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Ein Mann zeigt mit einer Hand auf die hinter ihm sichtbare Verschmuztung des Wasser an einer tropischen Küste
Auf der indonesischen Insel Sulawesi zerstört die Nickelindustrie die Regenwälder und verseucht die Flüsse und das Meer (© Guadalupe Rodríguez/ Rettet den Regenwald)
Luftaufnahme vom Bau der Bauxit-Pipeline im Regenwald mit von Baggern zerwühlter Erde und Rohrteilen
Verlegung einer Bauxitpipeline des norwegischen Aluminiumkonzerns Hydro im brasilianischen Amazonasregenwald von Pará (© Movimento IRQ)
Ein Polizist in schwarzer Schutzkleidung verschiesst Tränengas mit einem Gewehr auf einer leeren Autobahn
Die Regierung von Panama lässt auf Demonstranten Tränengasgranaten verschießen, die gegen die Kupfermine Cobre Panama protestieren (© COVEC Panamá)
Eine Gruppe von Menschen protestiert mit erhobenen Fäusten
Menschen im Intag in Ecuador protestieren gegen eine geplante Kupfertagebaumine im Bergregenwald (© Voluntaria/-o Junín)
Ein horizontales Balkendiagramm zeigt die Importabhängigkeit der EU von 38 Metallen und Mineralien an
Die Grafik zeigt die starke Abhängigkeit der EU von Metall- und Mineralien-Importen (© Europäische Kommission)

Unser Rohstoff-Hunger darf nicht auf Kosten der Regenwälder und Menschen gehen

Die EU-Länder importieren große Mengen Metalle wie Aluminium, Kobalt, Kupfer, Lithium oder Seltene Erden. Unter den Folgen des Rohstoffabbaus leiden Gemeinschaften und Ökosysteme im globalen Süden. Helfen Sie, das Bewusstsein für die Folgen des Rohstoffverbrauchs in Europa zu schärfen und politische Verantwortung einzufordern.

Unsere Forderung

An: Europäische Kommission – Öffentliche Konsultation

„Die EU-Kommission muss bei ihren Plänen und Strategien zur Rohstoffversorgung die Auswirkungen der Bergbauindustrie auf Mensch und Umwelt berücksichtigen“

Ganzes Anschreiben lesen

Weltweit gibt es einen Wettlauf um Bodenschätze, der eine sich immer schneller drehende Spirale zu deren Abbau und Verarbeitung anfacht. Es ist ein Billionen Euro schweres Geschäft, um das globale Akteure konkurrieren.  

Metalle werden benötigt, um moderne Technologien wie elektrische Fahrzeuge samt der dazugehörigen Ladeinfrastruktur zu produzieren und Wind- und Solarparks zur Energieerzeugung zu bauen. Auch die Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsindustrie und der Bau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz verbrauchen enorme Mengen an Metallen.

Aufgrund der wachsenden Bedeutung kritischer Rohstoffe und der starken Abhängigkeit von deren Import, forciert die Europäische Kommission die Investitionen in diesem Bereich. Bereits 34 Mineralien und Metalle hat sie als kritisch bzw. strategisch eingestuft.

Die Rohstoffe werden größtenteils in Ländern außerhalb Europas abgebaut. Dabei lässt die EU weitgehend die massiven negativen Auswirkungen des Bergbaus für die Umwelt und die Menschen im globalen Süden außer Acht. 

So entstehen Tagebauminen zum Abbau von Nickel im Regenwald von Indonesien, von Kobalt und Kupfer in der Demokratischen Republik Kongo, von Bauxit und Lithium in Brasilien oder Guinea. Mit den dazugehörigen Verarbeitungsindustrien zerstören und verseuchen sie die Natur und bedrohen die dort lebenden Menschen.

Nun plant die EU ein „Europäisches Zentrum für kritische Rohstoffe“ einzurichten, um den gemeinsamen Einkauf , die Lagerung, Investitionen und die „Rohstoffintelligenz“ zu koordinieren.

Bis zum 29. Juli läuft dazu eine öffentliche Konsultation und Datenerhebung der EU, um die Initiative des Rohstoff- Zentrums zu „verfeinern“.

Mit dem anliegenden Schreiben fordern wir von der EU Verantwortung für die Regenwälder und die dort lebenden Menschen ein, die unter dem Bergbauboom leiden.

Start der Petition: 01.07.2026

An­schreiben

An: Europäische Kommission – Öffentliche Konsultation

Sehr geerte Damen und Herren,

Die Vorschläge der Europäischen Kommission für ein neues „Europäisches Zentrum für kritische Rohstoffe" stehen in engem Zusammenhang mit Bergbauaktivitäten. Bei einigen Rohstoffen wie Seltenen Erden ist die EU praktisch vollständig auf Importe von außerhalb Europas angewiesen.

Wie bereits beim „Green Deal“ und der damit verbundenen Politik des „grünen Wandels“ berücksichtigt, sieht auch der Plan für dieses Rohstoff-Zentrum den gemeinsamen Einkauf von Rohstoffen, deren Lagerung, Investitionen und „Informationen“ über Rohstoffe vor.

