Botswana: Verbot von Elefantenjagd muss bleiben

Gewilderter Elefant Wegen der Wilderei ist die Zahl der Elefanten eingebrochen (© flickr)

Botswanas Regierung bläst zur Elefantenjagd. Erst leugnet sie die um sich greifende Elfenbein-Wilderei. Jetzt legalisiert sie nach einem jahrelangen Verbot die Jagd durch Touristen. Wir bitten Präsident Mokgweetsi Masisi, zum Jagdverbot zurückzukehren und die Wilderei zu bekämpfen.

News und Updates Appell

An: den Präsident der Republik Botswana Mokgweetsi Eric Keabetswe Masisi

„Bitte schützen Sie die Elefanten. Kehren Sie zum Jagdverbot zurück und bekämpfen Sie die Wilderei.“

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Während in einigen Ländern Süd- und Ostafrikas Wilderer so sehr wüten, dass die Zahl der Elefanten bedrohlich einbricht, blieb Botswana bisher weitgehend verschont. 126.000 Elefanten leben in dem Land, ein Drittel aller Savannenelefanten. Nach Ansicht von Experten ist das unter anderem einem Jagdverbot zu verdanken, das seit 2014 galt.

Doch die Organisation „Elephants without Borders“ warnt, dass Wilderer Botswana ins Visier nehmen. Zwischen 2014 und 2018 habe sich die Zahl der gefundenen Kadaver kurz zuvor gestorbener Tiere versechsfacht. Die meisten der Tiere sind nach Ansicht des Wissenschaftlers Mike Chase von Wilderern wegen ihres Elfenbeins getötet worden.

Chases Studie provozierte heftige Reaktionen. Er erhielt sogar Morddrohungen. Präsident Masisi bestreitet die Aussagen des wissenschaftlich fundierten Reports und spricht von der „größten Falschmeldung des 21. Jahrhunderts“.

Eine Regierungskommission kam im Februar 2019 zum Schluss, dass es in Botswana zu viele Elefanten gibt – und schlug ein Ende des Jagdverbots vor. Außerdem sollten regelmäßig Elefanten planvoll getötet werden (culling). Ihr Fleisch könne in Konserven als Tierfutter verkauft werden.

Ende Mai hat der Präsident nun beschlossen, den Plan umzusetzen.

Dahinter könnte politisches Kalkül stecken: Im Oktober stehen Wahlen an. Weil Elefanten zuweilen Felder verwüsten, könnten die Aufhebung des Jagdverbots und regelmäßige Tötungsaktionen unter der Landbevölkerung Stimmen bringen.

Angesichts der zunehmenden Wilderei und der dramatisch einbrechenden Elefantenpopulation in Afrika fordern wir von Präsident Mokgweetsi Masisi:

Bitte kehren Sie zum Jagdverbot zurück.

Bitte verzichten Sie auf gezielte Tötungsaktionen.

Bitte bekämpfen Sie Wilderei.

Hinter­gründe

Botswana ist mit 581.730 Quadratkilometern etwa doppelt so groß wie seine einstige Kolonialmacht Großbritannien. 2,2 Millionen Menschen leben in dem südafrikanischen Land.

Wichtige Devisenbringer sind der Export von Diamanten und Tourismus. Eine Aufhebung des Jagdverbots könnte zwar zahlungskräftige Jagdtouristen ins Land locken, andere Gäste jedoch abschrecken und insgesamt schaden.

Die Präsidenten

Von 2008 bis 2018 war Ian Khama Präsident von Botswana. Er ist ehemaliger Kommandeur der Armee und ist Sohn des ersten Präsidenten nach der Unabhängigkeit, Seretse Khama.

Am 31.3.2018 trat Ian Khama nach zwei Amtszeiten zurück und übergab die Macht an Vizepräsident Mokgweetsi Masisi, dessen Vater Sethomo Minister unter Khama-Senior war.

Wurden Ranger entwaffnet?

Medienberichten zufolge hat Präsident Mokgweetsi Masisi Ranger „entwaffnet“. Andere Quellen sagen, dass die Ranger zwar keine Schnellfeuergewehre (assault rifle) mehr tragen, jedoch weiterhin bewaffnet sind. Khamas Null-Toleranz-Politik gegenüber Wilderern war von Menschenrechtlern kritisiert worden.

Botswana ist zwar ein relativ sicheres Land für Elefanten, das bedeutet jedoch lediglich, dass der Rückgang der Population geringer ist als in anderen Ländern. Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl lauf African Elephant Status Report 2016 um 15 Prozent geschrumpft. Tansania dagegen verzeichnet einen Einbruch um 60 Prozent innerhalb von nur fünf Jahren.

2014 wurden in Botswana 131.600 Elefanten gezählt, 2018 waren es 126.000.

An­schreiben

An: den Präsident der Republik Botswana Mokgweetsi Eric Keabetswe Masisi

Sehr geehrter Herr Präsident,

Botswana galt bisher als sicherer Hafen für Elefanten und genießt unter Umweltschützern und Safari-Touristen einen guten Ruf.

Mit Sorge beobachten wir, dass die Elefantenpopulation in Afrika einbricht und Wilderer immer häufiger Elefanten in Botswana töten. Uns beunruhigt sehr, dass Sie trotzdem erwägen, das seit 2014 geltende Jagdverbot aufzuheben und regelmäßige Tötungsaktionen (culling) anzusetzen.

Wir bitten Sie, die Vorschläge Ihrer Kommission zur Reform des Elefantenschutzes zu verwerfen. Maßnahmen wie die Aufhebung des Jagdverbots und Culling-Aktionen gefährden nicht nur die Elefanten-Population, sondern schädigen die Reputation Ihres Landes und den wirtschaftlich bedeutenden Safari-Tourismus.

Bitte behalten Sie das Jagdverbot bei.
Bitte verzichten Sie auf gezielte Tötungsaktionen.
Bitte bekämpfen Sie Wilderei.

Elefanten brauchen bestmöglichen Schutz.

Mit freundlichen Grüßen

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