Megaplantagen im Torfwald Borneos sind katastrophal!

Orang-Utan in Zentralkalimantan (Borneo) In Torfmoorwäldern Borneos leben Orang-Utans, Nasenaffen, Malaienbären und Nebelparder (© Rita Sastrawan) Kind läuft über glimmenden Torf in Katingan auf Borneo Reisplantagen auf Torfböden sind zum Scheitern verurteilt (© Wetlands International) Für das 1-Mio-Hektar-Reisprojekt abgeholzter Torfmoorwald in Zentralkalimantan Intakte Torfmoore speichern Kohlenstoff - Abholzung heizt das Klima an (© Rita Sastrawan)

Die indonesische Regierung verfolgt ein wahnsinniges Projekt, das Folgen für uns alle auf dieser Erde haben kann: Die großen Torfmoore auf Borneo sollen in Kürze für riesige Reisfelder zerstört werden. Fast 200 indonesische Gruppen sagen daher NEIN zu dem Plan. Bitte unterstützen Sie diese Forderung.

Appell

An: Präsident Joko Widodo, Ministerin für Umwelt und Forsten Siti Nurbaya Bakar, Gouverneur der Provinz Zentralkalimantan Sugianto Sabran, Distriktchef von Pulang Pisau Eddy Pratowo, Direktor der Torfbehörde Nazir Foead

„Stoppt das Cetak Sawah "Food Estate", das eine weitere Umwelt- und Klimakatastrophe verursacht.“

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Umweltschützer und Menschen auf Borneo sind geschockt. Die Regierung unter Präsident Joko Widodo plant 300.000 Hektar Reisplantagen. Die Plantagen sollen vorgeblich die Ernährung der Bevölkerung sicherstellen. „Food Estate" nennt die Regierung das Projekt euphemistisch, oder auf Indonesisch „Cetak Sawah“ – wörtlich etwa: Reisfelder aufdrücken. Aufgedrückt werden sollen die Plantagen auf Torfmoorwälder, die zum Teil kahl, ausgetrocknet und degradiert sind, permanent Treibhausgase emittieren und zahlreiche Konflikte verursachen.

Eines der vorgesehenen Gebiete liegt in der Provinz Zentralkalimantan. 1,4 Millionen Hektar Torfmoorwälder ließ die Regierung unter Diktator General Suharto in den 1990er Jahren abholzen. Das Ziel war dasselbe wie heute: Ernährungssicherheit durch großflächigen industriellen Anbau von Reis. 

Indonesiens Torfmoorwälder – sie stellen fast die Hälfte aller tropischen Torfböden dar  - sind für den weltweiten Klimaschutz besonders wichtig. Torf speichert 20 mal so viel Kohlenstoff wie Mineralböden. Sie abzuholzen und trockenzulegen setzt den Kohlenstoff sowie andere klimaschädliche Gase in die Atmosphäre frei. 13-40 Prozent der globalen Emissionen entstammen der Zerstörung der Torfmoore.

Fast 200 indonesische Organisationen und Umweltschützer wehren sich gegen die neuen wahnsinnigen Pläne. Hat die Regierung nichts aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt? Wo bleibt der politische Wille, die Torfgebiete endlich und ernsthaft zu renaturieren? Wieso setzt die Regierung auf industriell betriebene Monokulturen statt auf vielfältige bäuerliche Landnutzung?

Helfen Sie bitte den indonesischen Umweltschützern:

Wir lehnen die Reisplantagen auf Torfböden in Zentralkalimantan und in anderen Gegenden Indonesiens ab!

Hinter­gründe

Umweltverbrechen an Borneos Torfmoorwäldern

Die Menschen auf Borneo leiden seit Jahrzehnten unter extrem hoher Luftverschmutzung durch Rauch, wenn die Wälder, Plantagen und vor allem die Torfböden brennen. Seit mehr als zwanzig Jahren gehört Indonesien hauptsächlich wegen dieser Torfbrände zu den weltgrößten Klimasündern.

