Tropenholz im Schreibblock? – Nein Danke!

Fotomontage mit zwei Topmodel-Schreibblöcken vor einem abgeholzten Regenwald Im Papier der Firma Depesche wurden wiederholt Tropenholzfasern gefunden (Hintergrundmotiv: RAN) (© Bild im Hintergrund: RAN)
46.905 Teilnehmer

Ende der Aktion: 28.09.2015

Topmodel, Beste Mama, Horses Dreams – so heißen Schreibblöcke der Firma Depesche. Doch das Papier der Firma birgt ein schlimmes Geheimnis: Bei Laboranalysen wurden wiederholt Tropenholzfasern aus Primärwäldern gefunden

Appell

An: Depesche Vertrieb GmbH & Co. KG, 
Geesthacht
 bei Hamburg

„Aufruf an die Firma Depesche: Bitte kein Papier aus Regenwaldrodung verwenden“

Ganzes Anschreiben lesen

Große Kulleraugen, schlanke Körper, gestylte Frisuren und poppige Klamotten: Topmodel heißt eine der Kreationen der Firma Depesche, die Kinderherzen schneller schlagen lassen. Sie werden millionenfach abgedruckt auf Briefpapier, Malbüchern, Schreibblöcken.

Für die tropischen Regenwälder ist das keine gute Nachricht: In dem Papier der Firma wurden Tropenholzfasern gefunden. Das haben wiederholt Analysen im Auftrag des WWF in einem Speziallabor ergeben.

In Supermärkten, Schreibwaren- und Buchläden werden die „Trendartikel" von Depesche in großen Mengen verkauft, in Deutschland und in über 41 Ländern. Die Firma bezeichnet sich selbst als einen der führenden Grußkarten- und Geschenkartikelanbieter Europas.

Gedruckt werden viele der Papierprodukte in China und von dort verschifft. Die Papierhersteller scheinen dabei Hölzer aus dem Regenwald in ihre Produktion zu stecken. In Südostasien holzen Papierkonzerne wie APP und APRIL die Regenwälder ab, um daraus Papier herzustellen.

Die Antwort von Depesche auf die Vorwürfe: Die getesteten Produkte seien seit Langem nicht mehr im Programm, es handele sich um alte, bereits ausgewechselte Motive. Auf ihrer Webseite wirbt die Firma dazu mit der Übererfüllung der gesetzlichen Auflagen und zertifizierter, TÜV-geprüfter Qualität.

Wir halten diese Angaben angesichts der wiederholten Laborergebnisse aus zwei Jahren für nicht überzeugend.

Bitte unterzeichnen Sie unseren Aufruf an die Firma Depesche:

Hinter­gründe

- Weitere Informationen zu Tropenholzfasern in Papierschreibwaren:

- WWF Marktrecherche Papier Raubbau an tropischen Wäldern EU-Holzhandelsverordnung" vom 2. Februar 2015

Mindestens 14 Produkte enthalten laut WWF Tropenholz, und das nicht zum ersten Mal:

Bereits 2013 hatte die Organisation in 13 Papierprodukten von Depesche Tropenholz nachgewiesen: Alptraum unterm Gabentisch vom 17.12.2013.

- WWF Schweiz 11.11.2014: Test: Jedes zehnte Buch enthält Tropenholz und Tabelle Bücher mit Tropenholz

- Tropenholzseite von Rettet den Regenwald

https://www.regenwald.org/themen/tropenholz

An­schreiben

An: Depesche Vertrieb GmbH & Co. KG, 
Geesthacht
 bei Hamburg

Sehr geehrte Damen und Herren,

bereits im zweiten Jahr haben Analysen des WWF in Produkten der Firma Depesche Anteile von Tropenholzfasern nachgewiesen.

2013 ließen sich in dreizehn und 2014 in vierzehn getesteten Papierprodukten von Depesche Tropenholzfasern bestimmen, die mit größter Wahrscheinlichkeit aus tropischen Regenwäldern stammen. In China, wo viele der Depesche-Artikel gedruckt werden, landen große Mengen Tropenholz aus dem illegalen Einschlag der Regenwälder Südostasiens in der Papierproduktion.

Nach Angaben des WWF verstößt ihre Firma damit wahrscheinlich auch gegen geltende Gesetze: Die seit März 2013 geltende EU-Holzhandelsverordnung (EUTR) und das deutsche Holzhandelssicherungsgesetz (HolzSiG) schreiben den Importeuren von Holz- und bestimmten Papierprodukten Sorgfaltspflichten vor, um Hölzer aus illegaler Herkunft auszuschließen.

Wir fordern Depesche dazu auf, ab sofort nur noch umweltfreundliche Papiere (am besten Recycling-Papier) zu verwenden und die Herstellungs- und Lieferwege offenzulegen.

Mit freundlichem Gruß