Eilantrag vor Gericht: Kein illegales Teakholz für die Gorch Fock

Deck von Gorch Fock Shiff Archivaufnahme des alten Teakholzdecks der Gorch Fock, das nun erneuert wird (© Gerhard Roethlinger / shutterstock.com)

08.12.2020

Bereits der Kauf von Teakholz aus illegaler Regenwaldrodung in Myanmar für die Renovierung des Segelschulschiff Gorch Fock der deutschen Bundeswehr hat heftigen öffentlichen Protest ausgelöst. Doch nun treiben die zuständigen Behörden den Fall auf die Spitze. Trotz eines bei Gericht eingereichten Eilantrags lassen sie den geklauten Burma-Teak auf der Gorch Fock einbauen.

Im Herbst 2018 hat der Kauf von Teakholz für die Renovierung der Gorch Fock für Schlagzeilen gesorgt. Mit dem tropischen Edelholz aus Raubbau in Myanmar sollte das Deck des Segelschulschiffes, auf dem die Bundeswehr Offiziersanwärterinnen und -anwärter ausbildet, ausgestattet werden.

Die Petition „Stoppt Tropenholz für die Gorch Fock“ von Rettet den Regenwald hatte innerhalb weniger Tage fast 80.000 Unterschriften erreicht. Denn die Lieferung aus dem Regenwald in Südostasien verstieß ganz offensichtlich gegen die in Deutschland und auf EU-Ebene geltenden Vorschriften und Gesetze.

Die Bundeswehr reagierte auf die Vorwürfe mit immer neuen Versionen zur Herkunft und der Legalität des Burma-Teaks, was die Zweifel weiter erhöhte. Umweltschützer hatten deshalb die für die Kontrolle der Legalität von aus dem EU-Ausland nach Deutschland importierten Holzlieferungen zuständige Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) eingeschaltet.

Aufgrund explodierender Kosten bei der gesamten Sanierung des Flaggschiffs der deutschen Bundesmarine und dem Konkurs des damit beauftragten Werftunternehmens lagen die Arbeiten viele Monate still. Nun sind die Renovierungsarbeiten am Deck des in der Lürssen-Werft in Berne an der Unterweser liegenden Dreimasters wieder angelaufen.

Und aufgrund der verstrichenen Zeit haben die Verantwortlichen anscheinend gehofft, nun das Raubbauholz ungestraft klammheimlich auf dem Schiff einbauen zu können.

Nachdem weitere Anzeichen für die fehlende Rechtmäßigkeit des Teakholzes wie offensichtliche Steuertricksereien aufgetaucht sind, hat der Deutsche Naturschutzring (DNR) auf Bestreben des WWF vor dem Verwaltungsgericht in Köln einen Eilantrag gegen die BLE gestellt. Am 2. Dezember hat das Gericht Köln die BLE gebeten, den Verbau des Holzes zu stoppen, während der Fall im Eilverfahren weiter aufgeklärt wird.

Währenddessen versucht die Bundeswehr offenbar vollendete Tatsachen zu schaffen und lässt das Teakholz mit Hochdruck auf der Gorch Fock verbauen. Wissentlich und Willentlich treibt das Verteidigungsministerium damit den Einbau von aller Wahrscheinlichkeit nach illegalem Teakholz aus Raubbau voran, und die BLE schaut dabei tatenlos zu.

Von den insgesamt beschafften ca. 300 Kubikmetern Burma-Teak werden nur etwa 80 Kubikmeter für die Gorch Fock gebraucht. Was mit dem Rest des Holzes – also 220 m³ – passiert ist, ist völlig unklar. Die illegale Abholzung der Regenwälder und der schwunghafte Handel und Einbau von Tropenholz aus Raubbau sind ihnen ganz offensichtlich völlig egal.

Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition an die Ministerien für Verteidigung, Landwirtschaft und Umwelt:

https://www.regenwald.org/petitionen/1154/stoppt-tropenholz-fuer-die-gorch-fock