Profiteure der Waldbrände auf Sumatra

Brände beim Dorf Puding, Distrikt Muaro Jambi, Sumatra, September 2019 Feuer vernichtet Wälder, Rauch verklebt die Lungen (© Feri Irawan)

08.10.2019

Hinter den Brandstiftern der Waldbrände in Indonesien stecken Palmölfirmen und Konzerne. RKK der Makin-Group, Zulieferer von Unilever, ist Wiederholungstäter

Die Ölpalmplantage von RKK in der Provinz Jambi auf Sumatra ist zum wiederholten Mal der Brandstiftung und unterlassener Vorsorge überführt. Die Behörden haben die Firma deshalb geschlossen. Die Makin-Gruppe, zu der RKK gehört, beliefert auch große Konsumgüterhersteller wie Unilever.

Erst 2017 hatte ein Gericht RKK zu Entschädigungszahlungen in Höhe von 11,5 Millionen Euro verurteilt. Es lagen Beweise vor, dass die Firma im Feuerjahr 2015 mit Absicht Brände gelegt hatte. Unser Partner vom Grünen Verein hatte Benzinkanister sichergestellt und die Firma angezeigt.

Die 11,5 Millionen Euro hat RKK wohl aus der Portokasse bezahlt. Denn 2019 gehört RKK wieder zu den Firmen und Konzernen, die als Hauptverursacher der verheerenden Wald- und Torfbrände identifiziert werden. Palmöl ist so lukrativ, dass keine Rücksicht auf die Natur, die Menschen und das Klima genommen wird.

RKK ist nicht die einzige Firma, die jetzt geschlossen wurde. Allein in Jambi sind es sieben. Gebrannt hat es jedoch auf 29 Konzessionsflächen von Palmöl-, Papier- und Holzplantagen. Über 200 Personen sind der Brandstiftung verdächtig. Die Behörden nennen nur die Initialen der Firmen - RKK, BEP, LKU, MAS, ABT, PDIW, PB - nicht aber ihre Namen und die Lage der Plantagen. Diese fehlende Transparenz ist absurd, angesichts der Ortskenntnisse unserer Partner und der Satellitendaten, auf denen dicht an dicht Brandherde zu erkennen sind.

In ganz Indonesien haben Polizei und Forstministerium bisher 42 Firmen versiegelt, bei Dutzenden weiteren wird geprüft, bei Hunderten liegen Verdachtsmomente vor. Die meisten sind Ölpalmplantagen auf Sumatra und in Kalimantan (Borneo). Während Ermittlungen laufen, werden die Firmen vorrübergehend stillgelegt. Erfahrungsgemäß werden die meisten Anklagen letztendlich versanden, nur in wenigen Fällen wird es überhaupt zu Gerichtsprozessen kommen und nur selten zu Verurteilungen und Strafen.

Die Brandstifterfirmen müssen für immer geschlossen werden!“ fordern unsere Partner in Indonesien seit Jahren. Wochenlang müssen sie unter unerträglichen Rauchbelastungen leben, beim Löschen helfen und Atemmasken verteilen.

Wie viele Hektar Wald vernichtet wurden, wie viele Menschen und Tiere umgekommen sind und wie viele an Atemwegserkrankungen leiden, kann nur geschätzt werden. Schulen wurden geschlossen, Flüge gestrichen, und die Nachbarstaaten Singapur und Malaysia lebten ebenfalls mit einer gesundheitsgefährdenden Rauchschicht.

Und das seit Jahren! In einem Video präsentiert das Ministerium für Umwelt und Forsten die Verteilung der Waldbrände über die Inseln und Jahre. Das Umweltnetzwerk WALHI (Friends of the Earth Indonesia) bezweifelt die offiziellen Daten zu den Bränden, da offensichtlich Feuer auf staatlichen Plantagen nicht erfasst sind.

Manche Regierungsstellen sind endlich der Meinung: Es reicht! „Zum zweiten Mal brennt es auf der RKK-Plantage. Nach den Bränden 2015 wurde RKK verurteilt, 192 Milliarden Rupiah Strafe zu zahlen. Diesmal reichen Strafzahlungen nicht, diesmal muss der Firma die Genehmigung entzogen werden “, versichert Rasio Ridho von der Rechtsabteilung des Ministeriums für Umwelt und Forsten.

Das könnte schwierig werden, denn der steigende Verbrauch von Palmöl, Papier und Holz giert nach mehr Flächen. Riesenprobleme sind auch die enge Verzahnung von Politikern mit der Palmölindustrie und das schwächelnde Rechtswesen.