Bulldozer gestoppt – Hoffnung für den Bergwald von Kinipan

Indigene Dayak Tomun im Kinipan-Wald Die Dayak Tomun wollen den Bergwald von Kinipan erhalten (© Mahendra Safrudin)

07.03.2019

Auf Borneo halten die Dayak seit Monaten die Bulldozer einer Palmölfirma auf. Ermutigt durch diesen Erfolg sind sie zuversichtlich, auch die nahegelegenen Bergwälder zu bewahren, obwohl die Holzfäller wieder da sind.

März 2019 in Kinipan, Borneo: „Wir schützen unsere Wälder!“ entschlossen stehen die Dayak Tomun vor ihrem Wald bei Kinipan. Die Transparente „Schützt den Wald von Kinipan“ sind so lang, dass viele Hände benötigt werden, sie zu halten. Reporter von großen indonesischen Tageszeitungen sind den langen Weg von Jakarta bis hinauf in die Berge gefahren. Mehrere Rechtsanwälte haben sich in die amtlichen Dokumente vertieft. Die Petition der Dorfleute ist mit Hilfe von Rettet den Regenwald international verbreitet worden, und indonesische Organisationen haben sich mit den Menschen von Kinipan solidarisiert.

Monatelang haben die Dayak Tomun die Bulldozer einer Palmölfirma aufgehalten. Protestbriefe an die Firma und Eingaben an die Behörden verhallten zuerst ungehört. Doch im Oktober 2018 hatten die Dayak Tomun genug. Sie alarmierten Save Our Borneo und andere Umweltgruppen. Da hatte Firma SML bereits Tausende Hektar Wald bei Kinipan abgeholzt.

Gemeinsam beschlossen die Indigenen mit NGOs eine wirkungsvolle Kampagne mit friedlichen Protesten, Informationen und Petitionen. 

Und sie hatten Erfolg. Der Widerstand der Bevölkerung und unsere Petition mit über Hunderttausend Unterschriften haben die Firma gebremst. Seit Oktober 2018 ruhten die Abholzungen, die Hälfte des Waldes schien gerettet. Die Dayak Tomun haben die Maschinen mehrere Monate lang aufhalten können.

Doch jetzt rücken die Bulldozer wieder an. Die Ruhe vor dem Sturm scheint vorbei. Die Dayak Tomun von Kinipan sind umso entschlossener. Jetzt intensivieren sie ihre Kampagne mit Aktionen und Videos, mit der Hilfe von Rechtsanwälten und Umweltgruppen, denn es geht um mehr als um den Wald von Kinipan. Es geht um alle artenreichen Wälder in Borneos Bergen. 

Falls hier beim Ort Kinipan die erste Plantage entsteht, dann könnte auch der Bergregenwald am Fuße des Schwaner-Gebirges gefährdet sein, fürchten Umweltschützer.

Deshalb ist der Widerstand der Bewohner von Kinipan so wichtig!

Auf Drohnenaufnahmen der Organisation Save Our Borneo ist zu sehen, dass die gerodeten Hänge bereits terrassiert wurden. Ölpalmensetzlinge wachsen dort, wo vor einem Jahr Regenwald stand.

Die Umweltschützer sind alarmiert, weil die Firma offenbar eine neue Methode der Terrassierung anwendet. Sie soll Erosion vorbeugen. Ist die Methode erfolgreich, wäre der Anbau von Ölpalmen auch an steilen Hängen möglich.

Kinipan, 150-250 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, fungiert dabei wie ein Tor ins Gebirge mit seinen Urwäldern. Das wollen die Dayak mit aller Kraft vermeiden. Sie wollen den Wald von Kinipan und darüberhinaus den Bergregenwald Borneos schützen. 

Die Bewohner von Kinipan sind unermüdlich. Sie lassen sich nicht entmutigen und wehren sich weiter gegen die Zerstörung der Wälder. https://www.facebook.com/SOBinfomedia/videos/363155827869714/?v=363155827869714

„Akzeptiert niemals Palmölplantagen!“, ermutigt Bauer Wardian, einer der Anführer der Regenwaldschützer am Sembuluh-See, die Indigenen. https://www.facebook.com/SOBinfomedia/videos/2277833675797177/?v=2277833675797177