Was dabei nicht angemessen berücksichtigt wird, sind die ökologischen, sozialen, territorialen und menschenrechtlichen Folgen des Bergbaus für viele Gemeinschaften weltweit. Wir fodern, dass diese von der Politik – in diesem Fall bei der Rohstoffakkumulation – nicht länger ignoriert werden dürfen.

Das Thematische Sozialforum zum Bergbau (Social Thematic Forum on Mining https://tsfmining.org/), das sich aus einer großen Gruppe von Organisationen aus allen Kontinenten zusammensetzt, kommt zu folgendem Schluss: „Grüne Energien und die Energiewende werden als Lösung für die Klimakrise dargestellt. Doch in Wirklichkeit folgt die Bergbau-Politik weiterhin der kapitalistischen Logik, die für die ökologische Zerstörung und soziale Ungerechtigkeit verantwortlich ist.“

Vertreter der philippinischen Koalition gegen Landraub in Palawan (Coalition Against Land Grabbing https://www.coalitionagainstlandgrabbing.org/), die vom Nickelabbau betroffen sind, äußern sich besorgt über das geringe Bewusstsein in der europäischen Politik hinsichtlich der direkten Auswirkungen der Energiewende auf den Globalen Süden.

In Portugal akzeptiert der Verein „Unidos em Defesa de Covas do Barroso“ nicht, „dass die Energiewende dazu genutzt wird, die demokratischen Rechte der lokalen Bevölkerung einzuschränken“, um dort eine Lithium-Tagebaumine zu eröffnen. Das Bergbauvorhaben wurde von der EU-Kommission als „strategisches Projekt“ deklariert, was die Gemeinde jedoch von Grund auf in Frage stellt.

Während die europäische Wirtschaft und Politik weiteres materielles und wirtschaftliches Wachstum fördern, das auf dem Abbau von Metallen und Mineralien auf Kosten der Menschen rund um den Globus basiert – in Abstimmung mit Regierungen, Konzernen und internationalen Finanzinstitutionen –, sind Umwelt-, Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen besorgt über die schwerwiegenden Folgen des Bergbaus für die betroffenen Gebiete, Gemeinschaften und deren Rechte, die die Kehrseite all dieser Pläne bilden.

Das globale Netzwerk „Ja zum Leben, Nein zum Bergbau“ (Yes to Life No to Mining https://yestolifenotomining.org/) setzt sich für „ökologisch und sozial gerechte Ansätze ein, die die Vielfalt der Lebensformen wertschätzen und die Erde, die Luft und das Wasser schützen, von denen wir alle abhängig sind. Diese Ansätze werden uns über die Praxis des Bergbaus hinausführen, die von Natur aus gewalttätig und schädlich ist, als ob die Erde keine planetaren Grenzen hätte.“

Die Gemisnchaften und Völker weltweit, die NEIN zum Bergbau sagen, müssen angehört und deren Rechte respektiert werden.

  1. Laut der EU beträgt bei 15 Mineralien und Metallen die Abhängigkeit von Importen 100 %, bei weiteren 11 über 50 %.

    Quelle: Europäische Kommission. Raw Material Information System: https://rmis.jrc.ec.europa.eu/defence

    Siehe auch: Europäische Kommission, 2023. Raw Material Information System. Strategic sectors and technologies value chains and CRM demand: https://rmis.jrc.ec.europa.eu/crms-in-strategic-sectors-and-technologies-e8c632 

  2. Kritische Rohstoffe sind für die Produktion der Industrie in Europa unbedingt notwendig. Aktuell hat die EU 34 Rohstoffe als „kritisch“ eingestuft.

    Von diesen 34 Rohstoffen hat die EU 17 Rohstoffe als „strategisch“ klassifiziert, weil „sie als besonders entscheidend für den ökologischen und digitalen Wandel sowie für die Bereiche Verteidigung und Luft- und Raumfahrt gelten“.

    Quellen: Europäische Kommission, 2026. Critical and Strategic Materials: https://rmis.jrc.ec.europa.eu/critical-and-strategic-materials?utm_source=copilot.com 

    Europäische Kommission, 2026. Critical raw materials: https://single-market-economy.ec.europa.eu/sectors/raw-materials/areas-specific-interest/critical-raw-materials_en?prefLang=de 

  3. Europäische Kommission, 2026. EU Critical Raw Materials Centre - Europäisches Zentrum für Rohstoffe: 

    https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=PI_COM:Ares(2022)1144541 

    https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/14832-EU-Critical-Raw-Materials-Centre_en 

  4. Informationen zur öffentlichen Konsultation zum geplanten „Europäischen Rohstoffzentrum“ finden sie Hier: Europäische Kommission, 2026. EU Critical Raw Materials Centre: https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/14832-EU-Critical-Raw-Materials-Centre_en 

    Dort können Sie auch an der Konsultation teilnehmen und Kommentare einsenden. Es gibt dazu auch ein Infoblatt zum Herunterladen (pdf-Dokument) auf Deutsch und in anderen Sprachen.

Diese Petition ist in folgenden Sprachen verfügbar:


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