Jetzt unterschreiben: Den Bergbau dauerhaft stoppen!

Ein Bagger arbeitet sich durch den schon zum Teil zerstörten Regenwald Noch können die Bagger im Naturschutzgebiet aufgehalten werden

Auf der indonesischen Insel Sulawesi ist eine einzigartige Regenwaldlandschaft in Gefahr: Der Distriktchef hat Probebohrungen für eine Nickelmine genehmigt. Für den Hafenbau wurden bereits Mangroven und Eisen­holz­bäume gerodet. Noch ist die Zerstörung aufzuhalten – bitte schreiben Sie an die Regierung Indonesiens

Appell

An: Den Präsidenten und den Forstminister der Republik Indonesien in Jakarta

„Stoppt den Bergbau im Regenwald auf Sulawesi“

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„Das Morowali-Schutzgebiet besitzt eine außergewöhnlich reiche Biodiversität mit unterschiedlichen Typen von Regenwald: Von den Mangroven im Meer über Küsten-, Au- und Bergwald bis zum Nebelwald auf den Bergkämmen. Dieser Naturschatz ist absolut bedeutend für unsere Insel.“ Andika Ndika vom Anti-Bergbau-Netzwerk JATAM hat die „Morowali Nature Reserve“ in den letzten Monaten oft besucht, denn das Reservat mit seiner endemischen Tier- und Pflanzenwelt ist seit 2011 in akuter Gefahr: Der Distriktchef hat der indonesischen Bergbaufirma PT. Gemah Ripah Pratama (PT. GRP) eine Erkundungsgenehmigung für Nickel ausgestellt für 145 Hektar – mitten im Naturschutzgebiet.

Andika Ndika ist Kampagnenchef unserer Partnerorganisation JATAM. Im Oktober 2011 haben seine Aktivisten erfahren, dass PT. GRP den Mangrovenwald abholzt. Dort soll ein Export-Hafen gebaut werden, unter anderem mit dem Holz von bereits gefällten Eisenholzbäumen aus dem Schutzgebiet. Der Mangrovengürtel gehört zum Gemeindegebiet dreier Dörfer und geht direkt in das Morowali-Reservat über. 209.400 Hektar stellte das Forstministerium im April 1999 unter Naturschutz. 

„Seit dem 1. Juni 2012 hat PT. GRP mit dem Bau einer Straße begonnen“, so Andika. „Sie führt von der Mine durch bewohntes Gebiet zum Exporthafen. Auch Nickel wurde bereits gefördert, obwohl die Firma nur die Genehmigung für Probebohrungen hat.“ 

Nach diversen Demos und Beschwerden hat Jatam jetzt eine Petition verfasst und bittet Unterstützer aus aller Welt um Hilfe. Sie fordern von ihrer Regierung, die Bergbauaktivitäten im Morowali-Schutzgebiet sofort zu beenden, das illegale Vorgehen aller Beteiligten zu untersuchen und sie zu verpflichten, die beschädigten Wälder wieder aufzuforsten. 

Die Original-Petition von JATAM finden Sie hier.

Hinter­gründe

Bodenschätze in Sulawesi

Die indonesische Insel Sulawesi ist reich an Bodenschätzen – vor allem das gebirgige Zentrum. Zu den Vorkommen, auf die es Regierung und Bergbaukonzerne abgesehen haben, gehören vor allem Nickel, Eisenerz, Gold und Kupfer. Die größten Bergbau-Projekte der Provinz Zentral-Sulawesi liegen im Distrikt Morowali. Innherhalb der letzten fünf Jahre expandierte diese Branche gewaltig. 189 Minen-Konzessionen hat der Distriktchef ausgestellt, schätzen die Aktivisten von JATAM. „Die meisten Konzenssionen arbeiten ohne die vorgeschriebenen Kontrollen“, so Andika Ndika von JATAM. „Das bedeutet, dass die Abholzungen weitergehen, ohne dass die Behörden eingreifen.“ 

Eine Katastrophe für die Menschen und auch für die Tiere und Pflanzen, von denen viele endemisch sind. Zu ihnen gehören Koboldmaki, Bärenkuskus, Anoa (Berg- und Flachlandbüffel) oder der Maleo, ein großer huhnartiger Vogel, der seine Eier im sonnenwarmen Sand ausbrüten lässt.

An­schreiben

An: Den Präsidenten und den Forstminister der Republik Indonesien in Jakarta

Sehr geehrter Herr Präsident,
sehr geehrter Herr Forstminister,

im Distrikt Morowali ist der Bergbau in den letzten fünf Jahren bedeutend gewachsen. Nach unseren Informationen hat der Distriktchef bereits 189 Minen-Konzessionen (IUP) erteilt. Die Mehrheit arbeitet ohne ausreichende Kontrolle. Deshalb gehen die Abholzungen der Wälder unaufhörlich weiter.

Wir protestieren mit dieser Petition gegen die Ausbeutung der Nickelvorkommen und gegen die Zerstörung und die illegalen Rodungen im Morowali-Naturschutzgebiet.

Die Firma PT. Gemah Ripah Pratama (PT GRP) besitzt die Erlaubnis Nr. 540.3/SK.002/DESDM/XII/2011 für Probebohrungen auf einem Gebiet von 145 Hektar.
Im Oktober 2011 hat sie damit begonnen, die Mangroven und den Wald entlang der Gemeindegebiete von Tambayoli, Tamainusi and Tandoyondo abzuholzen.
Die von JATAM veranlassten Felduntersuchungen der Naturschutzbehörde von Kolonedale am 8. und 9. November 2011 ergaben:

1. Der Mangrovenwald, der die Küste im Gemeindegebiet von Tambayoli, Tamainusi und Tandoyondo säumt, geht in das Morowali Naturschutzgebiet über. Es umfasst 209.400 Hektar und wurde vom Forstminister am 21. April 1999 unter Schutz gestellt – per Dekret Nr. 237/Kepts11n/1999.

2. Die Mangroven wurden auf einer Länge von 1200 Metern und einer Breite von 15 Metern gerodet, um dort einen Hafen anzulegen.

Am 1. Juni 2012 hat PT. GRP damit begonnen, eine Straße vom Minengebiet zum Hafen zu bauen – mitten durch bewohntes Gebiet. Die Firma hat im Gemeindegebiet von Tambayoli bereits auf einem Hektar Nickel gefördert – obwohl sie nur eine Genehmigung für Probebohrungen hat. Doch PT. GRP zerstört nicht nur das Morowali-Schutzgebiet, sondern verkauft und exportiert Nickel ohne Genehmigung. Damit verstößt sie gegen das Dekret Nr. 7 von 2012, das den Export von Rohmaterial untersagt.

Wir protestieren mit diesem Brief auch gegen die Ungerechtigkeit gegenüber der Bevölkerung. Seit 1999 steht Morowali Nature Reserve unter Schutz. Die Einwohner der angrenzenden Gemeinden werden verhaftet, wenn sie Waldprodukte aus dem Reservat genommen haben sollen, während die lokale Regierung den Diebstahl von Eisenholz und die Naturzerstörung durch die Bergbaufirma ungestraft zulässt.

Wir fordern Sie auf, die Bergbau-Aktivitäten im Morowali-Schutzgebiet sofort zu stoppen, das illegale Vorgehen aller Beteiligten zu untersuchen und die zerstörten Wälder wieder aufzuforsten.

Palu, 24. September 2012
Andika Ndika, Kampagnen-Manager
JATAM

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