Ihre Verantwortung, Präsident Macron: Keine Goldmine im Regenwald!

Collage: Emmanuel Macron vor Goldmine in Französisch Guayana Macron unterstützte die Goldmine bereits 2015 (© rights reserved - photomontage Sauvons la forêt)

Frankreichs Präsident Macron will die Regenwälder in Französisch-Guayana für den Goldabbau freigeben. Ein russisch-kanadisches Firmenkonsortium hat nun der Regierung den Antrag für eine gigantische Goldmine vorgelegt. Jetzt muss Präsident Macron über das Montagne d’Or-Projekt entscheiden. Wir fordern ihn auf, die Pläne abzulehnen.

Appell

An: die Regierung der Republik Frankreich

„Das Mega-Bergbauprojekt Montagne d‘Or bedroht den tropischen Regenwald in Französisch-Guayana und darf nicht genehmigt werden.“

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2,5 Kilometer lang; 500 Meter breit, 400 Meter tief - ein russisch-kanadisches Firmenkonsortium will ein gigantisches Loch in den Regenwald von Französisch-Guayana reißen. 400 Millionen Kubikmeter des Untergrunds müssen abgebaut, das Gestein zermahlen und mit hochgiftigen Chemikalien wie Zyanid versetzt werden, um daraus winzige Mengen von Gold auszulaugen.

Dämme sollen die bei der Goldabtrennung anfallenden 50 Millionen Tonnen verseuchten Schlamms aufhalten, doch das ist bei den hohen Niederschlägen praktisch unmöglich. Allein seit dem Jahr 2000 sind weltweit mindestens 25 solcher Minendämme gebrochen.

2015 begruben Millionen Tonnen toxischen Bergbauschlamms Menschen und Dörfer in Brasilien. Der Rio Doce-Fluss verwandelte sich über tausend Kilometer bis zur Mündung in den Atlantik in eine Giftbrühe.

Französisch-Guayana liegt am nordöstlichen Rand der Amazonasregion. In dem französischen Überseegebiet, das Teil der EU ist, wächst noch größtenteils unberührter und sehr artenreicher Urwald. Das gesamte Konzessionsgebiet der Firma Montagne d’Or - auf deutsch heißt das Goldberg - umfasst 190 Quadratkilometer Regenwald.

Genehmigt die Macron-Regierung die geplante Mega-Goldmine im Regenwald, würde sie einen Präzedenzfall für weitere zerstörerische Großprojekte schaffen. Die Montagne d’Or-Mine steht nicht nur einer nachhaltigen Entwicklung im Wege, auch die Einwohner wurden nicht einbezogen und die Rechte der Indigenen missachtet.

Die Initiative Or de question, in der lokale und nationale Naturschutz- und Menschenrechtsorganisationen zusammengeschlossen sind, fordert von Frankreichs Regierung, die Pläne für derartige Mega-Bergbauprojekte sofort einzustellen. Die Wirtschaft Französisch-Guayanas muss einen ökologisch und sozial nachhaltigen Entwicklungspfad einschlagen.

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Hinter­gründe

Pressemitteilung

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Nein zu der riesigen neuen Goldmine in Guyana!

Ganz im Verschwiegenen [1] unterstützt der französische Staat ausländische multinationale Konzerne bei der Erschliessung neuer und riesiger Bergbauinitiativen im Herzen des tropischen Regenwaldes in Guyana. So soll das Projekt « Montagne d’Or » (« Goldberg »), des russisch-kanadischen Konsortiums NordGold (Russland) und Columbus Gold (Kanada), 2018 starten [2]. Es wäre die größte Goldmine, die jemals auf französischem Territorium betrieben wurde. Industriell betriebene Goldminen haben auch heute noch einen gravierenden negativen Einfluss auf Mensch und Umwelt, der oft nicht mehr umkehrbare Dauerschäden verursacht [3]. Es ist schlichtweg unakzeptabel, einen Teil der außerordentlichen Artenvielfalt Guyanas zerstören zu lassen und die Gefahr ernsthafter Unfälle für die Menschen heraufzubeschwören, nur um einen Stoff abzubauen, dessen soziale und industrielle Bedeutung heutzutage zweitrangig ist. Unsere 20 Organisationen [4] appellieren an die französische Regierung, alle derartigen Projekte zu stoppen und ein Moratorium über den Goldbergbau in Guyana zu verhängen.

