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5 Marind mit Klageschrift
Fünf Marind klagen im März gegen Straßenbau durch ihr indigenes Territorium (© Pusaka)

Gerichtsurteil gegen Wald und Indigene in Papua

26.09.2026Indonesien: Fünf indigene Papua prozessieren gegen den Bau einer 135 Kilometer langen Straße durch ihr Territorium, wo unter militärischer Beteiligung 2,7 Millionen Hektar Wald und Land Plantagen für Zuckerrohr, Reis und Palmöl weichen. Jetzt hat das Gericht in Jayapura die Klage abgewiesen.


Fünf indigene Marind aus Süd-Papua – Simon Petrus Balagaize, Sinta Gebze, Liborius Kodai Moiwend, Kanisius Dagil und Andreas Mahuze - haben im März Klage gegen den Bau einer 135 Kilometer langen Straße durch ihr angestammtes Gebiet eingereicht. Jetzt hat das  Verwaltungsgericht Jayapura (PTUN Jayapura) die Klage abgewiesen. 

Simon Petrus Balagaize zeigt sich zutiefst enttäuscht: „Weder durch eine Klage noch durch die Tatsachen vor Ort – das Gesetz ist nicht auf der Seite von uns Indigenen.“

Tigor Hutapea, Anwalt unserer Partnerorganisation Pusaka Bentala Rakyat, hält die Entscheidung für zutiefst ungerecht: „Die Richter haben keinerlei Beweise berücksichtigt, weder Zeugenaussagen noch Gutachten, die belegen, dass der Straßenbau zahlreiche Rechte der indigenen Bevölkerung verletzt.“

Die indonesische Regierung baut die Straße inmitten des Nahrungsmittel- und Energieprojekts im Süden Papuas (PSN Merauke). Hier werden 2,7 Millionen Hektar Land und Wald für Reisfelder, Zuckerrohr- und Palmölplantagen zerstört.

Dies ist die weltweit größte geplante Entwaldung mit einem beispiellosen Ausmaß an militärischer Beteiligung.

Obwohl die Umweltgenehmigung erst im September 2025 erteilt wurde, begannen die Rodungsarbeiten und der Straßenbau bereits im August 2024 - ohne das vorgeschriebene Verfahren der freien, vorherigen und informierten Zustimmung (FPIC). Einige Clans der Marind protestierten, errichteten Blockaden oder stellten rote Kreuze auf. Ihre Ablehnung wird jedoch ignoriert.

  • 5. März 2026: Fünf Vertreter der Marind reichen beim Verwaltungsgericht in Jayapura Klage gegen die Umweltgenehmigung für den Bau der Straße ein.  
  • Juni 2026: Das Verfahren tritt in die Beweisaufnahme ein. Die Kläger beantragen, dass die Bauarbeiten bis zu einer gerichtlichen Entscheidung ausgesetzt werden. 
  • 9. Juni 2026: Die vorsitzende Richterin Merna Chintia ordnet an, den Straßenbau einzustellen. Dies geschieht nicht.
  • Juli 2026: Zahlreiche Zeugen werden angehört, sowohl Betroffene als auch der Regent von Merauke und der Minister für Verteidigung: Die Beteiligung von Militär am Straßenbau sei eine „militärische Operation außerhalb eines Krieges“.
  • 18. September 2026: Das Verwaltungsgericht Jayapura weist die Klage ab

Der Straßenbau hat direkte Auswirkungen auf die Marind. Er hat ihren traditionellen Wald zerstört und ihnen damit ihre Lebensgrundlage entzogen. Es ist heißer und staubiger geworden, das Wasser ist nicht mehr genießbar. Darüber hinaus sind die Indigenen Einschüchterungen durch das Militär ausgesetzt.

Trotz seiner Enttäuschung sagt Simon Balagaize: „Wir werden unsere Stammesgebiete weiterhin verteidigen. Wir glauben, dass die Wahrheit auf unserer Seite steht.“ 

Gutachten zu den Menschenrechtsverletzungen

The Recurrence of Development Without Feelings. Final Report of the Human Rights Impact Assessment of the National Strategic Project (PSN) of Merauke Food and Energy Development Area. 

Pusaka 2026, 98 Seiten, Englisch

Zuckerrohr-, Palmöl- und Holzfirmen genießen uneingeschränkte Freiheiten. 

Dies ist die Hauptursache für Menschenrechtsverletzungen indigener Gemeinschaften. 

Die Firmen interessieren sich ausschließlich für Landerwerb. 

Sie manipulieren traditionelle Systeme von Landbesitz und Nutzung. 

Sie begegnen dem Widerstand der Indigenen mit Hilfe von Militär und Polizei, die ihre Geschäfte schützen.

 

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