Der größte Brandherd ist bis heute das Eine-Million-Hektar-Reisprojekt PLG (Pengembangan Lahan Gambut = Entwicklung der Torfmoore) aus den 1990er Jahren. Es ist total gescheitert, sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich und sozial. Die Torfmoorwälder sind zum Teil vernichtet - und mit ihnen ging wertvoller Lebensraum für Orang-Utans, Nasenaffen, Malaienbären und Nebelparder verloren. Die Menschen wurden vertrieben, Reis wächst dort bis heute keiner, auch Nassreis nicht - denn der Boden ist dafür zu sauer. Viele Migranten, die von anderen Inseln gekommen waren, haben das Gebiet enttäuscht verlassen. Schlimmer noch: die ehemaligen Torfmoore sind bis heute entwässert, ausgetrocknet, zerstört, degradiert und glühen und brennen von innen.

Zahlreiche Bemühungen, das Gebiet mit den meterdicken Torfschichten und zahlreichen Torfdomen wieder zu durchfeuchten und aufzuforsten, sind großteils ohne Erfolg geblieben. Entwässerungskanäle zu blockieren, damit das Wasser die Torfschichten wieder durchnässt, ist eine kostspielige Mammutaufgabe. Darüberhinaus haben die Besitzer der zahlreichen Ölpalmplantagen und Minen, die sich hier breitgemacht haben, kein Interesse an Sümpfen und Torfmooren.

Wenn jetzt die degradierten Torfgebiete und noch intakte Torfmoorwälder in Reisplantagen umgewandelt werden, wird sich die Klimakatastrophe festigen. Denn die Erfahrungen zeigen, dass Reis hier nicht gedeihen wird.

Mit Reis auf Torf die Ernährung sichern?

2017 kündigte die Regierung erneut den Plan an, mit Reisplantagen auf Borneo die Ernährung sichern zu wollen. Auch auf Torfböden. Zwar äußerten Investoren ihr Interesse an mit moderner Technologie betriebenen Plantagen, doch realisiert wurde der Plan bisher nicht. Ein Grund: Weil die Emissionen aus zerstörten Torfmooren so hoch sind und ihre Reduzierung den größten Nutzen für das Klima bringt, sind Waldschutz- und Klimaprojekte genau hier angesiedelt. Großflächige Reisfelder gefährden den Nutzen der Programme zur Restaurierung der entwässerten Torfgebiete für das Klima. 

Inmitten der Corona-Pandemie scheint die Regierung den Plan durchsetzen zu können, im Schnellverfahren und ganz ohne Beteiligung der Bevölkerung. Lokale zivilgesellschaftliche Gruppen warnen jedoch vor dem Projekt. Sie befürchten, dass es ein Fehlschlag wird und statt Reis große soziale Probleme und Umweltschäden produziert.

                                                      *********

Stoppt das "Food Estate" Cetak Sawah auf Torf in Zentralkalimantan!

Keine neue Katastrophe !!

In der Erklärung zivilgesellschaftlicher Organisationen Indonesiens fordern fast 200 Gruppen und Umweltschützer eine echte Agrarreform auf der Grundlage der vorhandenen landwirtschaftlichen Vielfalt und lehnen Megaplantagen ab, die viele Kleinbauern und Indigene verarmen lassen.

Seit einigen Wochen singt die indonesische Regierung wieder das alte Lied von den „Reisfeldern auf Torfboden“. Wieder einmal werden den Menschen leere Versprechen von vollen Reisschüsseln serviert. Reisfelder sollen den Torfböden abgepresst werden. Doch zur gleichen Zeit werden Wälder und Felder für andere Nutzungen, die nicht der Ernährung dienen, zerstört. Bauern werden kriminalisiert und Konflikte um Agrarland schränken den Lebensraum und die Ernährungssouveränität der Menschen massiv ein. Und all das inmitten einer Pandemie.

Inmitten der Covid-19-Pandemie dient der Regierung die Ernährungskrise als Vorwand, das neue Reisfeldprojekt im Gebiet des ehemaligen PLG (Eine-Million-Hektar-Reisprojekt auf Torfböden) voranzutreiben. Das PLG-Reisprojekt ist als Katastrophe in die Geschichte eingegangen. Die Torfmoorwälder sind zerstört, der Torfboden hat sich niemals erholt und ist zur Quelle von Umweltzerstörung und zur Hauptursache der Torfbrände der letzten zwei Jahrzehnte geworden. Anstrengungen zur Renaturierung waren nicht erfolgreich. Sie scheitern bis heute, denn der Regierung fehlt der politische Wille. Statt aus den Erfahrungen mit dem PLG-Fall zu lernen, beabsichtigt die Regierung ganz im Gegenteil, genau hier etwa 300.000 Hektar große Reisplantagen anzulegen. Sie propagiert dies sogar als ein strategisches nationales Projekt, ohne die geringste Transparenz, ohne wissenschaftliche Studien und ohne die Beteiligung der Bevölkerung. Derzeit versucht das Ministerium für Umwelt und Forsten diese zu umgehen, indem es statt einer echten Umweltprüfung eine „Schnelle Strategische Umweltprüfung“ ohne Konsultation der Bevölkerung und unter Ausblendung von Bürgerrechten und Umweltaspekten durchführt.