Gigantische Bergbauprojekte

Wegen des winzigen Goldgehaltes des Gesteins (1 bis 2 Gramm Gold pro Tonne) wird das Projekt « Montagne d’Or » den Abbau einer Grube von 2.5 Kilometern Länge, 500 Metern Breite, und 400 Metern Tiefe erfordern [5]. Das dabei anfallende Volumen an extrem toxischen Bergbauabfällen wird auf ca. 400.000 Millionen Kubikmeter geschätzt. Außerdem würden die Energiebedürfnisse der Erzaufbereitungsanlage 20% des Jahresenergieverbrauchs in Guyana entsprechen [6]. Der Beirat der indianischen Völker und der Bushinengué (CCPAB) warnt auch vor der Forderung nach Rückübertragung von 200 000 Hektar von Primärwald, um die Erzaufbereitungsanlage mit Holz zu beliefern. Die angeforderte Fläche umschliesst traditionelle Orte der indianischen Bevölkerungen sowie Gebiete, die diese zur Absicherung ihres Lebensunterhalts brauchen. [7]. Der CCPAB prangerte ebenfalls an, dass seine Meinung nicht eingeholt worden war, unter Missachtung der französischen Gesetzgebung [8].

Wenn Frankreich einen maßgeblichen Abbau für ein erstes Goldvorkommen autorisiert, wird es sich der Zunahme ähnlicher Bergbauprojekte aussetzen. In der Zwischenzeit wurden bereits 36 Genehmigungen erlassen, und 21 Anträge laufen gerade. [9] Diese Unternehmungen bedecken 320 000 Hektar des Guyanischen Territoriums.

Bekannte und unakzeptable Risiken

Wo solche Industrieanlagen sich niederlassen, zerstören sie unweigerlich den Wald und die Ökosysteme. Sie zerstören die Umwelt durch den Transport von hochverschmutztem Wasser und Schlämmen und durch die Lagerung von Bergbauabfällen. Die Abbaustätte « Montagne d’Or », die sich über eine Fläche von 12 km² erstrecken würde, befindet sich ausserdem zwischen zwei hochgeschützten Bio-Reservaten, eines davon weniger als 500 Meter entfernt.

Das höchste industrielle Risiko ist die Lagerung von Millionen Tonnen von zyanidhaltigen Erzschlämmen mittels Auffangdämmen. Diese Dämme bergen eine hohe Bruchgefahr, die mit ansteigenden Wassermengen zunimmt. Im Gegensatz zu den Behauptungen der Bergbauunternehmen ist die Gefahr bei weitem nicht selten: seit dem Jahr 2000 sind mindestens 25 Dämme weltweit gebrochen [10]. Das jüngste Beispiel ist das von Samarco in Brasilien von November 2015, auch das « brasilianische Fukushima » genannt.

Gold abbauen ist ein industrieller Irrweg geworden

Der wichtigste Teil des in der Geschichte abgebauten Goldes wird heute in Goldbarren oder Juwelen eingelagert. Nur 8% des Goldes, welches jedes Jahr abgebaut wird, werden in der Industrie benutzt und 35% im Bankensektor [11]. Im Jahr 2016 wurde geschätzt, dass etwa 20% des jemals abgebauten Goldes sich in Zentralbanken befinden [11]. Im 2015 war die Produktion von Gold durch Recyclingsprozesse dreimal so hoch wie der industrielle Bedarf [12], und dabei ist die Branche in Frankreich noch unterentwickelt.

Im Gegensatz zur weithin verbreiteten Ansicht ist der Abbaubetrieb von Gold also nicht unabdingbar für die Industrie. Und die Nachfrage des Juweliersektors und des Finanzsektors können die Konsequenzen für die Umwelt und die Gesundheit der betroffenen Menschen nicht rechtfertigen.

Thibaud SAINT-AUBIN, Präsident der Vereinigung ISF SystExt erklärt dazu: « Alle diese Gründe rechtfertigen das Aussetzen des Goldbergbauprojekts „Montagne d'Or“. Die technischen Garantien genügen nicht, um daraus eine dauerhafte Entwicklungslösung für Guyana und seine Bewohner zu machen. Außerdem öffnet dieses Projekt die Türen für andere riesige Projekte im gesamten Amazonasgebiet. Alternative ökonomische Entwicklungswege sind für die Region möglich, wenn man nicht ihre unschätzbaren ökologischen Ressourcen zerstört. »

 

Pressekontakte

Or de Question
Harry HODEBOURG: + 33 6 94 90 90 73 (in Guyana) - ordequestion@gmail.com
Patrick MONIER: +33 5 55 89 13 88 (innerhalb von Frankreich) - patrick.monier960@orange.fr

Fondation Nicolas Hulot pour la Nature et l’Homme
Denis VOISIN: +33 6 98 46 00 42 (innerhalb von Frankreich) - d.voisin@fnh.org

ISF SystExt
Thibaud SAINT-AUBIN: +33 6 03 19 54 56 (innerhalb von Frankreich) - thibaud.saint-aubin@isf-france.org

