Nicht für Alumi­nium ausrotten!

Zwei Antilopen Antilopen in Ghanas Wäldern und Savannen (© Bernard Dupont CC BY-SA 2.0)

Fahrräder, Fenster und Verpackungen – Aluminium macht unser Leben leichter. Zugleich richtet es schweren Schaden in Regenwäldern an. In Ghana hat die Firma Exton Cubic Group eine Lizenz bekommen, Flächen für den Abbau von Bauxit zu verwüsten. Ausgerechnet im einzigartigen Tano Offin Forest. Bitten fordern Sie den Schutz der Wälder.

Appell

An: Präsident der Republik Ghana John Dramani Mahama

„Eine Lizenz zum Abbau von Bauxit gefährdet die Tano Offin Forest Reserve. Sie muss sofort zurückgenommen werden.“

Ganzes Anschreiben lesen

Ein grünes Blätterdach überspannt die Hügel des Tano Offin Forest Reserve. Weitgehend unberührt von Menschenhand leben hier mehr Tier- und Pflanzenarten als anderswo. Die über 41.000 Hektar große Fläche gehört zu Ghanas „Gebieten der Biodiversität von globaler Bedeutung“. Dass im Untergrund Bauxit lagert, könnte sich jedoch zum Fluch für die Natur entwickeln.

Umweltschützer haben aufgedeckt, dass am 10. Juni eine Lizenz zum Bauxit-Bergbau an die Exton Cubic Group vergeben wurde. Journalisten in Kyeriaso hatten bereits zwei Tage zuvor erste Baumaschinen entdeckt. Es seien Straßen zum Waldschutzgebiet instandgesetzt worden, auch Rodungen sollen begonnen haben, berichten Umweltschützer. Die Bergbaufirma schafft offenbar Fakten. Zudem scheint sie auch in das Waldschutzgebiet Fure River zu drängen.

Es liegt nahe, dass die Lizenzvergabe von höchsten Stellen protegiert wurde: 50 Prozent der Firmenanteile soll Michael Mahama, ein Bruder des Präsidenten, halten.

Ghana hat sich bereits im Jahr 1992 verpflichtet, für den Schutz der Artenvielfalt einzutreten. Lässt die Regierung jetzt zu, dass die Tano Offin Forest Reserve für Bergbau geplündert wird, missachtet sie dieses Versprechen erneut. Schon heute gehört Ghana zu den Ländern mit dem höchsten Waldverlust weltweit. Jährlich verschwinden 2,19 Prozent der Wälder.

28 ghanaische Organisationen fordern deshalb in einem Brief an Präsident John Dramani Mahama, der einem UN-Gremium zu den Sustainable Development Goals vorsitzt, die Rücknahme der Bergbau-Lizenz.

Bitte sagen Sie dem Präsidenten: Zieht die Regierung die Bergbaugenehmigung nicht zurück, opfert sie nicht nur die Tano Offin Forest Reserve, sondern verspielt auch ihre internationale Glaubwürdigkeit.

Bitte unterschreiben Sie diese Petition, die mit Organisationen in Ghana abgestimmt wurde.

An­schreiben

An: Präsident der Republik Ghana John Dramani Mahama

Präsident John Dramani Mahama,

die Tano Offin Forest Reserve im Distrikt Atwima Mponua in der Ashanti Region ist in akuter Gefahr. Am 10. Juni hat die Exton Cubic Group die Lizenz zum Abbau von Bauxit innerhalb des Schutzgebietes erhalten. Nachforschungen von Umweltschützern am Boden haben ergeben, dass bereits Straßen in der Tano Offin Forest Reserve instandgesetzt wurden und Rodungen im Schutzgebiet begonnen haben.

Die Bergbaulizenz wurde entgegen der Bedenken der Forestry Commission und der Minerals Commission vergeben. Sie ist daher fragwürdig und sicherlich kein Beispiel von guter Regierungsführung. Umweltschützer fürchten, dass die Lizenz für die Exton Cubic Group kein Einzelfall ist. Mindestens zwei weitere Konzessionen in Waldschutzgebieten seien in Vorbereitung.