Wir fordern von der Regierung, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen und keine neue Katastrophe zu schaffen. Die Regierung muss aufhören, die Pandemie als einen Vorwand zur Ausbeutung der Torfböden zu missbrauchen. Wir sagen klar und deutlich: NEIN und fordern, das Projekt zu stoppen, nach folgenden grundlegenden Überlegungen:

Erstens: dieses Projekt wird staatliche Verluste erhöhen!

Dieses Projekt muss angesichts der düsteren Erfahrungen mit der Vergangenheit gestoppt werden. Unter früheren Regierungen ist das PLG (Eine-Million-Hektar-Reisprojekt auf Torfböden), das unter dem Präsidenten der „Neuen Ordnung“, Suharto, 1995 laut Präsidialdekret 82/95 begonnen und 1998 in der Regierungszeit von BJ Habibie schließlich mit Präsidialdekret 33/98 endgültig beendet wurde, kläglich gescheitert. Gründe für das Scheitern waren mangelndes Verständnis und fehlende sozioökologische Studien zu Torfökosystemen. Dieses Projekt hat den Staatshaushalt zumindest 1,6 Billionen Rupiah (100 Millionen Euro) gekostet. Das Gebiet ist aber niemals zur Reiskammer Indonesiens geworden. Vielmehr sind heute dort Ölpalmplantagen. Es ist geradezu makaber, dass das PLG-Projekt mit Geldern aus dem Wiederaufforstungsfonds finanziert worden ist, der eigentlich für die Renaturierung der Wälder vorgesehen ist.

Nach dem Scheitern des PLG-Projektes gab es mindestens zwei wichtige politische Entscheidungen zur Restaurierung des Torfgebietes. Einmal den Präsidialerlass 80/1999, mit dem der betroffenen Bevölkerung Entschädigung zugesprochen wurde, und den Erlass 2/2007, der 3,9 Billionen Rupiah (240 Millionen Euro) für die Restaurierung der Torfböden zur Verfügung stellte. Doch Erläuterungen über die Nutzung gab es nicht. Später (nach den Bränden 2015) übernahm die Torfbehörde BRG das Ex-PLG-Gebiet. Seine ebenfalls mit Staatsgeldern finanzierte Renaturierung hatte oberste Priorität, doch sind die Ergebnisse unbedeutend. Die Fakten zeigen, dass so gut wie alle Reisplantagen in Indonesien, mit den Merkmalen große Flächen, staatlich finanziert und privatwirtschaftlich durchgeführt, immer wieder scheitern und mit Korruption verbunden sind. Die zerstörten Torfgebiete kosten den Staat noch mehr: wirtschaftliche Schäden wegen der Waldbrände, Kosten für die Brandbekämpfung und Verarmung der Bevölkerung.

Zweitens: Das Projekt ist umweltzerstörerisch, die Menschen tragen die Folgen!

Stoppen Sie endlich die Zerstörung der Natur, hören Sie auf, die Menschen zu opfern. Denn das Wirtschaftssystem ist gescheitert, und das Entwicklungsmodell, das auf der Ausbeutung der Naturressourcen beruht, hat ernsthafte Konsequenzen für das Weiterleben auf unserer Erde und die Zukunft der Menschheit. Die Erde muss zurzeit mit zwei ernsten Problemen umgehen - der Klimakrise und der Gesundheitskrise - wegen des Versagens der Regierung, das öffentliche Interesse zu schützen, und der Gier der Konzerne, die weiterhin Profite aus der Naturzerstörung ziehen. Torfböden sind einzigartige Ökosysteme und äußerst wichtig für das Gleichgewicht des Klimas und den Schutz der Artenvielfalt in Feuchtgebieten, die wiederum den Ausbruch von Zoonosen verhindern können, welche aus der Zerstörung der Natur entspringen.

