Lübecker Senat beendet Tropenholz-Abenteuer

Tropenholzlaster: Vom Regenwald zum Weltmarkt

28.03.2012

Unsere Proteste zeigen Wirkung: Die Hansestadt hat unserem Verein schriftlich bestätigt, dass sie keine neuen Bänke aus Tropenholz anschaffen wird

Unsere Protestaktion "Tropenholz-Bänke in Lübeck - Heimische Eiche statt brasilianisches Jatoba" zeigt Wirkung. Im Auftrag des Bausenators Boden wurde unserem Verein nun schriftlich bestätigt, dass "die Hansestadt Lübeck im Resultat zukünftig keine neuen Bänke aus Tropenholz mehr ausschreiben wird". Zudem bietet der Hersteller und Lieferant, die Firma Benkert aus Bayern, keine zertifizierten Hölzer für Sitzbänke mehr an, teilt uns die Stadt mit.

"Daher habe ich mich entschlossen, den noch ausstehenden Bauabschnitt Schrangen mit Bänken aus heimischen Hölzern auszustatten", so die Antwort des Senators. Voraussichtlich wird dazu Eichenholz eingesetzt, alternativ ist auch noch Lärche im Gespräch. 

Rettet den Regenwald freut sich sehr über diese Entscheidung: "Heimische Hölzer aus naturnaher Waldbewirtschaftung sind die beste Wahl", erklärt Klaus Schenck, Wald und Energiereferent des Vereins. "Die Tropenholzindustrie und der Handel mit den Edelhölzern sind neben der industriellen Landwirtschaft Hauptursache der Regenwaldzerstörung."

Eine neue Studie der Weltbank bestätigt zudem, dass ein Großteil der gehandelten Hölzer - je nach Land bis zu 90 Prozent - illegal gerodet werden. "In Brasilien sind höchste Beamte der für den Holzeinschlag zuständigen staatlichen Umweltbehörde und die Gouverneure von Bundesstaaten an einem riesigen illegalen Tropenholzgeschäft beteiligt, das dem Amazonasregenwald einen geschätzten Schaden von 500 Millionen US-Dollar zugefügt hat", schreibt die Weltbank in ihrem 50-seitigen Bericht.

Auch in Lübeck ließ sich trotz eines Zertifikats nicht zurückverfolgen, von welcher Firma und aus welchem Einschlagsgebiet im Regenwald das bisher verwendete brasilianische Jatoba-Holz stammte. "Ohne Transparenz und lückenlose Rückverfolgbarkeit sind Holzsiegel kaum mehr als leere Versprechen", so Klaus Schenck.

Prinzipiell stehen für Sitzbänke im Außenbereich auch andere Baumaterialien zur Auswahl. Dazu gehören beispielsweise Stein, Beton, Stahl, Kunststoff oder Thermoholz. Dafür müssen zwar nicht direkt Bäume gefällt werden, die Stoffe haben aber eine schlechtere Ökobilanz als Naturholz aus deutschen Wäldern.