Gefahr durch Erdöl wird konkreter
Demokratische Republik Kongo, Uganda: Die Regierungen in Kinshasa und Kampala wollen bei der Ausbeutung von Erdölvorkommen am Eduard- und Albertsee zusammenarbeiten. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Ostafrikanische Rohölpipeline EACOP. Umweltschützer in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda sind alarmiert.
Die Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und von Uganda, Félix Tshisekedi und Yoweri Museveni, haben am 11. Mai eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Ausbeutung natürlicher Ressourcen einschließlich Erdöl vereinbart. Medienberichten zufolge ging es dabei explizit um die Erdölpipeline EACOP und eine Raffinerie, die in Uganda bereits in Bau ist. Die DRK versucht, landesweit mehr als 50 Erdölkonzessionen zu vergeben, einige davon in Grenznähe zu Uganda.
Umweltschützer in beiden Ländern haben solch eine Kooperation seit längerem befürchtet. Die Netzwerke Notre Terre Sans Pétrole NTSP („Unser Land ohne Erdöl“) und StopEACOP warnen daher vor „erheblichen Folgen für die Fischergemeinden, die Wasserressourcen und die Ökosysteme des Albertine-Grabens.“
Die Vereinbarung könne den Weg für die Ausweitung der Erdölindustrie in einer Region beschleunigen, die bereits durch Konflikte, Armut und Umweltbelastungen geschwächt ist. Und zwar ohne ausreichende Beteiligung der lokalen Bevölkerung und ohne Schutz für grenzüberschreitende Ökosysteme.
So gefährdet das mit der EACOP verbundene Bohrprojekte Tilenga schon heute Elefanten und Rothschild-Giraffen im Nationalpark Murchison Falls. Fische und Wasservögel werden zudem vom Bohrprojekt Kingfisher, das direkt am Albertsee liegt, bedroht. Auch der Lebensraum zahlreicher Primaten inklusive Gorillas und Schimpansen ist in Gefahr.
Bestellen Sie jetzt unseren Newsletter
Bleiben Sie mit unserem Newsletter am Ball – für den Schutz des Regenwaldes!
Notre Terre Sans Pétrole und StopEACOP fordern die Regierungen der DRK und Ugandas in einem Statement auf:
- transparent, inklusiv und partizipativ über die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen zu diskutieren und die lokale Bevölkerung ernsthaft einzubeziehen.
- die grenzüberschreitende Ölförderung nicht auszuweiten, solange Menschen, Natur und demokratische Rechte nicht wirksam geschützt sind.
- die Umwelt-, Klima- und Sozialfolgen der Öl-Projekte unabhängig prüfen zu lassen und die Ergebnisse mit Garantien für den Schutz der betroffenen Gemeinschaften und Ökosysteme öffentlich zu machen.
- sicherzustellen, dass die betroffenen Gemeinschaften im Einklang mit den Grundsätzen der freien, vorherigen und informierten Zustimmung beteiligt werden.
Der Albertsee, der Eduardsee und der Fluss Semliki dürfen nicht zu Opferzonen für die Erdölindustrie werden.
Rettet den Regenwald arbeitet seit mehreren Jahren mit Mitgliedern von NTSP und StopEACOP zusammen. Dabei geht es darum, die Vergabe von Öl-Konzessionen in der DRK und den Bau der EACOP zu verhindern. Mehrfach haben wir Umweltschützer unterstützt, die wegen ihres Protests inhaftiert wurden.
Der Ölpipeline den Hahn zudrehen
Afrika erlebt trotz Klimakrise einen Erdöl-Boom. Sogar im Murchison Falls Nationalpark in Uganda bohrt der Konzern TotalEnergies nach Öl.
Ihre Spende bewahrt Afrikas Natur
Im Kongobecken gedeiht der zweitgrößte Regenwald der Erde. Hier sind Gorillas, Schimpansen und Waldelefanten zuhause. Mutig bewahren unsere Partner:innen diese Wälder.
Die Regenwälder des Kongo nicht der Ölindustrie opfern
Präsident Tshisekedi will große Gebiete des Kongo-Regenwalds für die Suche nach Erdöl opfern. Eine Katastrophe für die Bevölkerung, die Artenvielfalt und das Weltklima.