Elefanten­wald in höchster Gefahr!

Ein Elefantenkalb versucht vergeblich mit seinem Rüssel seine am Boden liegende vergiftete Mutter zu wecken Ein Elefantenkalb versucht vergeblich mit seinem Rüssel seine am Boden liegende vergiftete Mutter zu wecken (© Sabah Wildlife Department, Borneo)

Am Fluss Kinabatangan leben noch mehr als 350 Zwergelefanten. Doch ein Straßenbauprojekt bedroht ihren Lebensraum. Die Brücke hatte internationale Proteste ausgelöst, sogar der berühmte Regenwaldschützer Sir David Attenborough schlug Alarm. Nachdem Sabahs Regierung gewechselt hat, ist die Gefahr erneut akut.

News und Updates Appell

An: Premier Minister Tun Mahathir bin Mohamad, Chief Minister Shafie bin Haji Apdal

„Die Zwergelefanten in Sabah sind in Gefahr, falls bei der Stadt Sukau eine Brücke gebaut wird. Zum Schutz der Tiere darf das Projekt nicht verwirklicht werden.“

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Bislang war Elefanten-Wilderei in den artenreichen Regenwäldern Sabahs, wo Nashornvögel, Malaienbären und Orang-Utans leben, nahezu unbekannt. In den vergangenen Jahren haben jedoch Kriminelle den malaysischen Bundesstaat für sich entdeckt. Ihnen geht es mittlerweile nicht nur um Elfenbein, sondern auch um Haut, Nägel und andere Körperteile der Tiere, mit denen sich auf dem chinesischen Markt viel Geld verdienen lässt.

Allein zwischen 2010 und Herbst 2019 wurden von den Wildtierbehörden in Sabah 145 getötete Elefanten registriert. Die Elefanten wurden vergiftet, erschossen oder verfingen sich in Schlingfallen. Geht das so weiter, ist die Art bald ausgerottet.

Doch das blutige Handwerk der Wilderer könnte sogar erleichtert werden, wenn die Regierung den Bau einer Brücke über den Fluss Kinabatangan forciert. Die ist nur der erste Abschnitt einer neuen Straße durch den bislang schwer zugänglichen Wald des Tabin Wildtierreservats. Ein Einfallstor für Wilderer, aber auch für illegale Siedler, Holzdiebe und die Palmölindustrie.

Die Wanderrouten von mehr als 350 Elefanten würden zerschnitten und die Herden in immer kleinere Fragmente ihres ursprünglichen Lebensraumes zusammengedrängt. Die Tiere würden verstärkt in Dörfer und Plantagen einfallen und viele würden beim Überqueren der neuen Straßen getötet.

Das Bauprojekt soll offiziell dem wirtschaftlichen Aufschwung der Region dienen. Zudem versprechen sich einige Politiker offenbar persönliche Vorteile. Unterdessen schädigt es über die Natur hinaus den sich gerade entwickelnden Ökotourismus.

Bitte helfen Sie, die Elefanten und die anderen bedrohten Arten in Sabah zu schützen, und unterschreiben Sie unsere Petition!

Hinter­gründe

Das Lower Kinabatangan Wildlife Sanctuary liegt im Norden der Insel Borneo im malaysischen Bundesstaat Sabah. In dem 26.000 Hektar großen Waldgebiet leben elf Primatenarten, darunter Orang-Utans und Nasenaffen, sowie seltene Zwergelefanten (Elephas maximus borneensis). Das ebenfalls von der geplanten Straße betroffene Tabin Wildtierreservat ist mit über 120.000 Hektar eines der letzten größeren Tieflandregenwaldgebiete Borneos mit einem bislang sehr guten Schutzstatus.

Bis zu 350 Zwergelefanten gibt es am Kinabatangan, über 400 in Tabin. Auf ganz Borneo sind es höchstens noch 1.500 bis 2.000 Exemplare.

Schutzgebiete sind fragmentiert

Die Schutzgebiete sind bereits heute stark fragmentiert und bilden keine kompakte Einheit. An einigen Passagen ist der Fluss Kinabatangan gänzlich schutzlos, da Palmölplantagen bereits bis zum Flussufer vorgedrungen sind.

Die geplante neue Straße soll den Ort Sukau mit der Ortschaft Tambisan an der Ostküste Sabahs verbinden. Dabei würde neben dem Kinabatangan Wildlife Sanctuary auch das Tabin Wildtierreservat zerschnitten und der Ausbeutung durch Wilderer, illegale Holzfäller und Siedler zum Opfer fallen. Schätzungsweise die Hälfte aller verbliebenen Borneo-Elefanten wäre von diesem Projekt betroffen und existenziell gefährdet. Auf der Strecke käme es zudem vermehrt zu gefährlichen Wildtierunfällen, unzählige Tiere würden totgefahren.

Plan für Brücke wiederbelebt

2017 wurde der Plan, eine neue Brücke in Sukau zu bauen und damit die Grundlage für eine neues Straßennetz in Ostsabah zu legen, vorerst verhindert. Nach Protesten zahlreicher NGOs – darunter Rettet den Regenwald - und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt stellte die damalige Regierung den zerstörerischen Plan ein.

Nach der Wahl im Mai 2018 haben sich die Machtverhältnisse geändert. Der Lokalpolitiker, der hinter dem Brücken- und Straßenprojekt steckt, hat die Partei gewechselt und will es jetzt durchboxen.

Sabahs neue Regierung plant zudem zahlreiche weitere Infrastrukturprojekte, die den Fortbestand etlicher bedrohter Arten wie Elefanten und Wildrinder gefährden. Dabei hatte die Regierung das offensichtlich begriffen. Die Umweltministerin Datuk Christina Liew sagte: „Wir dürfen (das Aussterben) nicht zulassen. Ich werde es nicht zulassen.“

Lokale NGOs und Wissenschaftler haben bereits deutlich auf die katastrophalen Folgen der neuen Projekte hingewiesen. Ihre Stimme allein reicht zwar möglicherweise nicht aus, doch die Regierung fürchtet um ihre internationale Reputation und das Image der Palmölindustrie, die verstärkt mit der Tötung von Elefanten in Verbindung gebracht wird.

An­schreiben

An: Premier Minister Tun Mahathir bin Mohamad, Chief Minister Shafie bin Haji Apdal

Sehr geehrter Premierminister Tun Mahathir bin Mohamad,
sehr geehrter Chief Minister Shafie bin Haji Apdal,

im Lower Kinabatangan Wildlife Sanctuary leben bedrohte Orang-Utans, Nasenaffen und zahlreiche andere Primaten. Hunderte Zwergelefanten sind in der Region beheimatet. Unter Biologen genießt der Kinabatangan River Weltruf.

Nun planen Sie, in Sukau eine Brücke über den Kinabatangan zu bauen und die Straße am anderen Ufer zu asphaltieren. Das spitzt die Lage für die Tiere zu, die bereits unter der zunehmenden Fragmentierung ihres Lebensraumes leiden.

Biologen fürchten, dass das Projekt mittelfristig sogar zum Verschwinden der Elefantenpopulation führen kann.

Das Lower Kinabatangan Wildlife Sanctuary birgt immenses Potential für Ökotourismus. Schon heute leben viele Einwohner vom internationalen Tourismus. Bitte bedenken Sie, dass dieser Schatz durch den Straßen- und Brückenbau ruiniert werden könnte.

Bitte stoppen Sie das Projekt, dessen wirtschaftlicher Nutzen zweifelhaft ist und das den Lebensraum seltener Tierarten gefährdet.

Mit freundlichen Grüßen

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