Der Plan der Regierung, Reisplantagen auf Torfflächen zu errichten, zeigt wieder einmal, dass die Regierung sich nicht um den Schutz des Ökosystems Torfmoor kümmert. Dieses Projekt wird ernste Konsequenzen haben, eine zerbrechliche und katastrophale Zukunft, die in voller Absicht von der Regierung selbst geschaffen wird. Das ehemalige Eine-Million-Hektar-Reisprojekt (Ex-PLG) ist schon jetzt eine Katastrophe. Die hohe Artenvielfalt ist zerstört oder bedroht. In diesem Sumpfgebiet kommen Ramin (Gonystylus bancanus) oder Meranti Rawa (Shorea balangeran) vor, in Torfgebieten endemische Baumarten. Der natürliche Lebensraum der Orang-Utans ist verloren, und als Hinterlassenschaft bleiben viele Tausend Kilometer Haupt- und Nebenkanäle als Mahnmal, die Ursache für das Austrocknen der Torfböden und die Quelle für die Feuer- und Rauchkatastrophen in Zentralkalimantan, die sogar bis in die Nachbarländer hinein spürbar sind. Waldbrände haben auch schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit der Bürger wie Atemwegserkrankungen und vorzeitigen Tod. Dazu leiden sie unter der Freisetzung von Treibhausgasemissionen.

Nach den furchtbaren Bränden im Jahre 1997, die das ganze Gebiet zerstört haben, wobei 80 Prozent der Landschaft abbrannten und 150 Millionen Tonnen Kohlenstoff freigesetzt wurden, ist das Gebiet jedes Jahr zum Feuerherd geworden. In den Jahren 2015 bis 2019 lagen genau hier die meisten Hotspots: 465.003 Hektar brannten ab, das sind 39 Prozent der gesamten Brandfläche Zentralkalimantans. Dabei brannten wiederholt die gleichen Flächen ab wie vorher.

Das Versagen der Regierung, das Recht auf eine gesunde Umwelt zu schützen, ist juristisch bestätigt worden. Urteilen zufolge hat die Regierung Rechtsbruch begangen, wie der Oberste Gerichtshof in seinem Urteil 3555/K/Pdt/ 2018 vom 16. Juli 2019 bestätigt hat. Diesen Prozess (citizen law suit) hatten Bürger angestrengt. Sie hatten gefordert, dass die Regierung gesetzliche Maßnahmen zur Bewältigung der Brände festlegt und die Torfgebiete unter Schutz stellt. Die Planungen von Reisplantagen auf den Torfböden zeigen wieder die Ignoranz der Regierung, die Torfgebiete erschließen will, statt sie zu schützen und zu renaturieren.

Drittens: Die Regierung müsste die Produktion von Nahrung in die Hände der Bauern legen und ihnen das Recht auf Land zugestehen.

Nach dem Scheitern des PLG müsste die Regierung das Gebiet renaturieren. Die Bevölkerung muss Entschädigungen bekommen, so wie einige es schon bekommen haben. In der Realität aber nimmt die Ungleichheit der Landnutzung zu und immer wieder brechen Landkonflikte aus. Der Grund liegt in der Politik, durch die Genehmigungen für Ölpalmplantagen in einem großen Teil des PLG vergeben werden. Dabei werden sowohl die Raumnutzungsordnung als auch andere gesetzliche Regelungen übertreten, wenn die Genehmigungen in Wald oder geschützten Torfgebieten vergeben werden. Diese Verstöße geschehen vor aller Augen und werden trotzdem nicht rechtlich verfolgt. Daraus entstehen Landkonflikte und Raub von Indigenenland. Traditionen in Landwirtschaft und Fischerei, die umweltschonende Nutzung genau regeln, werden zerstört, ebenso geht die gemeinschaftliche Landbearbeitung der Indigenen verloren. Auch die Ansiedlung von Zuwanderern aus anderen Insel - Transmigranten - hat die Sozialstruktur und traditionelle Formen von Landbesitz in einigen Gegenden verändert. Wenn staatliche Systeme von Landtiteln und traditionelle Vorstellungen von Land aufeinanderprallen, ist das eine der Ursachen der Konflikte.