 

Literaturhinweise

[1] Creuser et forer, pour quoi faire ? Réalités et fausses vérités du renouveau extractif en France. Rapport des Amis de la Terre. Dezember 2016. 32p. Online verfügbar

[2] La France assise sur une montagne d’or, Usine Nouvelle, 15. Dezember 2016. Online verfügbar

[3] Etat des lieux des conséquences graves de l’exploitation minière; Mittel zur Sensibilisierung; ein Vorschlag von ISF SystExt, veröffentlicht am 10. März 2016, online einsehbar

[4] Collectif Or de Question ! (Maïouri Nature Guyane, Ligue des Droits de l’Homme - Section Guyane, Fédération des Organisations Amérindiennes de Guyane (FOAG), Collectif des Premières Nations, Collectif Couachi, Mama Bobi, Réseau Makandi Makandra, Compagnie des Guides de Guyane, Aquaa, Réseau Colibris Guyane, Guyane mo péyi/GMP, G-Crew Music, Bouteille à la mer, GADEPAM, ICRA International) und : ISF SystExt, France Libertés-Fondation Danielle Mitterrand, Fondation Nicolas Hulot pour la Nature et l’Homme, Les Amis de la Terre et Sauvons la forêt (Rettet den Regenwald e.V.).

[5] Projet aurifère de Montagne d’Or. Étude d’impact environnemental et social (en cours). Document d’information en préparation à la 2ème série de consultations des parties prenantes du projet, WSP, Colombus Gold & Nordgold, Mai 2016.

[6] Avis délibéré de l’Autorité environnementale sur la programmation pluriannuelle de l’énergie (PPE) de la Guyane (973) pour les périodes 2016-2018 et 2019-2023, Avis délibéré n°2016-75 adopté lors de la séance du 19 octobre 2016, Formation d’Autorité environnementale du Conseil général de l’environnement et du développement durable.

[7] La centrale à biomasse est l'une des hypothèses envisagées par l'Etat. Les autres alternatives seraient une centrale thermique ou un second barrage hydro-électrique noyant des centaines de milliers d'hectares de forêts primaires.

[8] Loi 2011-884 du, 27 juillet 2011, titre XII Chap. 1 : Art L71-121-4 et L 71-121-5

[9] Panorama de l'activité minière en France ; interaktive Karte, ein Vorschlag von ISF SystExt, online einsehbar

[10]Chronology of major tailings dam failures ; Datenbank online einsehbar, letzte Aktualisierung am 22. September 2016.

[11] Structure du marché de l’or et situation à mi-2016, MinéralInfo, 25. Juli 2016. Online verfügbar

[12] Etat de la production et de la demande d’or en 2016 ou vers une pénurie d’or physique et une hausse record des cours de l’or ?, Auplata, 11. April 2016 (p. 9, 18, 21 & 41). Online verfügbar

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An­schreiben

An: die Regierung der Republik Frankreich

Sehr geehrter Präsident,
sehr geehrter Premierminister,
sehr geehrte Damen und Herren,

die französische Regierung fördert multinationale Konzerne, die große Bergbauprojekte im Herzen des Regenwaldes von Französisch-Guayana planen, darunter das Projekt in Montagne d‘Or.

Mit einer Fläche von 190 Quadratkilometern und einem 2,5 Kilometer langen, 500 Meter breiten und 400 Meter tiefen Tagebau wäre dies die größte Goldmine, die je auf französischem Boden betrieben wurde. Das Projekt brächte die Industrialisierung des Goldabbaus im einzigen tropischen Regenwald der Europäischen Union.

Goldminen sind verantwortlich für schwere und kaum rückgängig zu machende Schäden für Menschen und Natur. Brasilien, ein Nachbarland von Französisch-Guayana, war im Jahr 2015 Schauplatz eines “Unfalls”, der als eine der größten ökologischen Katastrophen aller Zeiten gilt.

Wir können die Zerstörung von Teilen des außergewöhnlich artenreichen Regenwaldes von Französisch-Guayana und das Risiko einer großen ökologischen Katastrophe für den Abbau eines Rohstoffs, der in seiner industriellen und gesellschaftlichen Bedeutung als vernachlässigbar gilt, nicht akzeptieren.

Mit diesem Brief unterstütze ich die Forderungen von “Or de question”.

Ich fordere, die industriellen Bergbauvorhaben in Französisch-Guayana sofort zu stoppen - allen voran das “Montagne d’Or”-Projekt - und den Weg einer ökologisch und sozial nachhaltigen Entwicklung der Wirtschaft in Französisch-Guayana einzuschlagen.

Mit freundlichen Grüßen

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