Trophäenjagd: Lügen der Lobby entlarvt

Elefant in der Savanne Jäger haben es auf besonders stattliche Tiere abgesehen (© Istockphoto)

12.01.2024

Touristen erschießen Elefanten, Nashörner und Löwen zum Spaß – Rettet den Regenwald sagt schon lange „Nein“ zur Trophäenjagd. Ein neues Thesenpapier widerlegt jetzt die Mär von Lobbyverbänden, das Abknallen von Tieren diene dem Naturschutz und beschere der Bevölkerung ein Einkommen. Weil nichts davon stimmt, hat Belgien jetzt die Einfuhr solcher Trophäen verboten.

Trophäenjäger töten jedes Jahr weltweit Zehntausende Wildtiere mit dem Ziel, besonders große oder herausragende Trophäen zu ergattern – Stoßzähne, Hörner, Felle. Je seltener die Tierart ist, desto mehr bezahlen sie für Gebühren und Reisepakete. Selbst der Abschuss vom Aussterben bedrohter und streng geschützter Arten wie Elefant und Nashorn ist nicht tabu.

Die Zahlen darüber, wie stark deutsche Jägerinnen und Jäger involviert sind, alarmieren: Während laut Bundesamt für Naturschutz (BfN) im Jahr 2021 legal 435 Trophäen geschützter Tierarten eingeführt wurden, waren es 2022 sogar 538 und im vergangenen Jahr erschreckende 569. Das ist ein Anstieg um mehr als 30 Prozent. Und das, obwohl die Bundesregierung offiziell das Ziel verfolgt, die Zahl solcher erlaubten Importe zu senken.

Derweil hat das Parlament in Belgien am 25.1.2024 die Einfuhr von Trophäen gefährdeter Arten wie Flusspferde, Geparde und Eisbären einstimmig verboten. In Frankreich ist ein vergleichbares Verbot absehbar. Die Bundesregierung sollte dem folgen.

Um dieses blutige Hobby zu rechtfertigen, schiebt die Jagdlobby Argumente vor, die einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhalten. Umwelt- und Tierschutzverbände widerlegen die Behauptungen der Jagdlobby.

Das Papier „Fakten zur Trophäenjagd: Mythen der Trophäenjäger*innen enttarnt“ wurde federführend von der Organisation Pro Wildlife in München verfasst und wird von 18 Gruppen unterstützt, darunter Rettet den Regenwald. Es widerlegt auf 19 Seiten 14 häufig vorgetragene Mythen der Jagd-Lobby. Die Argumente sind gut belegt: der Text enthält 133 Fußnoten mit wissenschaftlichen Studien und Berichten.

Sie können das Papier hier als pdf abrufen.

Dies sind in wenigen Sätzen die 14 Argumente:

1: Trophäenjagd reduziert Bestände bedrohter und geschützter Arten.

2: Trophäenjäger*innen töten jene Tiere, die für gesunde Bestände besonders wichtig sind.

3: In Jagdgebieten grassieren Wilderei und illegale Praktiken.

4: Korruption und Missmanagement sind verbreitet, es fehlt an Regulierung und Kontrolle.

5: Trophäenjagd missachtet ökologische Zusammenhänge.

6: Trophäenjagd verschärft Konflikte zwischen Mensch und Tier.

7: Geld aus der Trophäenjagd fließt nahezu ausschließlich in die Jagdindustrie und korrupte Kanäle, nicht an die arme Landbevölkerung.

8: Die Kosten zum Erhalt von Schutzgebieten übersteigen die geringen Einnahmen aus der Jagd um ein Vielfaches.

9: Fototourismus ist wesentlich rentabler als Trophäenjagd.

10: Töten zum Spaß ist unethisch und nicht vereinbar mit dem Tierschutzgesetz.

11: Die Trophäenjagdindustrie betreibt Greenwashing.

12: Importverbote basieren auf dem Recht nationaler Selbstbestimmung und der Verantwortung für Mensch und Natur.

13: Trophäenjagd zementiert koloniale Strukturen und Ungerechtigkeit.

14: Interessenskonflikte und Verbindungen zur Jagdindustrie trüben die Objektivität.

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