Bergbau in Forest Reserves wird die alarmierend hohe Rate von Waldvernichtung im Land verschlimmern und ganze Ökosysteme, die Biodiversität und den Gewässerhaushalt erheblich schädigen. Bereits heute gehört Ghana zu den Ländern mit der höchsten Entwaldungsrate weltweit.

Präsident John Dramani Mahama, Sie setzen sich öffentlich und auf der Ebene der Vereinten Nationen für die Sustainable Development Goals ein. Wenn Sie die Vernichtung der Tano Offin Forest Reserve nicht verhindern, entwerten Sie dieses Engagement.

Gemeinsam mit Umweltschützern aus Ghana bitten wir Sie:

Widerrufen Sie die Genehmigung für die Exton Cubic Group zum Abbau von Bauxit in der Tano Offin Forest Reserve. Verhindern Sie jeglichen Bergbau in Schutzgebieten.

Mit freundlichen Grüßen

5-Minuten-Info zum Thema: Aluminium

Die Ausgangslage – Aluminium, das Alltagsmetall

Rostfrei, leicht formbar und bei gleicher Festigkeit nur halb so schwer wie Stahl – diese Produkteigenschaften sind es, die Aluminium im Konstruktions- und Transportbereich so beliebt machen. Mehr als die Hälfte der weltweiten Aluminiumproduktion fließt in diese Sektoren. In Deutschland ist die Autoindustrie der größte Aluminiumverbraucher: Rund 150 Kilogramm des Leichtmetalls sind in jedem PKW verbaut.

Etwa 20% des Aluminiums stecken in Verpackungen: In Kaffeekapseln, Konservendosen und Joghurtdeckeln punktet das Metall durch seine Lichtundurchlässigkeit und Geschmacksneutralität.
Aluminium wird außerdem als Antitranspirant in Deos eingesetzt, reguliert die Beschaffenheit von Cremes und ist Bestandteil von Medikamenten.

Die Nachfrage nach dem Alleskönner Aluminium ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Mit verheerenden Folgen.

Die Auswirkungen – Aluminium, der rote Tod

Zwar ist Aluminium das häufigste Metall der Erdkruste, jedoch kommt es nur in gebundener Form vor. Die Herstellung des glänzenden Aluminiums aus dem Ausgangsmaterial Bauxit bringt zahlreiche Umweltprobleme mit sich:

  1. Regenwaldrodungen für den Bauxitabbau
    Ein großer Teil der Bauxitvorkommen lagert in den Regenwaldländern. Um an die dünne Gesteinsschicht unter der Erdoberfläche zu gelangen, werden in Australien, Indonesien, Brasilien und Guinea riesige Waldflächen gerodet und der Boden abgetragen. Im brasilianischen Porto Trombetas wird Jahr um Jahr eine Fläche in der Größe von 250 Fußballfeldern gerodet, um Platz für den Bauxitabbau zu machen.

  2. Giftige Abfallprodukte
    In aufwendigen chemischen Verfahren wird aus dem Bauxit Aluminium gewonnen. Dabei fallen pro Tonne Aluminium bis zu vier Tonnen giftiger, durch eisenreiche Verbindungen rotgefärbter, Schlamm an. Gelagert wird der sogenannte Rotschlamm in riesigen, offenen Auffangbecken. Regelmäßig kommt es zu Lecks oder Dammbrüchen der Deponiebecken; dann überströmen die stark ätzenden Schlammassen oft ganze Dörfer. Toxische Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Quecksilber verwandeln vormals lebendige Flüsse in giftige Todeszonen. Doch auch ohne große Unfälle kommt es zum Eintrag von Umweltgiften in Luft, Böden und Gewässern: Die in der Umgebung von Minen und Aluminiumfabriken lebenden Menschen klagen über verseuchtes Trinkwasser, Hautkrankheiten und Fischsterben.

