UN-Bericht: Eine Million Tier- und Pflanzenarten könnten aussterben

Schwalbenschwanz Wie stark Insekten - hier ein Schwalbenschwanz - vom Artensterben betroffen sind, können Experten nicht beziffern (© CC0)

23.04.2019

Vom Menschen verursacht ist ein Massensterben im Gange, dem bis zu einer Million Tier- und Pflanzenarten zum Opfer fallen können. Die Geschwindigkeit, in der die Biodiversität zerstört wird, nimmt dabei erschreckend zu.

Ein aktueller UN-Bericht warnt vor einer „unmittelbar bevorstehenden extremen Beschleunigung“ des globalen Artensterbens. Bis zu einer Million Tier- und Pflanzenspezies könnten demnach bald ausgerottet sein, viele innerhalb der kommenden Jahrzehnte. Damit sei der Verlust an Arten zehn- und hundertmal höher als im Durchschnitt der vergangenen zehn Millionen Jahre. Innerhalb von 500 Millionen Jahren gab es fünf Massensterben, derzeit läuft das sechste.

Die Ursachen für die Umweltkatastrophe sind für die Experten klar: „Wir müssen anerkennen, dass der Klimawandel und die Zerstörung der Natur gleichgewichtig (als Auslöser des Artensterbens) sind“, sagte Robert Watson, einer der Autoren des Reports, der Nachrichtenagentur AFP. Genannt werden in dem Text Landwirtschaft, Waldvernichtung, Bergbau, Jagd und Fischerei. Der Mensch habe bereits die Hälfte alle Ökosysteme stark beeinträchtigt.

Die Autoren machen sich auch Sorgen über die Folgen des Artensterbens für die Nahrungsmittel- und Energieversorgung. Nur „tiefgreifende Veränderungen“ könnten den Schaden für die Artenvielfalt noch begrenzen.

Am Report der Zwischenstaatliche Plattform für Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen (IPBES) haben 150 Experten aus 50 Ländern drei Jahre lang gearbeitet. Er fasst auf 44 Seiten ein 1.800-seitiges Dokument zusammen.