Panama: UN-Experte fordert Anerkennung der Rechte indigener Völker

James Anaya UN-Sonderberichterstatter für die Rechte indigener Völker

06.08.2013

Auf Einladung von Rettet den Regenwald hat UN-Berichterstatter James Anaya die Gemeinschaft der Ngöbe-Buglé besucht, die durch ein Staudamm-Projekt bedroht wird. Anaya ermahnte Panamas Regierung, die Rechte der Indigenen zu achten

James Anaya ist Sonderberichterstatter der UN (vereinten Nationen) für die Rechte indigener Völker.  Auf die Einladung von Rettet den Regenwald, panamaischer und anderer internationaler Organisationen hin (http://ciel.org/Publications/BarroBlanco_Anaya_14Jun2013.pdf) besuchte der UN-Experte  am 20. Juli 2013 die Vetreter der Gemeinschaft im Ngöbe-Buglé Gebiet im Tabasará-Flusstal. Anaya wollte aus erster Hand von der Bedrohung der Menschenrechte dieser Indianer durch den hydroelektrisch betriebenen Staudamm von Barro Blanco erfahren.

Die indigene Bevölkerung fordert mehr Anerkennung und Schutz für ihre Gebiete und natürlichen Ressourcen. Sie wehrt sich seit langem gegen den Staudamm des Barro Blanco (Hintergründe: https://www.regenwald.org/aktion/872/staudamm-alarm-bitte-helfen-sie-den-ngobe#news ).Grund dafür sind die daraus folgenden Flutungen von Waldflächen sowie indigener und bäuerlicher Gemeinden. Betroffen sind dabei nicht nur Ackerflächen, Häuser, Schulen, Tempel, Friedhöfe und archäologische Stätten, sondern auch bedrohte Arten wie der blaue Tabasará-Frosch.

Während seines Besuchs erfuhr der UN-Beauftragte, dass die staatlichen Behörden die Entscheidungen der indigenen Bevölkerung im ganzen Land kaum oder gar nicht respektieren.

Es sei notwendig, so Anaya, die Rechte indigener Völker auch in Panama durchzusetzen und zu festigen – so wie es internationaler Standard sei.
„Ein wichtiger Schritt wäre die Ratifizierung des Abkommens Nr. 169 der internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization), betreffend indigener Völker und Stammesvölker in unabhängigen Ländern. Panama ist eines der wenigen Länder in Lateinamerika, das das Abkommen noch nicht ratifiziert hat. Das Abkommen Nr. 169 ist ein Instrument, das die UN-Vereinbarung über die Rechte indigener Völker anerkennt. Diese Vereinbarung wurde 2007  von der UN-Generalversammlung auch mit der Zustimmung Panamas angenommen.“