  3. Hoher Energieverbrauch bei der Weiterverarbeitung
    Um eine Tonne Aluminium herzustellen, werden 15 Megawatt-Stunden Strom benötigt – so viel wie ein 2-Personen-Haushalt in fünf Jahren nutzt. Die energieaufwendige Aluminiumproduktion lohnt sich wirtschaftlich nur, wenn sehr viel sehr günstiger Strom zur Verfügung steht. Hierfür werden zum Beispiel in Brasilien gigantische Wasserkraftwerke errichtet und das Land indigener Gemeinden geflutet.

Die negativen Auswirkungen von Aluminium sind nicht nur in den Produktionsländern zu spüren. In Alltagsprodukten bedroht das Metall auch unsere Gesundheit: Aus Aluminiumfolie gelöste Salze, ebenso wie die Alubestandteile in Deodorants und Medikamenten, können sich in unserem Körper anlagern und stehen im Verdacht, Krebs und Alzheimer auszulösen.

Die Lösung – Unverpackt gut

Aluminium ist in unserem Alltag allgegenwärtig. Die Aluminiumproduktion ist zwischen 2009 und 2016 um knapp 60% auf 58,3 Millionen Tonnen pro Jahr angestiegen – nicht zuletzt für Produkte des täglichen Lebens. Gerade deshalb besteht ein großes Einsparpotential.

  1. Selbst gemacht und clever verpackt: Gemüsedöner in Aluminiumfolie, Müsliriegel in Mehrschichtverpackungen - Gerade das Essen für unterwegs kommt oft im Alu-Mäntelchen daher. Snacks für Büro und Schule lassen sich mit ein bisschen Planung zu Hause vorbereiten. Wer Brotboxen statt Alupapier zum Verpacken verwendet und Mehrwegflaschen (mit selbst zubereitetem Eistee) der Getränkedose vorzieht, kann viel Verpackungsmüll einsparen.

  2. Kaffee ohne Kapselmüll: Ein Kilogramm Kapselkaffee kostet den Verbraucher bis zu 80 €. Ein teures Vergnügen – auch für die Umwelt. Für sechs bis sieben Gramm Kaffee werden bis zu drei Gramm Verpackungen gebraucht. 8.000 Tonnen Kapselmüll fallen in Deutschland pro Jahr an. Günstiger und umweltschonender brüht man Kaffee mit einer Durchdrückkanne (French Press) oder einer Espressomaschine aus Edelstahl für die Herdplatte. Für Vieltrinker lohnt sich ein Vollautomat.

  3. Ein zweites Leben: Nicht immer lassen sich Aluminiumhüllen vermeiden. Der Rohstoff aus Medikamentenverpackungen & Co. kann aber theoretisch unbegrenzt wiederverwendet werden – sofern er von uns richtig entsorgt wird (Gelber Sack/ Gelbe Tonne).

  4. Weiternutzen statt wegwerfen: Computergehäuse, Alu-Regal, Teppichleisten – das Metall steckt in zahlreichen Haushaltsgegenständen. Wer in hochwertige Produkte investiert und diese so lange nutzt wie möglich, kann seinen Aluminium-Fußabdruck verringern.

  5. Unterwegs ohne Aluminium-Auto: Die bis zu 150 Kilogramm Aluminium, die in einem Auto verbaut sind, können ein gutes Argument gegen einen Neuwagen und für den Umstieg auf Fahrrad, Bus und Bahn sein.

  6. Gesund ohne Aluminium: Wer den eigenen Körper schützen möchte, greift auf alufreie Naturkosmetik zurück und wählt ein Deo ohne Aluminiumsalze (z.B. auf Natronbasis). Für Medikamente mit Aluminium (z.B. gegen Sodbrennen) können Apotheker oft Alternativen empfehlen. Keinesfalls sollten säurehaltige Lebensmittel in Aluminiumfolie gelagert werden: schädliche Aluminiumsalze könnten in die Lebensmittel übergehen, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung.

  7. Unterrichten und Unterzeichnen: Was haben Kaffeekapseln mit Regenwaldzerstörung zu tun? Die Weitergabe von Informationen von unserer Website oder aus dem Regenwaldreport hilft, über die Gefahren von Aluminium aufzuklären. Sinkt die Nachfrage nach den Produkten, können die Unternehmen zum Umdenken bewegt werden. Online-Proteste üben zusätzlichen Druck aus.

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