Chile schützt Humboldt-Pinguine vor Eisenerzmine und Verladehafen

Eine Gruppe von Humboldtpinguine Klettern auf den Felsen zu Wasser

25.08.2017

Die chilenische Regierung hat ein geplantes Minenprojekt am Pazifik abgelehnt. Der Abbau von Eisenerz und der Bau eines nahegelegenen Verladehafens für den Export des Rohstoffs würde die Humboldt-Pinguine stark bedrohen. Die Petition von Rettet den Regenwald läuft wegen eines weiteren Minen- und Hafenbauvorhabens in dem Gebiet weiter.

Am 11. August 2017 haben Umweltschützer der chilenischen Präsidentin Michele Bachelet 357.264 Unterschriften übergeben. Ein gutes Drittel davon (133.423 Unterschriften) hat Rettet den Regenwald mit der Petition „Dringend: Ein Schutzgebiet für Pinguine in Chile!“ beigetragen. Präsidentin Bachelet hat in dem Gespräch auf die bevorstehende Entscheidung eines Ministerkomitees hingewiesen und zugesagt, die Unterschriften und Stellungnahmen gegen das Bergbauprojekt Dominga an Umweltminister Marcelo Mena weiterzuleiten.

Nur wenige Tage später, am 21. August 2017 folgte die Entscheidung. Das nationale Komitee der Minister für Bergbau, Gesundheit, Landwirtschaft, Umwelt und Wirtschaft hat das Projekt auf Eis gelegt:

Wir haben das Bergbau- und Hafenprojekt Dominga aufgrund der Auswirkungen abgelehnt, die es auf die Flora und Fauna dieses weltweit einzigartigen ökologischen Gebiets haben könnte, in der 80 Prozent der globalen Population der Humboldt-Pinguine und andere emblematische Arten wie Wale und der Küstenotter vorkommen, begründet der chilenische Umweltminister Marcelo Mena das offizielle Aus.Entwicklung darf weder auf Kosten des Umwelterbes geschehen noch Risiken für die Gesundheit der Menschen verursachen. Und das gilt umso mehr in Gebieten von einzigarten Umweltwerten auf der Welt.“

Zuvor hatte bereits die Regionalregierung von Coquimbo den von der Firma Andes Iron geplanten Abbau von Eisenerz und den dazugehörigen Verladehafen Totoralillo Norte am Pazifik abgelehnt.

Die Kampagne der Umweltschützer in Chile und die Petition des Vereins zum Schutz der Pinguine laufen derweil weiter. Denn das Gebiet ist durch ein weiteres Hafenbauprojekt in Gefahr. Nur 5 Kilometer entfernt will die Firma Compania Minera del Pacífico (CMP) den Industriehafen Cruz Grande errichten, der ebenso das Ökosystem der Humboldt-Pinguine bedroht. Eine Klage der Umweltbewegung MODEMA befindet sich vor dem obersten Gerichtshof des Landes, nachdem die Regional-Regierung und der Ministerrat den Hafenbau genehmigt hatten.

Zwischen dem 4.und 8. September 2017 findet in unmittelbarer Nähe des Pinguinschutzgebietes in der Stadt Serena der 4. Internationale Kongress für Meeresschutzzonen (auf englisch abgekürzt IMPAC4) statt. Die Veranstaltung soll dazu genutzt werden, öffentlichen Druck auf die verantwortlichen Politiker auszuüben, um auch dieses umweltschädliche und für die Pinguine gefährliche Projekt zu stoppen.