US-Behörde stuft Glyphosat ("Roundup") als krebserregend ein

Ein Totenkopfprint mit Besteck-Knochen über den toten Feldern Glyphosat macht krank

27.06.2017

Die Behörde für Gesundheit und Umwelt in Kalifornien hat entschieden, Glyphosat als krebserregend einzustufen. Im Juli werde Glyphosat, die wirksame Substanz in Totalherbiziden wie Roundup von Monsanto, auf die staatliche Liste der krebserregenden Chemikalien gesetzt.

Die Behörde für Gesundheit und Umwelt in Kalifornien hat entschieden, Glyphosat als krebserregend einzustufen. Am 7. Juli 2017 werde Glyphosat auf die staatliche Liste der krebserregenden Chemiklalien gesetzt: Monsantos Anfechtung vor Gericht wurde abgewiesen, teilte die Behörde am 26. Juni 2017 mit.

Monsante bezeichnete die Entscheidung als "ungerechtfertigt auf der Basis von Wissenschaft und Gesetz" und kündigte wie üblich an, gegen die Entscheidung vorzugehen. Für den US-amerikanischen Pestizid- und Gentechnikkonzern Monsanto bedeutet die Entscheidung einen weiteren Rückschlag.

EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis hat dagegen die weitere Zulassung des Totalherbizids Glyphosat in der EU in Aussicht gestellt. Diese läuft Ende des Jahres aus. Die deutsche Bundesregierung und die Europäische Union (EU) geben anscheinend erneut dem massiven Lobbydruck, den Werbekampagnen und Gerichtsklagen des US-Konzerns nach. 

Am 13. Juni 2017 erklärte der EU-Kommissar vor dem Europaparlament, bzgl. Glyphosat gebe es eine "Konvergenz der wissenschaftlichen Meinungen". Daran müsse sich die Kommission halten und die Zulassung des Mittels verlängern. Im Gegensatz dazu bewertet der Bundesstaat Kalifornien den Schutz der Gesundheit und Umwelt offenbar höher, als die Geschäftsinteressen der Chemiekonzerne und der Agrarlobby.

EU Parlamentarier haben bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Beschwerde eingereicht. Die EFSA habe ihre Beurteilung auf der Basis von unveröffentlichten Studien von Monsanto getroffen, die die Unbedenklichkeit von Glyphosat bescheinigen sollen. Geheime Wissenschaft sei schlecht für die Gesundheit, so die Abgeordneten.

Der deutsche Chemiekonzern Bayer will mit einem Übernahmeangebot von umgerechnet etwa 60 Milliarden Euro mit Monsanto fusionieren. Schon Ende 2017 will Bayer den Zusammenschluss abschliessen. Bis zum 30. Juni 2017 muss der Konzern die Übernahmepläne in Brüssel einreichen.

Rettet den Regenwald fordert: Die europäischen Kartellbehörden und die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager müssen die Hochzeit der Agrarchemie- und Gentechnikgiganten stoppen.