Auf der Basis obiger Überlegungen sagen wir, eine Koalition von zivilgesellschaftlichen Organisationen aus den Bereichen Umwelt und Indigenenrechte klar und deutlich:

Wir lehnen Reisplantagen auf Torfböden in Zentralkalimantan und in anderen Gegenden Indonesiens ab.

In den Zeiten der Pandemie müsste die Regierung die Naturressourcen an erste Stelle setzen, um die Ausbreitung der Krankheit Covid-19 zu verhindern. Neben der Bewältigung der direkten Gefährdung durch Covid-19 muss die Regierung auch kooperieren, um den unkontrollierten Klimawandel zu verhindern, damit der globale Temperaturanstieg unter 1,5 Grad bleibt. Die Regierung muss das Agrarsystem und die großflächige Landnutzung radikal verändern. Wir brauchen eine echte Agrarreform auf der Grundlage der Ernährungssouveränität und des lokalen Wissens. Nur so können öffentliche Gesundheit und die Nachhaltigkeit der Naturnutzung langfristig verbessert werden. In der heutigen Zeit sollte die Regierung die Lebensmittelvielfalt und die lokalen Varianten in den verschiedenen Landesteilen Indonesiens fördern. Sie muss bäuerliche Landwirtschaft auf geeigneten Flächen oder auch auf ehemaligen Plantagen und degradierten Mineralböden fördern, um die Lebensmittelproduktion zu optimieren. Sie soll Bauern einfache Technologien zur Verfügung stellen. Aber sie soll großflächiger Landwirtschaft, teuren Technologien und Landwirtschaft auf Torfböden eine Absage erteilen.

Wir fordern die Regierung außerdem auf, die Räumung landwirtschaftlicher Flächen für Infrastruktur, Bergbau und Ölpalmplantagen zu stoppen. Eine solche Politik dient nicht den Interessen der Bevölkerung. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Landwirtschaft und die Nahrungsmittelproduktion als Säulen im Agrarland Indonesien an die Bauern zurückgegeben werden.

Für Gerechtigkeit und Umwelt!

