Auftragsmord auf einer Palmölplantage

Palmölplantage in Indonesien Palmölplantage in Indonesien (Symbolbild) (© Anouk / FOE NL)

11.11.2019

Auf Sumatra soll der Besitzer einer Palmölplantage die Ermordung zweier Journalisten und Landrechtsaktivisten in Auftrag gegeben haben. Hintergrund ist offenbar ein Streit um Land zwischen der Firma PT Sei Alih Berombang und Kleinbauern.

Medienberichten zufolge hat die Polizei in Nord-Sumatra (Indonesien) den Plantagen-Eigner Wibharry P. und vier weitere Personen festgenommen. Nach drei Verdächtigen werde noch fahndet.

Die beiden Opfer Maraden Sianipar and Maratua P. Siregar waren Journalisten und Landrechts-Aktivisten. Sie sollen Dorfbewohner in einem Landstreit mit der Plantagenfirma PT Sei Alih Berombang unterstützt haben. Ihre Leichen wurden am 30. Oktober in einem Graben gefunden und wiesen zahlreiche Stichwunden auf. Die Fundorte liegen nahe der Plantage.

Journalisten und Aktivisten leben in Indonesien gefährlich. Das Land steht auf der Rangliste der Pressefreiheit der Organisation Reporter ohne Grenzen auf Platz 124 von 180 Ländern. Vor kurzem sorgte der gewaltsame Tod des Umweltschützers Golfrid Siregar weltweit für Entsetzen.

Wibharry P. soll zunächst rund 1.000 US-Dollar für die Ermordung eines Bauern bezahlt haben, der aber offenbar noch am Leben ist. Womöglich, weil Wibharry P. stattdessen den Tod des Journalist Maraden gefordert hat. Nach der Tat sollen die Beteiligten zusätzlich mit insgesamt 2.000 Dollar bezahlt worden sein. P. bestreitet die Verwicklung in die Tat. Er sei auch nicht Eigentümer der Plantage.

Die Journalisten haben sich offenbar mit einigen der jetzt Tatverdächtigen auf der Plantage getroffen. Dort ist es laut Polizei zur tödlichen Auseinandersetzung gekommen.