Neue Proteste gegen HeidelbergCement

Vorbereitung für die Protestaktion gegen HeidelbergCement am 8.12.2017 in Semarang Zement zerstört Natur und Leben auf der indonesischen Insel Java (© Dewi Candraningrum)

12.12.2017

„HeidelbergCement raus aus Kendeng!" Wieder protestieren die Menschen am Kendeng-Gebirge auf der indonesischen Insel Java gegen den deutschen Konzern. Jetzt entscheidet sich, ob die Behörden dem Bau der zerstörerischen Zementfabrik grünes Licht geben - trotz massiven Widerstandes und allen Gesetzen zum Hohn

Der deutsche Konzern HeidelbergCement (HC) plant, das Kendeng-Karstgebirge auf der indonesischen Insel Java abzubauen und dort eine Zementfabrik zu errichten. Die Bevölkerung, allen voran die Bürgerinitiative Kendeng JMPPK, wehrt sich seit Jahren dagegen. Sie fürchtet die katastrophalen Folgen der Eingriffe in das sensible Karst-Ökosystem auf Umwelt und Menschen. Hier hat die Firma SMS, ein Tochterunternehmen von Indocement (Hauptanteilseigner ist HeidelbergCement), eine Tagebau-Genehmigung beantragt. In diesem Karstgebiet gibt es 110 Wasserquellen, 30 Höhlen, 9 Dolinen und unverzichtbare unterirdische Wasserläufe.

Seit einer Woche sind Bauern und Bäuerinnen vom Kendeng-Karstgebirge in Indonesien wieder auf der Straße. Sie protestieren vor dem Gouverneurspalast in der zentraljavanischen Provinzhauptstadt Semarang gegen die Verlängerung der umstrittenen Umweltgenehmigung für das Bauvorhaben der HC-Tochter Indocement/SMS. Diese Genehmigung war bereits 2014 für drei Jahre erteilt worden und lief am 8.12.2017 ungenutzt aus. Das bedeutet eigentlich, dass die HC-Tochter nun ihr Vorhaben beenden müsste. Aus der jetzt abgelaufenen Umweltgenehmigung geht hervor, dass 67% der Bevölkerung gegen die Zementfabrik sind. Eine Verlängerung verstieße auch gegen ein vom Präsidenten erlassenes Moratorium für Projekte am Kendeng-Gebirge. Die Bauern befürchten, dass die Provinzregierung dennoch eine neue Umweltgenehmigung erteilt.

Die Bürgerinitiative fordert bei ihrem „Fest der Umwelt" den Gouverneur der Provinz Zentraljava auf anzuordnen, die Umweltgenehmigung nicht zu verlängern.

Im Mai 2017 sprach eine der Sprecherinnen der Bürgerinitiative, Gunarti, auf der Hauptversammlung HeidelbergCement. Sie beschrieb, wie der Zementabbau die Natur, die Landwirtschaft und das Zusammenleben zerstört und übergab Vorstandschef Bernd Scheifele unsere Petition HeidelbergCement raus aus den Kendeng Bergen mit mehr als 110.000 Unterschriften gegen die geplante Zementfabrik im Kendeng-Karstgebirge auf Java.

Pressemitteilung Bürgerinitiative JMPPK: Umweltzerstörung durch Zementfabriken stoppen