Koalition Zivilgesellschaftlicher Organisationen und Personen

  • 1 Eksekutif Nasional Wahana Lingkungan Hidup Indonesia (WALHI)
  • 2 Greenpeace Indonesia
  • 3 Auriga
  • 4 ELSAM
  • 5 Pusaka
  • 6 Save Our Borneo
  • 7 JPIC Kalimantan
  • 8 LBH Palangkaraya
  • 9 Solidaritas Perempuan Mamut Menteng Kalteng
  • 10 Progress
  • 11 Jikalahari
  • 12 Yayasan Betang Borneo (YBB)
  • 13 Yayasan Anak Dusun Papua (YADUPA)
  • 14 Lembaga Studi dan Advokasi HAM (ELSHAM) Papua
  • 15 Pantau Gambut
  • 16 Andi Wijaya - LBH Pekanbaru
  • 17 AMAN Kalteng
  • 18 PP MAN
  • 19 PB AMAN
  • 20 MADANI
  • 21 Perkumpulan Hijau - Jambi
  • 22 Kaoem Telapak
  • 23 PILNET Indonesia
  • 24 WALHI Kalteng
  • 25 Asep Y. Firdaus
  • 26 Gemma Ade Abimanyu - DD WALHI Kalteng
  • 27 Kissworo DC – WALHI Kalsel
  • 28 Yohana Tiko – WALHI Kaltim
  • 29 Nicodemus Ale – WALHI Kalbar
  • 30 Rere Christanto - WALHI Jatim
  • 31 Ismail Alhabib - WALHI Jateng
  • 32 Jessix Amundian - WALHI Babel
  • 33 Halik Sandera - WALHI Yogyakarta
  • 34 Riko Kurniawan - WALHI Riau
  • 35 Tubagus Soleh Ahmadi - WALHI DKI Jakarta
  • 36 Murdani - WALHI NTB
  • 37 Abdul Haris - WALHI Sulteng
  • 38 Aiesh Rumbekwan - WALHI Papua
  • 39 Hairul Sobri - WALHI Sumsel
  • 40 Irfan Tri Mursi - WALHI Lampung
  • 41 I Made Juli Untung Pratama - WALHI Bali
  • 42 Uslaini - WALHI Sumbar
  • 43 Saharuddin - WALHI Sulawesi Tenggara
  • 44 Umbu Wulang - WALHI NTT
  • 45 Ahmad Rusydi Rasjid - WALHI Maluku Utara
  • 46 M. Nur - WALHI Aceh
  • 47 Muhammad Al Amin - WALHI Sulsel
  • 48 Rudiansyah - WALHI Jambi
  • 49 Meiki W Paendong – WALHI Jawa Barat
  • 50 Romes Ip - KALIPTRA Andalas
  • 51 Yohanes Akwan - Perkumpulan Bin Madag Hom Teluk Bintuni - Tanah Papua
  • 52 Sarah Agustio - Tim Kerja Perempuan dan Tambang
  • 53 Angga Septia - Perkumpulan Alami
  • 54 Susan Burdam (Individu)
  • 55 Khairuddin Zacky (PBH Kalimantan)
  • 56 EcoNusa
  • 57 Papua Itu Kita
  • 58 Perkumpulan Panah Papua
  • 59 Dewan Masyarakat Adat Momuna (DMAM) Papua
  • 60 LinkAr - Borneo
  • 61 Marko Mahin (Forma HOB/LSD-21)
  • 62 Yayasan Tanah Merdeka
  • 63 ICEL
  • 64 Konsorsium Pembaruan Agraria
  • 65 Elpagar
  • 66 HUMA
  • 67 Siti Maimunah, JATAM
  • 68 Forest Watch Indonesia
  • 70 JKPP
  • 71 RMI
  • 72 IHCS
  • 73 Perkumpulan Bahtera Alam
  • 74 Agus Sutomo, Kalimantan Barat
  • 75 NTFP- EP Indonesia
  • 76 Tjatur Kukuh S - Santiri Foundation
  • 77 Mukti Ali, Kawal Borneo
  • 78 FOKER LSM Papua
  • 79 Fian Indonesia
  • 80 HaKI
  • 81 debtWATCH Indonesia
  • 82 Genesis Bengkulu
  • 83 PPLH Mangkubumi - Jawa Timur
  • 84 JPIK
  • 85 Roedy Haryo Widjono AMZ, Nomaden Institute CrossCultural Studies
  • 86 Rahman Dako, Japesda Gorontalo
  • 87 Solidaritas Perempuan
  • 88 KIARA
  • 89 Barid Hardiyanto
  • 90 Kartini Samon, GRAIN
  • 91 Ahmad sja, Padi Indonesia
  • 92 Etnika Semesta Katulistiwa kaltara
  • 93 LBH Papua
  • 94 Papuan Voices Nasional
  • 95 Perkumpulan Terbatas Pengkajian dan Pemberdayaan Masyarakat Adat(pt.PPMA) Papua
  • 96 AMAN Sorong Raya
  • 97 Adi Syaputra Kelopak Bengkulu
  • 98 Papua Forest Watch (PFW)
  • 99 Sulteng Bergerak
  • 100 Jufriansyah, STABIL (Sentra Program Pemberdayaan dan Kemitraan Lingkungan), Kaltim
  • 101 YALI Papua
  • 102 Yayasan YAPHI Surakarta
  • 103 Peruati Kalimantan Tengah
  • 104 Pasah Kahanjak
  • 105 Jaringan Perempuan Borneo
  • 106 Peruati Kalimantan Selatan
  • 107 Sumiati Suryani-Aliansi Perempuan Kalimantan
  • 108 Komunitas Dayak Voices
  • 109 Taibah Istiqamah
  • 110 Ode Rakhman
  • 111 Wahana Tani Mandiri
  • 112 RETINA Institute
  • 113 Paulus A. Y. D.
  • 114 Anton P. Wijaya
  • 115 April Perlindungan, Buruh Harian Lepas
  • 116 Fajri NS
  • 117 Puan Mahakam - Kalimantan Timur
  • 118 Komunitas Pelangi Kalimantan Selatan
  • 119 SKPKC Fransiska Papua
  • 120 Louise Theresia
  • 121 SKP Kame - Merauke
  • 122 Gemapala Fak- Fak
  • 123 Trend Asia
  • 124 Kalbis Care Share
  • 125 BEM FMIPA UI
  • 126 BEM FH UI
  • 127 Jaga Rimba
  • 128 Novita Indri
  • 129 KPA ARKADIA UIN JKT
  • 130 KMPLHK RANITA UIN SYARIF HIDAYATULLAH JAKARTA
  • 131 MAGIPALA
  • 132 Ian Arya Danarko
  • 133 Brian Chafariz Nursidiq
  • 134 PKD MAPALA JABODETABEKA
  • 135 Benua Hijau Indonesia
  • 136 KMPA EKA CITRA UNJ
  • 137 Komunitas Island Not For Sale
  • 138 KMPA Manunggal Bhawana Institut Teknologi Indonesia
  • 139 MAPADIKA USNI
  • 140 PKW MAPALA Tangerang Selatan
  • 141 KMPLH Farmasi UHAMKA
  • 142 Rustandi Adriansyah, Lembaga Advokasi Rakyat, Palembang
  • 143 Juliade - LPMA
  • 144 Gusti Nordin Iman, Yayasan Sumpit (Kalsel)
  • 145 Rudy Redhani
  • 146 Institute for National and Democracy Studies (INDIES)
  • 147 Pembaru Indonesia
  • 148 Front Mahasiswa Nasional
  • 149 TuK Indonesia
  • 150 LEMBAH
  • 151 LBBT Pontianak
  • 152 Institut Menua Punjung (IMP)
  • 153 Norman Jiwan
  • und viele andere

