Eco Guards im Regenwald Eco-Guards sind in kleinen Gruppen im Wald unterwegs (© Mathias Rittgerott) Martins Egot zusammen mit Eco-Guards Martins Egot berät sich mit Eco-Guards (© Mathias Rittgerott) Cross River Gorilla Cross-River-Gorillas sind die Unterart der Menschenaffen mit der kleinsten Population von wenigen Hundert Tieren (© WCS Nigeria Programm)

Eco-Guards bewachen den Wald am Afi Mountain

In einem kleinen Landstrich im Osten Nigerias leben noch Gorillas, Schimpansen und Waldelefanten. Die Rede ist vom Afi Mountain und vom Cross River Nationalpark. Die Organisation PADIC Africa setzt sich für den Schutz ein, indem sie Eco-Guards ausbildet und mit den Dorfbewohnern umweltverträgliche Einkommensquellen erschließt.

Projektübersicht

ProjektthemaLebensräume / Menschen

Projektziel Regenwald im Osten Nigerias bewahren

Aktivitäten Eco-Guards ausbilden, und alternative Einkommensquellen erschließen

Wir sind in Olum, einem Dorf nicht weit vom Afi Mountain. Gerade wird das jährliche Cassava-Fest gefeiert. Zu Ehren der Wurzelknolle, die im Osten Nigerias ein Grundnahrungsmittel ist, tanzen Frauen singend durchs Dorf. Da passt es ausgezeichnet, dass Martins Egot, Gründer der Organisation PADIC Africa (früher Devcon) gerade eine Cassava-Mühle an die Frauenvereinigung des Ortes übergeben kann. Dank der Mühle produzieren und verkaufen sie nun eigenes Mehl. Dieses zusätzliche Einkommen eröffnet einigen Dorfbewohnern den finanziellen Spielraum, regelmäßig und unbezahlt als Ecoguards im Regenwald zu patrouillieren. Diese Patrouillen sind bitter nötig.

Nigeria hat große Teile seiner Regenwälder bereits verloren. Für Plantagen und illegalen Holzeinschlag im großen Stil. Wilderer haben manche Tierarten stark dezimiert.

Doch im Bundesstaat Cross River, entlang der Grenze zu Kamerun, ist noch Wald erhalten. Für die Einheimischen, Umweltschützer und Wissenschaftler ist der Dschungel von herausragender Bedeutung. Botaniker zählen dort mehr als 1.550 Pflanzenarten, darunter mindestens 120 bedrohte. Ornithologen listen 350 Vogelarten auf. Waldelefanten schieben ihre dicken Leiber durchs Unterholz, in den Bäumen turnen Schimpansen und Stummelaffen. Cross-River-Gorillas, die Unterart der Menschenaffen mit der kleinsten Population von wenigen Hundert Tieren, leben versteckt in den Bergen.

Die Eco-Guards

Hier kommen die Eco-Guards ins Spiel. Gerade hat wieder eine Gruppe von 50 Frauen und Männern die Ausbildung abgeschlossen. In grünen Uniformen marschieren sie zum Appell, begleitet von den Rhythmen einer Trommelgruppe. Das Ganze hat etwas Militärisches, aber das gehört nach Martins Egots Worten dazu. So würden die Freiwilligen respektiert, wenn sie später auf ihren Patrouillen Wilderer, Brandstifter und Holzfäller aufspüren – bewaffnet nur mit dem Argument, dass der Wald unter Schutz steht und die Aktivitäten illegal sind. Und mit dem Wissen, wie wertvoll er ist.

Die Patrouillen der Eco-Guards ermöglichen und Einkommen schaffen, diesem Ziel dient auch die kleine Farm, die Martins Egot in seinem Heimatdorf Edondon aufgebaut hat. Neben einem Feld gehört ein Hühnerstall dazu. Seit einigen Monaten läuft zudem ein Projekt, Schweine zu züchten. Wenn alles klappt, können Dorfbewohner das Modell übernehmen, mehr mit der Landwirtschaft verdienen als bisher und müssen als Nebeneffekt weniger Wildtiere im Wald jagen.

Der 54-jährige Umweltschützer, der zum indigenen Volk der Ekuri gehört, lebt zwar seit langem in der geschäftigen Provinzhauptstadt Calabar, verbringt aber möglichst viel Zeit in Edondon, im Gemeindewald der Ekuri und in den Dörfern am Rand des Cross River Nationalparks. Der promovierte Fachmann für ländliche Entwicklung mag das gemächlichere Leben hier und legt Wert auf den engen Kontakt zu seinen Nachbarn und zu den Eco-Guards.

Martins Egot fasst seinen Ansatz so zusammen. „PADIC Africa ist eine Naturschutzorganisation, die auch den Menschen nützt.“

Unsere Partnerschaft mit Devcon

Als die indigenen Ekuri im März 2016 die Weltöffentlichkeit vor dem Bau eines „Superhighways“ durch den Cross River Nationalpark warnten, war für uns bei Rettet den Regenwald klar: Die Bedrohung ist so gravierend, dass wir einen Schwerpunkt unserer Arbeit auf Nigeria legen. Seither haben wir enge Kontakte nach Westafrika geknüpft, sind dreimal dorthin gereist, um die Kampagnen gemeinsam voranzutreiben, und haben zahlreiche tapfere, engagierte Naturschützer getroffen. Darunter Martins Egot und PADIC Africa.

Seither haben wir mehrere Projekte finanziell gefördert. Dabei ging es immer um Eco-Guards, alternative, umweltschonende Einkommensquellen und Umweltbildung. Im Jahr 2022 haben wir vereinbart, die Organisation zusätzlich mit einer jährlichen Summe zu unterstützen.

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