Unser Hunger auf Fleisch zerstört die Wälder des Gran Chaco

Abgebrannter Baum für Anlage von Soja-Plantage im Gran Chaco

26.03.2018

Deutschlands Fleischkonsum ist für Umweltzerstörung in Südamerika mitverantwortlich. Eine neue Studie belegt, in welchem Ausmaß für Sojaanbau im Gran Chaco Savannen und Trockenwälder zerstört werden. Das Soja landet zumeist in den Futtertrögen europäischer Masttiere.

Die Organisation Mighty Earth sieht in der Studie „Die vermeidbare Krise“ eine direkte Verantwortung Deutschlands für Umweltzerstörung im Grand Chaco, wo Jaguare, Ameisenbären und Affen leben. Deutschland sei der größte Importeur von Soja aus dem Gebiet, in dem die Umweltschützer großflächige Rodungen dokumentiert haben. Dazu hatten sie Satellitenbilder ausgewertet und vor Ort in Argentinien und Paraguay recherchiert.

Eine zentrale Rolle spielen die Agrarkonzerne Bunge und Cargill. Den Firmen wurde bereits in früheren Studien vorgeworfen, für Regenwaldvernichtung in Brasilien und Bolivien verantwortlich zu sein. Beide Konzerne dominieren laut neuer Recherchen den Verkauf von Soja aus der Region nach Europa, verschleiern jedoch die Herkunft der Ware.

Für den Soja-Anbau werden der Studie zufolge Indigene von ihrem Land vertrieben. Viele leiden aufgrund des Einsatzes von Ackergiften wie Glyphosat unter Atemwegserkrankungen oder Krebs. Geburtsfehler und Fehlgeburten treten häufiger auf als anderswo.

Deutschland hat im Jahr 2016 rund 3,7 Millionen Tonnen Sojabohnen und 2,8 Millionen Tonnen Sojaschrot importiert, vor allem gentechnisch manipulierte Sorten aus Südamerika. Hierzulande wird es von der Fleischindustrie als Futtermittel eingesetzt. Selbst in Deutschland produziertes Fleisch kann somit auf Naturzerstörung in Südamerika fußen. Die Verantwortung deutscher Konsumenten geht jedoch über Fleisch hinaus, da auch Legehennen und Milchvieh mit importiertem Soja gefüttert werden.

Die Lebensmittelkonzerne Edeka, Lidl/Kaufland, Rewe/Penny, Aldi und Metro/Real beherrschen den Markt in Deutschland und könnten auf ihre Lieferanten Druck ausüben, Ware ohne Regenwaldvernichtung zu liefern.

Dasselbe gilt für Restaurant-Ketten wie Burger King. Bitte unterschreiben Sie daher unsere Petition an den internationalen Fast-Food-Konzern.