Stoppt Tropenholz für Ingolstadts Bänke

Das Tropenholz sollte besser im Regenwald bleiben (Foto: Ulli Rössle)
22.916 Teilnehmer

Ende der Aktion: 20.05.2014

Afrikanisches Kambala-Holz für Ingolstadts Fußgängerzone – für die geplanten neuen Sitzbänke würde Regenwald vernichtet werden. Die gute Nachricht: Die Stadt ruft dazu auf, Ihre Meinung über die Bänke abzugeben. In Lübeck hat unser Protest Erfolg gehabt, bitte helfen Sie nun, Ingolstadt vor einem schweren Fehler zu bewahren.

Appell

In Ingolstadts Fußgängerzone sollen Sitzbänke aufgestellt werden. Fünf Musterexemplare wurden bereits zu Testzwecken montiert. Doch hinter dem modernen Design verbirgt sich ein schlimmes Problem: Die Sitzflächen bestehen aus afrikanischem Kambala-Holz.

Zwar soll das Tropenholz ein Zertifikat des Bonner FSC-Vereins tragen, aber die Zertifikatsnummer, das Ursprungsland und die Herstellerfirma möchten uns die zuständigen Behörden nicht mitteilen. Fest steht:

Der sogenannte nachhaltige, selektive Holzeinschlag im Regenwald ist eine Erfindung der Industrie. Es gibt keine wissenschaftlichen Grundlagen dafür. Der industrielle Holzeinschlag im Urwald ist weder umweltfreundlich noch sozial verträglich. Auch mit Label werden die Tropenwälder zerstört.

Kambala-Holz wird auf der Roten Liste der Internationalen Naturschutzorganisation IUCN als „nahe bedroht“ eingestuft. Die Art „leidet unter dem massiven Holzeinschlag“, steht dort zu lesen.

Die Stadt bittet um unsere Meinung

Bis zum 20. April sollen Bürger und Passanten die Bänke testen. Über die lokale Zeitung Donau-Kurier kann man seine Meinung dazu kundgeben. Treffen die Bänke nicht auf breite Zustimmung, werden sie nicht angeschafft, verspricht das Stadtplanungsamt.

Bitte protestieren Sie gegen das Tropenholz. Wer möchte sich schon auf Regenwaldrodung ausruhen. Fordern Sie heimische Hölzer oder alternative Materialien für die Bänke. Schreiben Sie an den Donau-Kurier und an den Oberbürgermeister Dr. Alfred Lehmann.

Update - unsere Protestaktion wirkt

Unsere Proteste wirken: Hoch im Norden, in der Hansestadt Lübeck hat sich nach einer Aktion von Rettet den Regenwald der Senat gerade gegen Tropenholzbänke ausgesprochen

Hinter­gründe

Update vom 10. April 2012:

Seit dem Start unserer Protestaktion wird Ingolstadt mit kritischen Anfragen und Protesten gegen die Tropenholzbänke überschüttet. Der Oberbürgermeister lässt nun Alternativen zum Tropenholz prüfen, meldet der Donau-Kurier. Infrage kommen demnach Eiche und Douglasie aus deutschen Wäldern. Auch eine Gruppe von Bürgern, die Gerolfinger Banklsitzer, hatten gegen das tropische Kambala-Holz demonstriert und dazu einen tonnenschweren Pappelstamm in die Fußgängerzone getragen.

Währenddessen wurde jetzt bestätigt, dass das für die Musterbänke verwendete Kambala-Holz aus Ghana stammt. Das westafrikanische Land ist durch seine hohe Abholzungsrate bekannt. Jedes Jahr werden über 130.000 Tropenwald vernichtet. Nur noch knapp ein Viertel Ghanas ist bewaldet, Primärwälder machen gar nur noch sechs Prozent aus. Nach wissenschaftlichen Studien wird Kambala in Ghana "schwer ausgebeutet" und "Plantagen mit der Art sind meist erfolglos".

An­schreiben

An
Herrn Dr. Alfred Lehmann, Oberbürgermeister von Ingolstadt
Rathausplatz 2, 85049 Ingolstadt
Tel.: 0841 – 3 05 – 10 00, Fax: 0841 305 – 1005
E-Mail: ob@ingolstadt.de

Donaukurier, Lokalredaktion Ingolstadt

Donaustr. 7
, 85049 Ingolstadt

Tel.: 08 41 – 88 56 07 – 11
, Fax: 08 41 – 88 56 07 – 25
sitzbank@donaukurier.de
http://www.donaukurier.de/interaktiv/leserbriefe/formular/art76952,2537080

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Lehmann,

in einer gemeinsamen Aktion mit dem Donau-Kurier rufen Sie dazu auf, die Meinung über die geplanten neuen Sitzbänke für die Fußgängerzone der Stadt abzugeben.

Sitzbänke sind prinzipiell eine begrüßenswerte Initiative und auch die von Ihnen angestrebte Bürgerbeteiligung unterstütze ich voll. Allerdings halte ich die Holzart Kambala aus Afrika für keine gute Wahl. Für den industriellen Einschlag von Tropenhölzern werden die Regenwälder abgeholzt.

Zwar soll es ein Zertifikat des Vereins FSC aus Bonn für die Hölzer geben, doch die zuständigen Ämter wollen weder die Zertifikatsnummer, das Ursprungsland noch die Herstellerfirma für das Kambala-Holz und die daraus hergestellten Bänke preisgeben. Blindes Vertrauen auf sogenannte Ökolabel reicht nicht aus.

Generell möchte ich darauf hinweisen, dass Holzlabel nicht verhindern können, dass die Regenwälder durch den industriellen Tropenholzeinschlag geschädigt und die Artenvielfalt bedroht werden. Der sogenannte selektive Holzeinschlag im Regenwald basiert nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern ist eine reine Erfindung der Industrie.

Unter diesen Bedingungen werden sich die meisten Bürger nicht auf Tropenholz ausruhen wollen. Ich bitte Sie daher, Bänke aus geeigneten heimischem Holz wie Eiche oder Robinie oder aus alternativen Materialien auszuwählen.

Mit freundlichen Grüßen,