Erneut brennen in Nigeria Häuser nieder

Graben um die Palmölplantage von Okomu Oil Palm in Nigeria Die Firma Okomu Oil Palm OOPC hat einen tiefen Graben um ihre Plantage ausgehoben (© Rettet den Regenwald / Mathias Rittgerott)

21.09.2022

Die Menschen am Rand der Palmölplantagen der Firma Okomu kommen nicht zur Ruhe. Am 2. September wurden im Dorf Agbede in Nigeria Häuser niedergebrannt, weitere wurden geplündert. Hintergrund ist der Konflikt zwischen der Bevölkerung und der Firma Okomu Oil Palm.

„Ich weiß nicht, warum sie gekommen sind und mein Haus und weitere acht Gebäude abgebrannt haben“, sagt ein traditioneller Führer der Gemeinschaft: „Wir sind friedliebende Menschen, wir sind keine Militanten, Entführer oder Menschen mit verdächtigem Charakter. Wir sind nur Landwirte, also wissen wir nicht, welche Straftaten uns vorgeworfen werden.“

Zu den Angreifern gehörten laut Augenzeugen Sicherheitskräfte und Polizei. Sie seien mit einem Boot gekommen und hätten in die Luft geschossen, um die Einwohner:innen zu vertreiben. „Sie richteten ein Chaos an, indem sie mehrere Häuser in Brand setzten“, heißt es in einem Brief von drei Dorfbewohnern an die Polizei. Einige Personen seien jetzt obdachlos. Mit dem Schreiben fordern sie die Behörden auf, Ermittlungen aufzunehmen. Seither werden sie offenbar bedroht.

Hintergrund ist der Konflikt zwischen Dorfbewohner:innen und der Firma Okomu Oil Palm. OOPC gehört zur Socfin-Gruppe, die in zehn Ländern Afrikas und Asiens Palmöl- und Kautschukplantagen betreibt. Die Europäer haben einen schlechten Ruf: ob in Kamerun, Liberia, Sierra Leone, Elfenbeinküste oder Kambodscha, überall berichten die Menschen über rabiate Methoden.

Die Einwohner in Nigeria beklagen, dass ihnen das Land für die Plantagen geraubt worden sei. Die Firma habe zudem die einzige öffentliche Straße zu ihren Dörfern mit einem Tor blockiert und kontrolliere somit den Zugang. Während eines friedlichen Protests sei eine Frau von Sicherheitskräften angeschossen worden.

Die Firma bestreitet, in Gewalttaten verwickelt zu sein.

Der Konflikt spaltet die Gemeinden. Während manche auf Seiten der Firma stehen und mit allerlei Argumenten überredet oder gar "gekauft" wurden, klagen andere über Gewalt.

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