Bitte meinen Wald nicht abholzen!

Der Woodlark Kuskus, eine Beuteltier-Art Woodlark Kuskus ist bedroht, wenn die Wälder der Insel gerodet werden (© Eleanor Clapp)

Auf einer abgeschiedenen Insel in Papua Neuguinea ist der Woodlark Kuskus daheim. Die 6.000 Einwohner der Insel bewahren seinen Lebensraum, weil sie im Einklang mit der Natur leben. Jetzt will das Unternehmen Kulawood 30.000 Hektar Tropenwald abholzen. Es droht die Ausrottung des Woodlark Kuskus

Appell

An: den Premierminister von Papua-Neuguinea Peter O'Neill und die zuständigen Behörden

„Auf Woodlark leben viele endemische Tierarten wie der Kuskus. Bitte verhindern Sie, dass ihr Lebensraum im Regenwald durch ausländische Firmen vernichtet wird.“

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Die Vernichtung der Wälder auf Woodlark wäre ein Raubbau sondergleichen. Mehr als 40 endemische Tier- und Pflanzenarten würden ihrer Heimat beraubt: Frösche, Reptilien, Insekten, Schnecken und eben der Woodlark Kuskus, ein nachtaktives Beuteltier. Wissenschaftler vermuten, dass sich noch unbekannte Arten auf der nie systematisch erforschten Insel verbergen, die 270 Kilometer von der Hauptinsel entfernt liegt.

Doch immer wieder greifen ausländische Firmen nach der Insel. Derzeit treibt die Firma Kulawood ein Projekt voran, das zum Himmel stinkt. Die Forst-Behörden versagen offenbar auf ganzer Linie, da sie Dokumente mit haarsträubenden Fehlern akzeptieren. Die Organisation PNGi hat die Antikorruptionsbehörde alarmiert.

PNGi zufolge will Kulawood 30.000 Hektar Wald roden und 840.000 Kubikmeter Holz verkaufen. Der Wert beläuft sich auf 87 Millionen US-Dollar. Getarnt wird der Holzeinschlag offenbar als landwirtschaftliches Projekt, in dessen Zuge Kakaosträucher, Kautschukbäume und Akazien gepflanzt werden sollen.

Nur: Böden und Klima sind dafür ungeeignet, die Vermarktung etwaiger Produkte ist aufgrund von Woodlarks Abgeschiedenheit äußerst schwierig. Die Beteiligung der Einwohner bei der Planung verdient den Namen nicht. Sie werden über das Ausmaß der Rodungen und die Auswirkungen auf ihr Leben im Dunkeln gelassen.

Das Projekt folgt einem Muster, das Kennern Papua Neuguineas zufolge weit verbreitet ist: Investoren geben sich als einheimische Unternehmen aus, erschleichen sich etwa mit dem Versprechen, die Landwirtschaft zu entwickeln, Flächen – und führen doch die Plünderung der Wälder und Ressourcen im Schilde.

Die 6.000 Einwohner der Insel sind zu schwach, sich allein gegen die Zerstörung ihrer Heimat zu wehren. Wir müssen uns an ihre Seite stellen. Bitte unterschreiben Sie unsere Petition.

Hinter­gründe

"Eine Bühne der Evolution!" "Ein biologisches Juwel!" "Vollgestopft mit einzigartigen Spezies!" Wissenschaftler schwelgen in höchsten Tönen, wenn sie über den Reichtum der Natur von Woodlark Island sprechen. 7 Froscharten gibt es nur auf dieser Insel Papua Neuguineas und sonst nirgends auf der Welt. Ebenso 4 Reptilien- ,7 Pflanzen-, 19 Schnecken- und 4 Insektenarten, von denen 2 noch keinen wissenschaftlichen Namen tragen. Forscher haben bereits einige Spezies Frösche und Schlangen gefangen, von denen noch geklärt werden muss, ob sie ebenfalls endemisch sind.

"Sicherlich gibt es weitere unentdeckte Arten", sagt Fred Kraus von der University of Michigan, der selbst vier Spezies als erster beschrieben hat. Die Insel birgt noch Geheimnisse, da sie nie systematisch erforscht wurde. "Jedes größere Waldstück in Papua Neuguinea ist einzigartig und beherbergt spezialisierte und vielleicht endemische Arten, vor allem wirbellose Tiere", sagt der Ornithologe Bruce Beehler.

Einheimische leben im Einklang mit der Natur

Über Jahrtausende leben die Einheimischen im Einklang mit der Natur. "Die Insel ist ein einzigartiges Beispiel für ein soziales und ökologisches System, das seit 2000 und mehr Jahren das Leben von Mensch und Natur gleichermaßen ermöglicht", sagt der Anthropologe Frederick H. Damon. Er hat 30 Jahre lang auf der Insel geforscht.

Seit Generationen nutzen die Insulaner den Wald schonend. Sie pflanzen Gärten an, halten Schweine und gehen auf die Jagd. Laut Global Forest Watch haben sie zwischen den Jahren 2000 und 2012 rund 1.437 Hektar Wald eingeschlagen, was 1,7 Prozent der Insel entspricht. Rechnet man die 287 Hektar dagegen, auf denen in dieser Zeit junger Wald heranwuchs, sind es nur 1,3 Prozent.

Antikorruptionsbehörde alarmiert

Wiederholt versuchen Firmen, Woodlarks Natur auszubeuten. Im Jahr 2008 griff eine Palmölfirma nach der Insel, 2014 folgte die zwielichtige Holzfirma Karridale, dann rückten die Bergbauunternehmen Kula Gold und Geopacific an. Jetzt will Kulawood 30.000 Hektar Wald roden.

Die Organisation PNGi hat den Fall Kulawood detailliert recherchiert und am 5.7.2018 diese Schreiben an die Forstverwaltung und die Antikorruptionsbehörde geschickt.

Hintergrundinformationen

http://news.mongabay.com/2014/0428-hance-woodlark-logging.html

http://news.mongabay.com/2014/0922-hance-woodlark-island-logging-endemics.html

http://news.mongabay.com/2014/1021-hance-alert-woodlark.html

2007/2008: http://news.mongabay.com/2007/1213-woodlark.html

Kuskus auf Roter Liste: http://www.iucnredlist.org/details/16846/0

An­schreiben

An: den Premierminister von Papua-Neuguinea Peter O'Neill und die zuständigen Behörden

Sehr geehrter Herr Premierminister Peter O'Neill,
sehr geehrte Damen und Herren,

die 6.000 Einwohner der Woodlark Island leben in Harmonie mit den Urwäldern ihrer Heimat. Dort existieren mindestens 42 endemische Arten, darunter der Woodlark Kuskus. Wissenschafter sind sicher, dass sich auf der Insel noch zahlreiche unbekannte Arten verbergen.

Trotzdem initiieren Kulawood und auch andere ausländische Unternehmen wie Karridale, Kula Gold und Geopacific immer wieder Projekte, für die sie Tausende Hektar Wald zerstören würden. Es geht um Holzeinschlag, Bergbau und Landwirtschaft. Die Rechte der Bevölkerung werden dabei missachtet.

Wir bitten Sie daher, solche Projekte zu stoppen und keine Genehmigungen zur Abholzung zu erteilen.

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