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Protest der Ekuri schlägt weltweit Wellen
Martins Egot dokumentiert Holzeinschlag im Wald der Ekuri (© Mathias Rittgerott)

Präsident stärkt den Waldschutz – doch die Polizei nimmt Waldschützer fest

23.01.2026Nigeria: Präsident Bola Tinubu hat den Export von Holz verboten, um Wälder zu schützen – trotzdem wurde der Regenwaldschützer Martins Egot festgenommen. Er habe Jugendliche zu Gewalt angestachelt. Die hatten Maschinen der Firma Ezemac aufgehalten, als diese in den Wald der Ekuri eindrangen. Der Fall zeigt: Dekrete des Präsidenten genügen nicht; über die Zukunft des Waldes wird vor Ort entschieden.


„Die Situation wird mit jeden Tag kritischer“, schreibt uns Martins Egot nach seiner Freilassung, Direktor der Organisation Panacea for Developmental and Infrastructural Challenges for Africa Initiative (PADIC-AFRICA) und seit zehn Jahren enger Partner von Rettet den Regenwald.

Während er damit beschäftigt ist, sich gegen Polizeiwillkür zu wehren und juristische Schritte gegen Ezemac einzuleiten, hat die Firma offenbar ihre Holzfäller erneut in den Wald der Ekuri geschickt.

Ekuri-Wald und Loggingfirma Ezemac

Die indigenen Ekuri bewahren seit vielen Jahren ihren Gemeindewald – ein weltweit respektiertes Beispiel für funktionierenden Waldschutz. Martins Egot stammt von dort und hat zum Gelingen beigetragen. Doch jetzt holzt die Firma Ezemac International (Nig) Ltd dort ab. Ohne Erlaubnis und damit illegal, wie die Einheimischen betonen. 

Wir vertreten weiterhin konsequent die Auffassung, dass Ezemac keine rechtmäßige Befugnis hat, im Ekuri Community Forest tätig zu sein, insbesondere vor dem Hintergrund der Verordnung des Präsidenten und der einschlägigen Umweltgesetze.

Das schreibt Odey Oyama, Direktor der Organisation Rainforest Resource and Development Center (RRDC) und ebenfalls Rettet den Regenwald-Partner.

Was ist passiert?

Ab dem 9. Januar 2026 hat sich die Lage dramatisch zugespitzt. Dorfbewohner von New Ekuri entdeckten, dass Ezemac tief in ihrem Wald mit schwerem Gerät arbeitet. Sie hielten die Maschinen – zwei Bulldozer, ein Bagger, vier Lkw - auf und nahmen den Arbeitern Zündschlüssel und Batterien der Fahrzeuge ab. Mittlerweile wurden sie zum Entsetzen der Einheimischen von der Polizei an die Firma zurückgegeben – und die Maschinen sind wieder im Wald.

Die Situation sei friedlich gewesen, versichert Martins Egot.

Doch die örtliche Polizei hat Vorwürfen der Firma gegen Martins Egot „und seine Bande“ zu 100% geglaubt – Verschwörung, bewaffneter Raubüberfall, Diebstahl und böswillige Sachbeschädigung - und ihn am 14. Januar 2026 festgesetzt.

Die Jugendlichen seien zwar sehr aufgebracht, doch noch könnten die Dorfältesten sie beruhigen, schreibt Martine Egot. Das müsse nicht so bleiben, warnt er. 

Die Präsenz der Holzfäller im Wald ist eine direkte Provokation und birgt das Risiko gewaltsamer Auseinandersetzungen, von Todesfällen und irreversiblen Umweltschäden.

Odey Oyama arbeitet eng mit Martins Egot zusammen und hat Brandbriefe an Politiker, Polizei und Behörden in Calabar und Abuja geschickt. Sein Eindruck: Umweltschützer erfahren in der Hauptstadt Unterstützung, im Bundesstaat Cross River dagegen werden sie bekämpft. Dort hielten mächtige Politiker und Sicherheitskräfte ihre schützende Hand über Ezemac.

Verbot von Holzexport durchsetzen

Der Fall bestätigt die Mahnung von Odey Oyama, dass das Verbot von Holzexport des Präsidenten das eine ist, die Realität vor Ort aber etwas anderes. Daher haben wir mit Odey die Petition „Die Zeit läuft ab für Nigerias Wälder. Exportverbot durchsetzen – jetzt!“ ins Leben gerufen. Bitte unterzeichnen Sie.

In einem Social-Media-Post schreiben junge Ekuri:

If we stay silent, the forest will be gone.

If we stay silent, money will triumph over justice.

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