Stoppt Palmöl: Orang-Utans sterben sonst aus

EU Biosprit Politik zerstört die Regenwälder Palmöl bringt Orang-Utans auf Borneo und Sumatra an den Rand des Aussterbens (© Composer/Fotolia + Shebalso/Flickr - Montage: Rettet den Regenwald)

13.07.2016

Borneos Orang-Utans gelten ab sofort als „critically endangered“. Die Tierart könnte in wenigen Jahren ausgestorben sein, warnt die Weltnaturschutzunion. Schuld ist auch die Biospritpolitik der EU, weil für Palmöl der Lebensraum der Tiere zerstört wird. Die Orang-Utans können nur gerettet werden, wenn keine Wälder mehr vernichtet werden.

1973 lebten auf Borneo noch 288.500 Orang-Utans, 2025 werden es allenfalls noch 47.000 sein, schätzt die Weltnaturschutzunion (IUCN). Das ist ein Einbruch um 84 Prozent. Zahlenangaben über den Bestand der Tiere schwanken jedoch erheblich. Da Orang-Utan-Weibchen nur alle sechs bis acht Jahren ein Junges zur Welt bringen, ist der dramatische Rückgang selbst bei konsequentem Schutz nur schwer aufzuhalten.

Neben Jagd ist die Zerstörung und Zerstückelung des Lebensraums der Tiere die wichtigste Ursache. Auf Borneo werden große Regenwaldgebiete für Palmöl-Plantagen vernichtet. Ein großer Teil des Palmöls wird in Europa zu Biodiesel verarbeitet. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist somit mitschuldig am Desaster auf Borneo.

Laut IUCN ist die Lage der Orang-Utans jedoch nicht hoffnungslos. Studien zeigen, dass die Tiere besser in degradierten Wäldern überleben können als bisher angenommen. Diese Flächen müssen daher ebenso geschützt werden wie unberührte Regenwälder. Außerdem dürfen keine Wälder mehr vernichtet werden.

Auch die Orang-Utans auf Sumatra sind vom Aussterben bedroht (critically endangered).

Der WDR dokumentiert in der Reportage "Wir tanken Regenwald - Die Lüge vom Öko-Diesel" den Zusammenhang zwischen der Biospritpolitik der EU, der Regenwaldvernichtung und der Gefahr für die Orang-Utans. Sendedaten finden Sie bei uns unter Termine. Der Beitrag steht auch in der WDR-Mediathek.