Bitte mehr Proteste! Goldminenprojekt in Guayana wackelt

Fotomontage: Die Köpfe von Brune Poirson und Francois de Rugy vor einer Tagebaumine im Hintergrund.

06.06.2019

Die Unterstützung der französischen Regierung für eine geplante Goldmine im Regenwald von Französisch-Guyana steht auf der Kippe. Das Projekt Montagne d‘Or“ werde "nicht stattfinden", erklärte Umweltminister François de Rugy als Reaktion auf den großen öffentlichen Druck. Rettet den Regenwald feiert die Aussage als wichtigen Schritt einer dreijährigen Mobilisierung von Menschen aus aller Welt

Die Aussage des französischen Umweltministers ist bislang die klarste Stellungnahme gegen das Goldprojekt Montagne d'Or (auf deutsch Goldberg) im Regenwald von Südamerika. Noch vor den Europawahlen hatte die Regierung weiter versucht, sich mit vagen Formulierungen wie „nicht in der vorliegenden Form“ alle Hintertüren offen zu halten.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat im Laufe der Zeit seine öffentlichen Aussagen über das Bergbauvorhaben Montagne d'Or immer wieder relativiert: Diese reichten von „Wir werden alles dafür tun, dass ein Projekt dieser Größenordnung in Französisch-Guayana Wirklichkeit werden kann"(im August 2015), über ein "Projekt, das für Guyana gut sein könnte" (Oktober 2017) bis hin zu einem Projekt, das "nicht mit ökologischen Ansprüchen vereinbar ist", wie er Anfang Mai 2019 erklärte.

Ein Beschluss des „Ökologischen Rats der Regierung“ vom 23. Mai 2019 hat die öffentliche Empörung über die Regierung weiter erhöht. Statt der angekündigten endgültigen Entscheidung über das Goldminenprojekt, wiederholte das Gremiun lediglich die schwammigen Worte des Präsidenten: "Das aktuelle Projekt Monatgne d'Or ist mit den Anforderungen des Umweltschutzes unvereinbar". 

Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, Politiker, Parlamentarier und Journalisten forderten die Regierung und vor allem das Umweltministerium auf, ein für allemal die Position der Regierung klarzustellen.

Unter dem großen öffentlichen Druck erklärten schließlich eine Woche später der französische Umweltminister François de Rugy und die Staatsminister Emmanuelle Wargon und Brune Poirson, dass Montagne d'Or "nicht stattfinden wird".

Trotzdem ist das Projekt damit immer noch nicht endgültig begraben. Die für Dezember 2019 geplante Reform des Bergbaugesetzbuches könnte diesbezüglich noch böse Überraschungen bringen. Mit Spannung erwartet wird zudem der für Mitte Juni 2019 geplante Besuch von Umweltminister de Rugy in Französisch-Guayana.

Aber diese wichtigen öffentlichen Aussagen der Minister und Gremien wollen wir nicht ignorieren, weil sie Mut machen und zeigen, dass öffentlicher Druck etwas bewirken kann.

Dazu haben auch die mehr als 410.000 Unterschriften für eine Petition gegen die industrielle Goldmine in Guyana beigetragen, die Rettet den Regenwald unterstützt hat. Wir möchten alle Personen und Gruppen beglückwünschen, die direkt oder indirekt an der großen internationalen Kampagne für den Erhalt des Amazonasregenwaldes und seiner Biodiversität teilgenommen haben.

Die Kampagne Or de Question setzt derweilen den Kampf weiter fort: Sie verlangt die Konzession der Firma Montagne d'Or nicht zu erneuern, die bisher vom Staat erteilten Forschungsgenehmigungen (PER) für 360.000 Hektar Land einzufrieren, die Verwendung von Cyanid im Bergbau zu beenden und schließlich 25 nachhaltige Beschäftigungsbereiche zu fördern, wie im Rahmen des Guyana-Abkommens gefordert.

Wir bleiben weiter wachsam und mobilisiert. Wir wollen keine Industriemine im Amazonasgebiet: weder das Projekt Montagne d‘Or noch andere derartige Vorhaben!