An­schreiben

An: Präsident Joko Widodo, Ministerin für Umwelt und Forsten Siti Nurbaya Bakar, Gouverneur der Provinz Zentralkalimantan Sugianto Sabran, Distriktchef von Pulang Pisau Eddy Pratowo, Direktor der Torfbehörde Nazir Foead

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren,

Indonesische Umweltorganisationen und Umweltschützer warnen vor dem verheerenden Plan Ihrer Regierung, 300.000 Hektar industriell betriebene Reisplantagen auf Torfböden anzulegen.

Aus Erfahrungen mit dem PLG-Projekt und den schwierigen Renaturierungen der abgeholzten und ausgetrockneten Torfböden schließen die Umweltschützer, dass der neue Plan große Summen verschlingen, aber höchstwahrscheinlich nicht funktionieren wird. Das Cetak-Sawah-Projekt ist umweltzerstörerisch, denn es beruht auf der Ausbeutung der Ressourcen. Diese Art von Wirtschaftspolitik gefährdet das Überleben der Menschheit auf unserer Erde.

Gerade in Zeiten der Corona-Krise und der immer drängender werdenden Klimakatastrophe sollte Indonesien die Torfgebiete wirksam schützen. Torfböden sind einzigartige Ökosysteme und äußerst wichtig für das Gleichgewicht des Klimas und den Schutz der Artenvielfalt in Feuchtgebieten, die wiederum den Ausbruch von Zoonosen verhindern können, welche aus der Zerstörung der Natur entspringen. Indonesien sollte den ernsthaften politischen Willen zeigen, die Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur zu drosseln. Das geht nur, wenn Sie die Torfgebiete schützen!

Jedes Jahr müssen die Einwohner Borneos und anderer indonesischer Inseln, ebenso wie die Nachbarstaaten, Rauch, Staub und Waldbrände ertragen. Diese haben Atemwegserkrankungen und Tod zur Folge. Der Staat aber hat die Aufgabe, für den Schutz der Gesundheit seiner Bürgerinnen und Bürger zu sorgen!

Die Zerstörung der Wälder kann neue Viren freisetzen. Deswegen ist es unverständlich, dass Sie in Zeiten der Pandemie genau das Gegenteil zu den wirklich notwendigen Schritten planen – nötig sind die Renaturierung der Torfböden und der Schutz der letzten Regenwälder.

Schließlich warnen die Umweltschützer in einer öffentlichen Erklärung, dass Wirtschaftspolitik nicht auf der Ausbeutung der Naturressourcen beruhen darf. Stattdessen soll Indonesien die vielfältige lokale Landwirtschaft fördern.

Ich schließe mich den Forderungen der indonesischen Gruppen und Umweltschützer an, insbesondere weil Indonesien eine führende Rolle in der Bewältigung von Klimaerwärmung und Pandemien zukommt, die ihren Ursprung in der Zerstörung von Regenwäldern und damit der Habitate von Wildtieren haben.

Mit freundlichen Grüßen

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