PEC 2015 durchzubringen. Und mehrfach verschwand die Vorlage im Archiv, um dann später wieder aus der Schublade gezogen zu werden.

Trotz der landesweiten Proteste ist die geplante Verfassungsänderung PEC 215 gestern ein kleiens Stück vorangekommen. Ein Ausschuss der Abgeordnetenkammer hat am Dienstag nach erhitzten Debatten und mehrfacher Unterbrechung der Sitzung dem umstrittenen Reformpaket zugestimmt.

Ob und wann die Abgeordneten der beiden Kammern des Parlaments (Senat und Abgeordnetenkammer) darüber abstimmen werden, ist unklar. Offenbar fürchten die Politiker den heftigen Widerstand und das endgültige Scheitern der Abholzerinitiative. Mindestens 308 Mitglieder der Abgeordnetenkammer und 49 Senatoren müssten der Verfassungsänderung PEC 2015 zustimmen. Die Indigenen werden dagegen weiter protestieren.

Ausführliche Informatioen über die Proteste gegen PEC 215 auf der Webseite des Instituto Socioambiental (auf portugiesisch)