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RegenwaldReport 01/2001

Bulldozer im Wald der Penan

Blockade der Penan gegen Holzfäller

Mehr als 100 Penan, darunter Frauen und Kinder, haben im Januar 2001 mit Blockaden von Holzfällerstraßen erneut versucht, die Vernichtung ihrer Lebensräume zu verhindern, die im malaysischen Bundesstaat Sarawak auf der Insel Borneo liegen. Der gewaltfreie Protest richtet sich gegen das Holz-Unternehmen Lajong Lumber Sdn. Bhd., eine Tochter des Branchenriesen Rimbunan Hijau Sdn. Bhd. Die Blockade der noch teilweise nomadisch in den Regenwäldern lebenden Penan wurde von ihrem Häuptling Ajang Kiew angeführt, der gegen die Holzfirma schwere Vorwürfe erhob. „Das Unternehmen hat mit mehr als 30 Bulldozern und anderen Maschinen Bäume aus einem Waldgebiet geholt, in dem wir seit Jahren leben." 1997 hatten die Penan mit der Holzgesellschaft einen Vertrag unterzeichnet, wonach diese die Penan-Gebiete nicht ohne vorherige Verhandlungen betreten dürfen. „Damit sollten unsere Wasservorräte und die kommunalen Wälder geschützt werden, ohne die wir nicht überleben können. „Sie vernichten die Tiere und die Früchte des Waldes und treiben uns in eine Hungersnot." Kiew appellierte an die Regierung, den Penan endlich zu helfen und deren Recht auf den uneingeschränkten Schutz ihrer traditionellen Waldgebiete anzuerkennen. Am 21. Januar traf Dato Seri Mohd Hashim bin Hussein in der Schweiz ein, einer der ranghöchsten malaysischen Generäle. Empfangen wurde seine Delegation in Zürich von Oberst Kellerhals und zwei weiteren hohen Schweizer Militärs. Der Besuch steht vermutlich im Zusammenhang mit dem seit Mai 2000 auf Borneo spurlos verschollenen Bruno Manser, der seit vielen Jahren für die Rechte der Penan kämpft. Nachdem der Bruno-Mauser-Fonds (BMF) von dem streng geheim gehaltenen Besuch aus Malaysia erfahren hatte, erwarteten BMF-Aktivisten, begleitet von Brunos Schwester Monika, den malaysischen General und seinen Stab. Auf Transparenten forderten sie, die Sicherheit des verschwundenen Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten Bruno Manser zu garantieren, den Einsatz von Armee-Einheiten gegen die Penan zu stoppen sowie die sofortige Schaffung des von der Regierung von Sarawak seit 1987 versprochenen Biosphären-Reservates für die Penan.